Verstorben mit 100 Jahren

Trauer um ein singendes Urgestein

Heinrich Pfannekuche ist im Alter von 100 Jahren verstorben.
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Heinrich Pfannekuche ist im Alter von 100 Jahren verstorben.

Er war ein Hilbecker, wie er im (Gesangs-)Buche steht. Heinrich Pfannekuche prägte den Ortsteil mit stets besonderer Note, war aktiv an Schlauch und Schützenuniform und gefragt, wann immer es um Hilbecker Themen und Histörchen ging. Nun ist er im Alter von 100 Jahren verstorben.

Werl-Hilbeck - Der Gemische Chor des MGV 1863 Hilbeck trauert um ein Mitglied, dem man noch vor einigen Monaten zum 100. Geburtstag gratulieren konnte - auch musikalisch natürlich, obwohl das große Ständchen bedingt durch die Corona-Pandemie nicht möglich war. Am Donnerstag ist die Stimme des passionierten Sängers nun für immer verstummt. Eine Stimme, die so lange erklang und die etwas zählte im Ort. Heinrich Pfannekuche war ein Mann, der nicht nur etwas zu singen, sondern stets auch etwas zu sagen hatte.

„Er war einer der ersten Sänger nach dem Neubeginn 1946 des Chores“, sagt Rainhard Hellkötter. 75 Jahre war Pfannekuche Mitglied des Chores, viele Jahre als aktiver Sänger im 2. Tenor. „Diese Verbundenheit hielt auch nach seinem Ausscheiden als aktiver Sänger über all die vielen Jahre bis dato an“, teilt der Chor mit. „Er informierte sich stets über den Chorbetrieb.“ Beim traditionellen Wandertag des Chores am Himmelfahrtstag haben ihm die Sänger oft ein Ständchen gebracht, „wo er dann mit einstimmte und dieses Miteinander genoss“. Mit Heinrich Pfannekuche verliert der Gemischte Chor des MGV 1863 Hilbeck ein langjähriges Mitglieder und einen Förderer.

„Mehr Hilbecker Urgestein kann man nicht sein“, hatte der Anzeiger zum 100. Geburtstag des Mannes am 16. Oktober geschrieben. Getauft, konfirmiert und geheiratet in Hilbeck hat Pfannekuche ein ganzes Jahrhundert seine Wurzeln im nördlichsten Ortsteil Werls gehabt. Bis zum 90. Geburtstag war er aktiv im Vereinsleben .

80 Jahre Schütze

75 Jahre Sänger, das ist schon viel. Aber es geht noch länger: 80 Jahre lang war Pfannekuche Mitglied im Schützenverein Hilbeck. Der Verstorbene war aber auch als Kenner seiner Heimat Hilbeck gefragt, kannte die Menschen und die Anekdoten im Ortsteil. Lange Zeit betreute er mit seiner Frau Erna das Kirchenarchiv der Gemeinde, zudem war er fast 30 Jahre lang Presbyter in der evangelischen Kirchengemeinde. Und als sei all das noch nicht genug, lieferte er zudem als Wetterbeobachter Daten aus der Region an das Wetteramt Essen.

Gut Wetter machte er auch in der Feuerwehr, war das älteste Mitglied der Löschgruppe Hilbeck. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er 1947 der Freiwilligen Feuerwehr Hilbeck beigetreten, war von 1967 bis 1969 Ortsbrandmeister. In diese Zeit fiel auch im Zuge der Eingemeindung die Integration der bis dato selbstständigen Feuerwehr Hilbeck zum 1. Januar 1968 in die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Rhynern.

Heinrich Pfannekuche wird im engsten Familienkreis beigesetzt. In dem Ort, dem er ein Leben lang treu war und in dessen Geschichte er selbst ein wichtiger Baustein wurde: in Hilbeck, auf dem Friedhof der evangelischen Emmaus-Gemeinde.

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