Ein Funken Hoffnung bleibt

Geldautomaten geknackt und Imbiss verwüstet: Staatsanwaltschaft stellt Verfahren ein

Die Sparkassen-Automaten an der Unnaer Straße in Werl wurden im September 2019 genackt. Inzwischen hat die Sparkasse den Standort aufgegeben.
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Die Sparkassen-Automaten an der Unnaer Straße in Werl wurden im September 2019 genackt. Inzwischen hat die Sparkasse den Standort aufgegeben.

Spuren hinterließen die Täter beim Knacken der beiden Geldautomaten im Werler Westen im September 2019 reichlich. Aber sie reichten letztlich nicht, um die Täter zu überführen. Das Verfahren wurde eingestellt, wie Oberstaatsanwalt Thomas Poggel jetzt auf Anfrage mitteilte. Immerhin: Aus Sicht der Ermittler bleibt ein kleiner Funken Hoffnung.

Werl - In der Nacht auf den 9. September 2019 waren die zwei Geldautomaten der Sparkasse an der Unnaer Straße gewaltsam geöffnet worden. Der oder die Täter seien über ein Dachfenster in die ehemalige Sparkassen-Filiale gelangt, hieß es damals von Seiten der Polizei. Von dort gelangten die Täter in den abgetrennten Raum mit den Geldautomaten, indem sie ein Loch in die Decke schnitten.

Von hinten gingen sie die Geräte an. Sprengstoff sei dabei aber nicht verwendet worden. Erbeutet wurde eine hohe Summe Bargeld, über die genaue Höhe machte die Sparkasse keine Angaben. Hoch war auch der Sachschaden. Er wurde von der Sparkasse auf mehr als 100 000 Euro geschätzt. Verwüstet wurde zudem das „Pamukkale-Grillhaus, das sich in der ehemaligen Sparkassen-Filiale befindet.

Imbiss mit Löschschaum verwüstet

Die Täter schnitten vom Raum mit den Automaten ein Loch in die angrenzende Wand zum Lagerraum des Grills und versprühten dort den Inhalt eines Feuerlöschers, offenkundig zum Verwischen von Spuren. Das Pulver verteilte sich auch im angrenzenden Flur und im Grill selber. Dadurch wurden alle Lebensmittel untauglich. Offenbar suchten die Einbrecher auch im Grill nach Geld und bedienten sich zudem an der Getränketheke.

Der oder die Täter unterbrachen gegen 0 Uhr die Stromzufuhr zum Gebäude. Videomaterial von der Tat gibt es nicht, weil die Einbrecher nicht in das Blickfeld der Überwachungsanlagen gerieten. Auch ein Zusammenhang mit einem ähnlichen Fall aus April 2019 konnten die Ermittler nicht herstellen. Damals wurde in der selben Filiale ein Geldautomat geknackt. Wie jetzt auch wieder hieß es schon damals von Seiten der Staatsanwaltschaft: „Das Verfahren wurde eingestellt, die Täter wurden nicht ermittelt.“

DNA-Spuren beim BKA gespeichert

Bei der Tat im September 2019 seien vor Ort DNA-Spuren sichergestellt worden, erläuterte Poggel. Diese wurden mit der DNA von Schuldigen in vergleichbaren Fällen abgeglichen. Einen Treffer habe es dabei aber nicht gegeben. Um welche Art von Spuren es sich handelt, wollte Poggel aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht verraten. Die Spuren seien in die zentrale DNA-Analyse-Datei (DAD) des Bundeskriminalamtes eingespeist worden. Sollte dieselbe DNA in den kommenden Jahren an einem anderen Tatort gefunden werden, könnte das ein Grund sein, die Ermittlungen im Werler Fall wieder aufzunehmen.

Solange die Tat nicht verjährt, besteht also noch ein wenig Hoffnung, dass der oder die Täter gefunden werden. Ein besonders schwerer Fall von Diebstahl sei in der Regel nach fünf Jahren verjährt, sollte es sich um Bandendiebstahl handeln, verlängere sich die Frist auf zehn Jahre, so Poggel.

Sparkasse gibt Standort auf

Im Werler Westen würden die Automatenknacker ihr Glück allerdings vergeblich versuchen. Die Sparkasse hat den SB-Standort wenige Monate nach der Tat aufgegeben.

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