Verlegung von Rösner kommt "nicht in Betracht"

Geiselgangster sehen sich nicht im Werler Knast wieder

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Schreckliches Szenario: Dieter Degowski (links) und Hans-Jürgen Rösner während der Gladbecker Geiselnahme im August 1988.

Werl - Schon länger gibt es Gerüchte über eine Wiedervereinigung der „Gladbecker Geiselgangster“ in der JVA Werl. Dieter Degowski verbüßt hier seine Freiheitsstrafe, sein damaliger Kompagnon Hans-Jürgen Rösner könnte nun nach Werl kommen, weil hier die Sicherungsverwahrung für NRW konzentriert wird.

So wird es aber nicht kommen, teilt das NRW-Justizministerium auf Anzeiger-Anfrage mit. Aufgrund der „Tätertrennung“ komme eine Verlegung Rösners in die JVA Werl „nicht in Betracht“, sagt Detlef Feige, Pressesprecher des Justizministeriums. Rösner wurde im Nachgang des „Gladbecker Geiseldramas“ am 22. März 1991 unter anderem wegen Mordes und erpresserischen Menschenraubes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Wegen der „besonderen Schwere der Schuld“ wurde 2003 die Mindestverbüßungsdauer auf 26 Jahre festgesetzt, „sodass als frühester Entlassungszeitpunkt aus der Strafhaft der 27. Februar 2016 in Betracht gekommen wäre“ , so Feige. Im Anschluss an die Freiheitsstrafe sei die Vollstreckung von Sicherungsverwahrung notiert. Wegen der lebenslangen Freiheitsstrafe werde er diese aber nicht antreten müssen, „die Voraussetzungen für die Bewährungsaussetzung der lebenslangen Freiheitsstrafe und jenen der Aussetzung der Maßregel sind praktisch identisch“. 

Rösner sei in der JVA Aachen auf einer besonderen Behandlungs- und Motivationsabteilung für Strafgefangene mit Anschluss-SV untergebracht. „Das vollzugliche Verhalten des Gefangenen ist im Wesentlichen beanstandungsfrei“, teilt das Ministerium mit. Im Herbst 2015 habe er „unter hohen Sicherungsvorkehrungen“ erstmals eine Ausführung zum Erhalt der Lebenstüchtigkeit erhalten. Aber: „Eine Entlassungsperspektive zeichnet sich gegenwärtig nicht ab.“

"Realistische Entlassungsperspektive" 

Bei Degowski ist das anders. Er verbüßt in der JVA Werl seit 1992 eine lebenslange Freiheitsstrafe unter anderem wegen Mordes. Wegen der besonderen Schwere der Schuld galt eine Mindestverbüßungsdauer von 24 Jahren; damit war 2013 frühester Entlassungszeitpunkt. Die danach von der Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Arnsberg angemahnten Lockerungen zugunsten Degowskis werden schon seit längerem umgesetzt. Aufgrund der Expertise eines Sachverständigen habe er eine „realistische Entlassungsperspektive“. Auch unbegleitete Ausgänge hat er mittlerweile gewährt bekommen, „die alle bis heute beanstandungsfrei abgewickelt worden sind“, sagt Feige. Wann es zu einer Entlassung Degowskis kommen kann, „steht allerdings noch nicht fest“.

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