CDU geht auf Distanz zum Bau der Bahnunterführung

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Jahrzehnte geplant, am Ende vermutlich unbezahlbar: Die Bahnunterführung Langenwiedenweg wird (vorläufig) nicht gebaut.

WERL ▪ Die CDU geht auf Distanz zur Bahnunterführung Langenwiedenweg – noch mit angezogener Handbremse, aber doch mit deutlichen Aussagen des Fraktionschefs Gerd Beul. Man habe „Zweifel an der zeitnahen Realisierungsmöglichkeit der Bahnunterführung“, sagt Beul auf Anzeiger-Anfrage.

Dabei sei das Abrücken allein der Finanzierungsmöglichkeit geschuldet. „Der Preis dafür darf nicht zu hoch sein“, fordert Beul. Und: „Derzeit können wir uns das nicht leisten.“ Wenn die Stadt beim Bau der Bahnunterführung für zwei oder mehr Jahre keine andere Investition tätigen könne, „dann geht das nicht“, sagte Beul. Genau das aber gilt als unstrittig: dass die Stadt beim Bau der Unterführung über einen längeren Zeitraum kein Geld für andere Maßnahmen hätte. Der Eigenanteil der Stadt liegt schließlich bei rund drei Millionen Euro.

Sofort ganz kippen will die CDU das Projekt aber dennoch nicht. Zunächst solle man die jahrzehntelange Planung nun abschließen, damit zumindest das Paket geschnürt ist. Dann werde bis zur Baumöglichkeit ohnehin noch einige Zeit vergehen. Dann erst sei anhand der Finanzdaten endgültig zu entscheiden: „Können wir uns das leisten oder nicht?“ Wenn man jetzt schon Fakten schaffe, „würde das nur auf Vermutungen hin passieren.“ Allerdings sei sehr realistisch, dass Werl auch in der näheren Zukunft finanziell nicht viel besser dastehen wird.

Die CDU lässt nicht unerwähnt, dass man den Bau „im Interesse unserer Infrastruktur nach wie vor für erforderlich“ hält. Es gehe aber finanziell nicht mehr nur darum, ob Werl seinen Anteil schultern könne, sondern auch dürfte. Denn da rede die Kommunalaufsicht viele Wörter mit. Insgesamt zeigt sich die CDU bemüht, die endgültige Entscheidungsreife zur Unterführung in die Zukunft zu schieben.

Zuletzt hatte sich neben der CDU nur noch die SPD hinter den Bau der Bahnunterführung gestellt. Die Bürgergemeinschaft war schon vor einigen Jahren umgeschwenkt. Nun steht nur noch von der SPD das uneingeschränkte Ja zur Unterführung im Raum – weit abseits aller Mehrheiten im Rat.

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