Grundschulschließung in Werl noch nicht erforderlich

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WERL ▪ „Kleinere Grundschulen ja, Zwergschulen nein.“ Auf diesen Nenner lässt sich das Vorhaben der Landesregierung bringen, die trotz sinkender Schülerzahlen ermöglichen möchte, dass alle Kommunen möglichst eigene Grundschulen behalten.

Für die nächste Zeit bis zum Schuljahr 2015/16 ist eine Schulschließung in Werl nicht erforderlich.

Das ist dem aktuellen Schulentwicklungsplan (SEP) zu entnehmen ist. Er listet auf, dass die Zahl der Grundschüler von 1 382 im Jahr 2010/11 auf 1 156 im Jahr 2015/16 zurückgeht, was einem Rückgang von rund 16 Prozent bedeutet. Die Zahlen sind deshalb recht genau, weil diese zukünftigen Grundschüler heute schon geboren sind. Nach Berechnungen der Verwaltung reduziert sich die Zügigkeit von 14,4 auf 12,1 Züge.

Dieser Rückgang ist aus Sicht der Verwaltung schon als erheblich zu bezeichnen, nicht aber als dramatisch. Und weiter heißt es: „Aufgrund der Schülerzahlenentwicklungen der einzelnen Schulen ist keine Grundschule in ihrem Bestand gefährdet.“

Die Prognose für die Grundschulen in der Kernstadt, also die Norbert-, Petri-, Paul-Gerhardt- und Walburgisschule, geht davon aus, dass die Zahl der Schüler von 924 auf 804 im Jahr 2015/16 zurück geht. Die Zahl der Züge sinkt ebenfalls, und zwar von 9,6 auf 8,4.

Die Schülerzahlen in den Ortsteilen – ohne die Carl-Orff-Schule in Hilbeck, die als Nebenstelle von der Stadt Hamm geschlossen wird – gehen von 332 auf 289 zurück. Die Zügigkeit der Marien- und St. Josefschule geht von 3,5 auf 3,0 zurück.

In der zusammenfassenden Betrachtung heißt es: „Bei den Grundschulen wird es bis zum Ende des Prognose-Schuljahres 2015/16 durch den Rückgang der Schülerzahlen um insgesamt 16 Prozent durchaus Veränderungen geben. Zusammengefasst ergibt die Prognose für Grundschulen in Werl das folgende Bild: Der Schülerrückgang ist beträchtlich, hat aber noch keine aus pädagogischer Sicht schulorganisatorischen Maßnahmen zur Folge. Die meisten Schulen verlieren einen Zug oder können ein- oder zweizügig fortgeführt werden.“

Für die Zeit nach 2016 gibt der SEP heute schon zu bedenken: „Sollte sich nach 2016 ergeben, dass auf den einen oder anderen, mit Bedacht gewählten Grundschulstandort verzichtet werden müsste, so bliebe auch in einem solchen Fall ein umfassendes, wohnungsnah erreichbares Grundschulangebot erhalten.“

Den SEP, so Abteilungsleiterin Sabine Blome, schreibt die Stadt in diesem Frühjahr fort und legt ihn der Politik zur Beratung vor.

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