Vorfall in der JVA Werl

Häftling (30) schlägt und beißt Justizvollzugsbeamte

Symbolbild Gewalt: Geballte Faust
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Elf Monate länger in Haft bleiben muss ein 30-jähriger JVA-Insasse. Er hatte Bedienstete der Justizvollzugsanstalt Werl tätlich angegriffen.

Elf Monate länger in Haft bleiben muss ein 30-jähriger JVA-Insasse. Er hatte Bedienstete der Justizvollzugsanstalt Werl tätlich angegriffen.

Werl - Bevor die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift vortragen konnte, musste erst einmal das Geburtsdatum des Angeklagten ermittelt werden. Drei unterschiedliche lagen den Beteiligten vor. Der Beschuldigte klärte den Sachverhalt schließlich auf.

 Am 31. August des vergangenen Jahres kamen zwei Beamte der JVA in die Zelle des 30-Jährigen und teilten ihm mit, dass er sich nicht ordnungsgemäß zur Freistunde gemeldet hatte. Sie sagten ihm, dass er noch bis zur Pause warten solle, die Beamten würden ihm dann den Freigang ermöglichen.

Aggressiv in der Zelle randaliert

Daraufhin sei der Häftling sehr aufgebracht gewesen. Er sei in seiner Zelle aggressiv geworden und randalierte. Der Angeklagte räumte Regale ab und kam plötzlich mit erhobenen Fäusten auf die Beamten zu. Er versuchte, die Beamten zu schlagen, und spuckte sie an. Die beiden Beamten hatten Probleme, den Insassen in Griff zu bekommen.

Er wehrte sich mit allen Kräften. Dabei versetzte er den Beamten eine Kopfnuss und biss sie in den Arm. Die Bediensteten lösten Alarm aus. Mit mehreren Personen konnten sie den 30-Jährigen fixieren. Er bekam einen Spukschutz angelegt. Trotzdem gab er nicht auf und wehrte sich weiterhin. Dabei beleidigte er die Beamten. Der Insasse wurde in eine besonders gesicherte Zelle gebracht. Die Beamten kamen mit Prellungen und Schürfwunden davon.

Ende April dieses Jahres zündete der Angeklagte zudem Müll in seinem Haftraum an. Wie er den Beamten mitteilte, wollte er sich mit dem verkohlten Plastikmüll tätowieren.

Vorstrafenliste ist lang

Der Mann ließ über einen Dolmetscher mitteilen, dass die Beamten ihn anggeriffen hätten. Minuten später konnte er sich an nichts mehr erinnern, was seinen Verteidiger verwunderte. „Wir haben doch beim Gespräch in der JVA was anderes abgesprochen“, ließ der Anwalt seinem Mandanten wissen.

Doch dieser blieb bei seiner Meinung. „Ich muss das jetzt zur Kenntnis nehmen. Ja, dann weiß ich auch nicht weiter“, äußerte sich der Verteidiger weiter. Wegen Diebstahls, unerlaubter Einreise, Besitz von Betäubungsmitteln und Körperverletzung sitzt der Mann noch eine zweijährige Haftstrafe bis Ende August des kommenden Jahres ab. Die Richterin verlängerte den Aufenthalt in der JVA in ihrem Urteil um weitere elf Monate.

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