Grünen-Antrag abgelehnt

Stadt will Tierfriedhof nicht betreiben

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Wenn ein geliebtes Tier stirbt, trauern Menschen. Dieser Trauer wollen die Grünen einen Ort geben. Die Stadt aber winkt ab.

Die Grünen können statt der Tiere ihre Idee beerdigen – oder müssen noch eine Schippe drauflegen, indem sie einen Privatbetreiber finden. Der Kommunalbetrieb sieht zumindest im Antrag der Grünen-Fraktion zur „Errichtung eines Tierfriedhofs“ keine städtische Aufgabe.

Werl – Das geht aus einer Antwort hervor, die der Politik am Dienstagabend im Betriebsausschuss (18 Uhr im Rathaus) vorgelegt wird. Die Grünen hatten Anfang Oktober die Prüfung beantragt, ob und wie ein Friedhof für Tiere in Werl umgesetzt werden kann. 

Also forschte der Kommunalbetrieb (KBW) nach. „Eine Recherche zeigt, dass in näherer Umgebung für Tierbestattungen/Tierkremierungen vielfältige Leistungen angeboten werden“, teilt nun der Leiter des Kommunalbetriebs, Franz Josef Büker, mit. Anbieter seien zum Beispiel der Tierfriedhof „Schmiedegrund“ in Bad Sassendorf-Beusingsen und die Tierbestattung Stadler in Hamm, mit eigenem Krematorium. Einen weiteren Anbieter gebe es unter anderem in Dortmund-Kley, Zeche Oespel 1, an der Stadtgrenze von Bochum, schon seit 1986. 

„Diese Einrichtungen werden privat betrieben“, so der KBW. Das Fazit: Die Tierbestattung sei keine kommunale Aufgabe. „Ein Tierfriedhof in Werl sollte – wenn gewünscht – privat errichtet und betrieben werden.“

Die Grünen hatten die Tiefriedhof-Prüfung unter anderem mit dem steten Wandel im Bestattungswesen begründet; das sei auch Spiegel der Gesellschaft. „Viele Menschen besitzen Haustiere, mit denen sie viele Jahre verbracht haben“, hieß es im Antrag. Tiere seien für viele Menschen Gefährten, Begleiter und Freunde. „Ohne sie wäre die Welt ärmer und viele Menschen einsamer.“ Der Tod eines Tieres sei für viele Besitzer ein großer Verlust, so die Ratsherren Reinhard Scheer und Thomas Schulte. 

Daher sei der Wunsch von Menschen gerechtfertigt, einen Ort der Trauer und des Gedenkens für ihre nicht menschlichen Gefährten zu bekommen. „So liegt die Idee nahe, das Tier auf einem entsprechenden Tierfriedhof zu beerdigen.“ 

Wer einen Garten hat, darf sein Tier auch dort vergraben; dann muss es so vergraben werden, dass es mit einer mindestens 50 Zentimeter starken Erdschicht bedeckt ist. In unmittelbarer Nähe öffentlicher Wege und Plätze ist eine Tierbestattung nicht zulässig. Und: Längst nicht jeder hat einen eigenen Garten. 

Die Grünen hatten auch auf die Überlegungen verwiesen, eine Hundewiese einzurichten. Die ausgesuchte Fläche am Bahndamm westlich des Schulzentrums sei durch ihre Größe in der Lage, „beide Anliegen gemeinsam zu verwirklichen“, Hundewiese und Tierfriedhof. Dadurch ergäben sich zudem Synergieeffekte, wie die Nutzung von Bänken und Parkplätzen, „Die Stadt Werl hat hier die Gelegenheit, zwei Anregungen sinnvoll miteinander zu verknüpfen und den Bürgern ein Angebot zu machen, welches in anderen Städten große Zustimmung erfährt“, hatten die Grünen geschrieben.

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