Hakenkreuze in Fahrzeuge geritzt

+

SÖNNERN - „Ist geritzt“ sagt der Volksmund, wenn etwas gut läuft und alles in Ordnung ist. Nichts läuft mehr gut allerdings bei einer Sönneranerin, die völlig entsetzt ist. Drei Mal innerhalb kurzer Zeit nämlich ist in die Motorhaube ihres Wagens sowie die ihrer Söhne ein Hakenkreuz geritzt worden.

Die Mutter vermutet einen gezielten Akt – und auch die Polizei geht davon aus, so Pressesprecher Frank Meiske. Denn jetzt ist die Sönneranerin zur Polizei gegangen und hat die Fälle angezeigt.

Die Polizei hat die Vorfälle nun auch an den Staatsschutz in Dortmund weitergeleitet. „Dort wird geprüft, ob es sich um eine Propaganda-Delikt handelt“, sagt Meiske. Denn die Verbreitung von verfassungswidrigen Abzeichen, und dazu zählen Hakenkreuze, ist über die reine Sachbeschädigung hinaus verboten. Nun wird geprüft, ob die Sachbeschädigungen an drei Fahrzeugen einen politischen Hintergrund haben und politisch motiviert sind.

Die Mutter kann sich die Übergriffe nicht erklären. Es habe zwar auch schon früher Sachbeschädigungen an Autos ihrer Familie gegeben, zum Beispiel wurde ein Bierglas auf das Auto des Sohnes geworfen. Aber was nun hinter den neuen Vorfällen steckt, ist ihr ein Rätsel – eines, was ihr Sorgen macht. „Ich habe Angst, was nun als nächstes kommt.“.

Nach dem Schützenfest in Sönnern war das erste Hakenkreuz auf der Motorhaube des Wagens des Sohnes entdeckt worden. In der Nacht zum Dienstag dieser Woche dann gab es zwei weitere Hakenkreuze auf dem Wagen der Mutter und dem eines weiteren Sohnes. „Das scheint gezielt gegen die Familie zu gehen“, sagt Polizeisprecher Meiske. „Warum auch immer.“

Fakt ist: Weitere Fälle solcher Sachbeschädigungen seien nicht bekannt. Ein purer Zufall, dass alle beschädigten Fahrzeuge, an unterschiedlichen Standorten in Sönnern abgestellt, zu einer Familie gehören? Daran glaubt auch die Polizei nicht. Aber auch bei der Zeugenaussage des Opfers habe es keine Erklärung gegeben, warum da jemand die Familie aus Sönnern schikaniert. Den Sachschaden im jüngsten Fall schätzt die Polizei auf 300 Euro.

Sie sucht nun Zeugen. Hinweise bei der Polizei unter der Rufnummer 91000. - bus

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.