Werler Schulen erinnern an Holocaust

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Zum Holocaust-Gedenktag präsentiert das Mariengymnasium erneut eine kleine Ausstellung.

Werl – Dass die Stadt sich nicht an die Beflaggung zum Holocaust-Gedenktag am Sonntag gehalten hatte, sorgte für Aufregung bei Bürgern und in der Politik. In den Werler Schulen wird den Opfern des Nationalsozialismus nicht nur in diesen Tagen gedacht.

Während am Ursulinen-Gymnasiums das Thema in Kursen und Vorträgen während des ganzen Schuljahres immer mal wieder in den Vordergrund rückt, gibt es im Foyer des Mariengymnasiums auch diesmal zum Jahrestag wieder eine kleine Ausstellung zum Thema Holocaust.

Neben Fahnen, Kleidung und Koffern mit dem Davidstern – der gelbe Stern, der eine Person während des Nationalsozialismus als Juden kennzeichnete – steht dort vor allem ein Rednerpult mit einem großen Buch im Mittelpunkt. „In den Pausen können sich die Schüler im Kalendarium über die Ereignisse in Auschwitz informieren“, erklärt Schulleiter Michael Prünte.

Die Installation gebe es bereits seit mehr als 20 Jahren. „Lehrerkollege Lothar Drewke hat sie damals initiiert und leiht uns jedes Jahr aufs neue sein Rednerpult“, sagt Prünte. Um den Aufbau und die Organisation kümmert sich Politik- und Geschichtslehrer Thomas Seibel. Für zwei Wochen bleibe sie nun bestehen und könne von den Schüler genutzt werden. „Es ist wichtig, dass die Schüler ein Bewusstsein für dieses Thema entwickeln. Dass wir ihnen Achtsamkeit und Respekt einschärfen.“

Fester Bestandteil im Lehrplan

Das Thema Judentum sei aktuell fester Bestandteil des Lehrplanes für die siebten Klassen und werde auch in Klasse Neun wieder aufgegriffen. „Dort lernen die Schüler, was das Judentum ist, welche Bräuche und Feste es gibt und eben die Geschichte des Holocausts“, so der Schulleiter.

Bei den Ursulinen ist der Holocaust „immer Thema“, so Schulleiter Konrad Beckmann und nicht nur im Laufe des Jahres in den Geschichtskursen präsent. Vorträge erinnern ebenfalls immer mal wieder an die unrühmliche Zeit deutscher Geschichte. Zu Gast hatte man beispielsweise den Werler Autor Dr. Hans-Jürgen Zacher, der im September sein neues Werk „Marlenes Bilder – Das Vermächtnis eines Häftlings“ 400 Zuhörern im Ursulinen-Forum vorstellte und das schicksalhafte Leben des Juden Dr. Heinz Dietrich Feldheim so näher brachte.

Mit Vorleseaktionen haben Schülerinnen und Schüler auch die Gedenkfeier zur Pogromnacht im November begleitet. Und nicht zu vergessen der Schüleraustausch mit Polen oder die Münchenfahrt; der Besuch von Gedenkstätten vor Ort gehört dann stets zum Informationsprogramm.

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