Nach Odyssee durch Europa

Gefährlicher Sicherungsverwahrter stellt sich nach Flucht - Daniel V. zurück in der JVA Werl 

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Der Sicherungsverwahrte Daniel V. ist rund 18 Monate nach der Flucht am Mittwoch in die JVA Werl zurückgekehrt.

Nach einer Odyssee durch mehrere europäische Länder kehrt ein flüchtiger Sicherungsverwahrter in die Justizvollzugsanstalt Werl zurück: Daniel V. hat sich in Begleitung seiner Eltern am Dienstag den Justizbehörden gestellt.

  • Daniel V. ist zurück in der JVA Werl.
  • Der Sicherungsverwahrte floh im März 2019 bei einem Ausgang.
  • Nach eineinhalb Jahren Flucht hat Daniel V. jetzt gestellt.

Werl – Daniel V. ist zurück in der JVA Werl. Das teilte JVA-Leiter Thomas König auf Anfrage unserer Redaktion mit. Damit endet eine fast eineinhalbjährige Flucht des als gefährlich eingestuften mittlerweile 33-Jährigen, der am 20. März 2019 bei einer ungefesselten Ausführung in sein Elternhaus in Bad Salzuflen getürmt war. 

Zwischenzeitlich hatte V. eine Haftstrafe in Serbien von 60 Tagen verbüßt, nachdem er ein Auto seines Onkels gestohlen und auch in eine körperliche Auseinandersetzung geraten sein soll. Bei der Festnahme soll er zwei Messer und Marihuana bei sich gehabt haben, zudem ein gestohlenes IPhone. Am 23. März dieses Jahres war er in Serbien aus der Haft entlassen worden und befand sich auf freiem Fuß. 

Flucht des Daniel V.: Über Serbien nach Ungarn - erneute Festnahme

Daraufhin hat V. sich auf dem Landweg den Weg nach Ungarn gemacht, wo er aufgrund es europäischen Haftbefehls an der Grenze festgenommen wurde.

In Ungarn wurde er bis Ende Juli behördlich verwahrt. Weil aber die Ungarn die Sicherungsverwahrung als Vollstreckungsform nicht kennen, entließen auch sie den Mann wieder in die Freiheit. 

Daniel V. verbringt Nacht im Elternhaus in Bad Salzuflen

Mit einem Pkw und wohl in Begleitung eines Bekannten reiste V. Anfang August über Österreich nach Deutschland ein, meldete sich bei seinen Eltern in Bad Salzuflen und verbracht die Nacht zum 4. August dort. Danach meldete er sich bei der Kanzlei seines Rechtsanwalts und beendete damit die Flucht. V. ließ sich festnehmen und verbrachte eine Nacht in Polizeigewahrsam. 

Nach den erkennungsdienstlichen Maßnahmen wurde er am Mittwoch von der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede abgeholt und zurück in die JVA Werl gebracht. Mittlerweile ist er dort eingetroffen. Dort, so König, wird der 33-Jährige zunächst für 14 Tage in Corona-Quarantäne kommen; dafür gibt es ein gesondertes Zimmer. Dann wird er ein neues Zimmer in der Sicherungsverwahrung der JVA Werl beziehen. Das alte Zimmer war aufgelöst worden. 

Daniel V. aus der JVA Werl: Flucht bei ungefesseltem Ausgang

Die JVA wird nun entscheiden müssen, wie sie mit V. verfährt. Natürlich, so Leiter Thomas König, werde man nicht einfach an die damals gewährten Lockerungen zur Vorbereitung auf die Freiheit anknüpfen. Vor gut 18 Monaten hatte V. diese Lockerungen zur Flucht genutzt. Beim erstmals ungefesselten Ausgang am 20. März entwischte er zwei Beamten der JVA Werl. Er schloss sich im Badezimmer seiner Eltern ein, flüchtete durchs Fenster und entkam mit dem Auto der Eltern.

Ob er sich über die Haftgründe in Serbien hinaus weitere Straftaten zuschulden kommen lassen hat, dazu ist nichts bekannt. Sein Verteidiger hatte vor einigen Monaten verkündet, dass V. so schnell wie möglich zurück nach Deutschland wolle. Anders als oft geäußert sei V kein serbischer Staatsbürger, sondern Deutscher. Deshalb solle die Staatsanwaltschaft einen Antrag auf Auslieferung stellen, um sicherzugehen, dass V. weiter in Sicherungsverwahrung bleibt. Laut Staatsanwaltschaft Bielefeld aber besitzt V. die deutsche und die serbische Staatsbürgerschaft. 

Er war am im Februar 2015 wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Führen einer halbautomatischen Kurzwaffe zu einer Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Nach deren Ablauf war er seit März 2018 in Werl in Sicherungsverwahrung.

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