Nach neuen Monaten noch unklar

Die Flucht des Daniel V.: Haben JVA-Beamte Fehler gemacht?

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Die Justiz prüft noch immer, ob zwei Beamte der JVA Werl bei der Flucht eines Sicherungsverwahrten im März in Bad Salzuflen Fehler gemacht haben.

Auch fast neun Monate nach der Flucht des Sicherungsverwahrten Daniel V. gibt es noch keine Entscheidung darüber, ob die begleitenden Beamten mit disziplinarrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. „Das Ermittlungsverfahren dauert noch immer an“, sagt die Sprecherin der JVA, Verona Voigt.

Werl - Dass sich das Verfahren so lange hinziehe, hänge auch mit den Fristen für die Beantwortung von Stellungnahmen zusammen, erläutert die Justizsprecherin auf Anfrage. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass die Entscheidung darüber, ob die Beamten sich fehlerhaft verhalten haben oder nicht, erst 2020 gefällt wird. Bis dahin geht auch für die Betroffenen das Warten weiter.

Der als gefährlich eingestufte Sicherungsverwahrte V. hatte am 20. März eine Ausführung aus der JVA Werl zur Flucht genutzt. Bei einem begleiteten, aber erstmals ungefesselten Ausgang war er den beiden begleitenden Beamten der JVA Werl im Elternhaus in Bad Salzuflen entwischt. V. hatte sich demnach im Badezimmer eingeschlossen, flüchtete durchs Fenster und entkam mit dem Auto der Eltern. 

Es gebe ausreichend Anhaltspunkte dafür, dass die Beamten ihrer Verpflichtung „nicht in ausreichendem Maße nachgekommen sind“ hatte Dr. Marcus Strunk, Sprecher der Landesjustizvollzugsdirektion, unmittelbar nach der Flucht gesagt. Klar sei: Eine solche Flucht „darf nicht passieren, dafür waren die beiden ja dabei.“ Gleichwohl komme das dienstaufsichtsrechtliche Verfahren nicht einer Vorverurteilung gleich. Es gelte zu hinterfragen, ob und welche Fehler die Beamten gemacht haben. 

Nach monatelanger Flucht war V. vor einigen Wochen in Serbien gefasst worden, nachdem er in Serbien erneut straffällig geworden sein soll. Er soll einen Raub begangen haben. Daher sitzt der 32-Jährige dort in Untersuchungshaft

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