Prozess startet

Handybetrug in großem Stil: „Masche“ soll in 30 Fällen gezogen haben

Verdacht auf Betrug: Ein 26-jähriger Werler muss sich vor Gericht verantworten.
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Verdacht auf Betrug: Ein 26-jähriger Werler muss sich vor Gericht verantworten.

Statt um Funkzellen geht es womöglich eher in Richtung Gefängnis-Zellen: Ein Werler muss sich ab Mittwoch, 4. August, vor dem Landgericht Detmold verantworten. Ihm wird Handybetrug in großem Stil und eine uneidliche Falschaussage vorgeworfen.

Werl/Detmold - Um 9 Uhr beginnt vor der Wirtschaftsstrafkammer der Prozess gegen den 26-jährigen Werler und einen mitangeklagten Kompagnon (45) aus Lage.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, im September 2017 in 19 Fällen gewerbsmäßigen Betrug begangen zu haben. Die Masche habe darin bestanden, dass beide über eine vom Mitangeklagten gegründete GmbH „online oder vor Ort Mobilfunkverträge abgeschlossen hätten; dies von vornherein in der Absicht, die Gebühren nicht zu bezahlen und das im Rahmen des jeweiligen Vertragsverhältnisses erhaltene hochwertige Mobiltelefon für jeweils 400 Euro weiterzuverkaufen“, so heißt es in der Prozessankündigung. 7 600 Euro seien so geflossen, die Beute sollen die beiden Angeklagten unter sich aufgeteilt haben.

Insolvenzverschleppung wird geprüft

Zudem soll der Mitangeklagte im Zusammenhang mit der Gründung der GmbH gegenüber dem Amtsgericht Lemgo „eine falsche eidesstattliche Versicherung hinsichtlich der Zahlung der Stammeinlage in Höhe von 25 000 Euro abgegeben“ und sich darüber hinaus der Insolvenzverschleppung schuldig gemacht habe. Die GmbH habe „keinerlei Geschäftsbetrieb geführt, habe über keine Einnahme verfügt und sei von Anfang an zahlungsunfähig gewesen“, lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft gegen den Mann aus Lage. Der gesetzlichen Verpflichtung, einen Insolvenzantrag für die GmbH zu stellen, sei er nicht nachgekommen.

Vorwurf der „uneidlichen Falschaussage“

Es gibt aber auch noch weitere Vorwürfe gegen den Werler. Dem Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft vor, die zuvor geschilderte „Masche“ auch über eine gesondert verfolgte weitere Angeklagte und eine von ihr gegründete GmbH im Zeitraum Februar/März 2017 in elf Fällen angewandt zu haben. Die aus den abgeschlossenen und nicht bezahlten Mobilfunkverträgen erhaltenen iPhones 7 im Wert von rund 700 Euro pro Stück habe der Angeklagte aus Werl für 400 Euro pro Stück weiterveräußert, so heißt es in der Prozessankündigung. Zudem habe der Werler im Rahmen der Hauptverhandlung gegen jene Angeklagte dem Jugendschöffengericht Detmold im Oktober 2018 „uneidlich falsch ausgesagt“.

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