Unterversorgte Gebiete

Glasfaser-Ausbau: Schnelles Internet für 5200 Haushalte in Werl

So wie hier an der B63 im August in Hilbeck könnte es bald auch in einzelnen Regionen des Werler Stadtgebietes aussehen.
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So wie hier an der B63 im August in Hilbeck könnte es bald auch in einzelnen Regionen des Werler Stadtgebietes aussehen.

Die Deutsche Glasfaser bewirkt aktuell Ausbaupläne in einzelnen Regionen des Werler Stadtgebietes, genauer gesagt in Oberbergstraße, Sönnern, Werl-Ost, Werl-West und Westönnen. 

Werl - Informationen wurden bereits an die Briefkästen der betroffenen Haushalte verteilt, mit Hinweisen der Stadt Werl, die mit dem Unternehmen aus Borken einen Kooperationsvertrag geschlossen hat, und der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung.

„Damit werben wir nicht für dieses Unternehmen, sondern wollen die Werler nur darauf hinweisen, dass in diesen Tagen wirklich Mitarbeiter der Deutschen Glasfaser von Tür zu Tür gehen und dass sie ihnen auch keine Kupferkabel als Glasfaserkabel verkaufen wollen“, betont Adrian Gruschka, Geschäftsführer der GWS. Schließlich ist Vorsicht geboten, da sich öfters Betrüger als Mitarbeiter von Telekommunikationsunternehmen ausgeben, um sich Zutritt zum Haus und somit zu Bargeld und Wertgegenständen zu verschaffen.

Glasfaser-Ausbau in Werl: Berater gehen von Tür zu Tür

In der vergangenen Woche waren die Haushalte bereits zu Info-Veranstaltungen in der Stadthalle und der Schützenhalle Westönnen eingeladen. Beide Male seien nur rund 50 Personen gekommen. Angesprochen sind aber circa 5200 Haushalte. 40 Prozent davon, also in etwa 2000 Haushalte, müssen bis zum Stichtag am 18. Dezember einen Vertrag abgeschlossen haben, damit die Glasfaser die Bagger anrollen lässt. In Büderich hat dies geklappt, dort ist die Deutsche Glasfaser gerade mit der Verlegung der Leitungen in die Haushalte beschäftigt.

Um die übrigen 5100 zu erreichen, greift die Glasfaser zu zwei Werkzeugen. Das eine sind eben die Mitarbeiter, die schon jetzt nachmittags von Haus zu Haus gehen – alternativ kann man aber auch direkt einen Termin vereinbaren. „Unsere Berater können sich ausweisen, es handelt sich auch um keine Drückerkolonne – wer kein Interesse hat, muss nicht befürchten, bedrängt zu werden, sondern wird umgehend aus unserer Datenbank gelöscht“, versichert Projektmanager René Fuchs.

Zum anderen hat die Deutsche Glasfaser an der Adresse Bahnhofstraße 11 in Werl ein leer stehendes Ladenlokal angemietet.

Dienstags bis freitags ist es von 14 bis 19 Uhr und samstags von 9.30 bis 15 Uhr zur Beratung geöffnet. „Wenn genügend Verträge zusammenkommen, wird es danach in ein Projektbüro verwandelt“, kündigt Fuchs an. „Für Beratungen ist es dann aber nur noch ein- bis zweimal wöchentlich geöffnet.“

Wie die Pläne zeigen, handelt es sich um Stadtgebiete, die die Innenstadt U-förmig umschließen und die bislang nicht erschlossen oder gefördert wurden, weshalb sich die deutsche Glasfaser nun ihrer annimmt. 40 Prozent aller Bewohner in diesen Zonen müssen einen Vertrag abschließen, damit der Ausbau beginnen kann. Sollte diese Quote nicht erreicht werden, haben jene, die bereits unterschrieben haben, damit jedoch nicht die Katze im Sack gekauft: Bei Nichtzustandekommen des Ausbaus sind auch die Verträge hinfällig.

Glasfaser-Ausbau in Werl: Bis Ende 2022 sollen alle Kunden am Netz sein

Bis die Neukunden mit hohen Geschwindigkeiten surfen und in Full HD streamen können, wird es noch etwas dauern: Nach der Prüfung geht es zunächst in die Planungs- und dann erst in die Bauphase.

Die Prüfung aller Verträge (unter anderem hinsichtlich etwaiger Dopplungen, Schufa-Einträge und ob sie tatsächlich in die betreffenden Gebiete gehören) dauere nur circa eine Woche, so Fuchs. Die anschließende Planungsphase nehme erfahrungsgemäß sechs bis acht Wochen in Anspruch. In diesen Zeitraum wird der Netzplan erstellt, werden Flächen aufgekauft, auf denen für jedes der vier Gebiete ein Hauptverteiler platziert wird. Fuchs: „Und die sind in etwa so groß wie eine Garage“, brauchen sie also schon etwas Platz. Wie so ein Verteiler aussieht, kann man am Friedhof in Büderich sehen.

Danach werde es während der eigentlichen Bauzeit wohl ein Jahr dauern, bis auch der letzte Haushalt am Netz ist – sofern Faktoren wie ein strenger Winter, der Tiefbauarbeiten unmöglich macht, für keine Verzögerungen sorgen.

Die gute Nachricht: Die Haushalte werden für den Ausbau nicht zur Kasse gebeten, müssen neben dem monatlichen Beitrag nur einen zweistelligen Betrag für den Besuch des Technikers zahlen, der die Hardware im Haus anschließt. Es sei denn, sie entscheiden sich erst deutlich nach dem Stichtag dazu, wenn dafür doch eigens wieder die Straße aufgerissen werden muss. Dafür fällt noch einmal ein hoher dreistelliger Betrag an.

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