Es ging um ein Telefonat

Drei JVA-Angestellte verletzt: Häftling beißt zu 

+
Angestellte der JVA Werl wurden von einem Häftling angegriffen und verletzt.

Werl  - Weil ein Strafgefangener der Werler Justizvollzugsanstalt (JVA) nicht sofort telefonieren durfte, rastete er aus und griff mehrere Bedienstete an. Zwei von ihnen wurden durch Bisse verletzt. Eine weitere Kollegin erlitt Verletzungen am Arm.

So schildert JVA-Leiter Thomas König auf Anfrage einen Vorfall, der sich bereits am Mittwoch ereignet hatte, und bestätigte Anzeiger-Informationen über einen Angriff auf Angestellte des Gefängnisses.

Zu dem Vorfall sei es gekommen, als der Häftling gegen 15 Uhr von zwei JVA-Mitarbeitern vom Duschen zurück in seinen Haftraum gebracht werden sollte. „Er bat darum, ein umgehendes Telefonat zu führen. Als er darauf hingewiesen wurde, dass er dafür einen Antrag mit Begründung stellen muss, reagierte er ausgesprochen aggressiv“, berichtet König. 

Trotz Beruhigungsversuchen habe er zu einem Faustschlag ausgeholt. Außerdem habe er durch Beißen zwei Kollegen verletzt. Mit Unterstützung weiterer Angestellter habe man den Strafgefangenen schließlich unter Kontrolle gebracht. 

Angestellte noch nicht wieder im Dienst

Der Gefangene sei daraufhin in einen verstärkt gesicherten Haftraum gebracht worden, in dem sich keine gefährdenden Gegenstände befinden und der kameraüberwacht ist, so König. Hierbei habe er sich weiter zur Wehr gesetzt und eine weitere Bedienstete am Arm verletzt. Alle drei Verletzten seien nach der Erstversorgung ins Krankenhaus gebracht worden und noch nicht wieder im Dienst. 

JVA stellt Strafanzeige

Der Einsatz von Rettungswagen sei aber nicht nötig gewesen. Auch die Polizei sei nicht hinzugerufen worden. Wegen des Übergriffs gegen Bedienstete werde Strafanzeige gestellt, sagt König. 

Häftling bereits mehrfach aufgefallen

Der Häftling sei in dieser Hinsicht auch in anderen Anstalten bereits mehrfach auffällig geworden. Haftgrund sei eine Freiheitsstrafe von einem Jahr wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Hinzu kämen noch mehrere Restfreiheitsstrafen wegen Bandendiebstahls, Unterschlagung und Diebstahls. 

Haft sollte im Februar 2021 enden

Zuletzt habe er bereits am 10. Juli mehrere Bedienstete „aus nichtigem Anlass“ angegriffen, so König. Deswegen war er seitdem bereits alleine und in einem spärlich eingerichteten „Schlichthaftraum“ untergebracht. Strafende wäre eigentlich der 28. Februar 2021 gewesen. Doch daraus wird wohl nun nichts mehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare