Genaue Zahlen kann Staubach bei den Müllgebühren zwar noch nicht nennen, zumal die Müllkosten für die Werler Bürger an den Berechnungsmodellen der Entsorgungswirtschaft Soest (ESG) hängen. Aber von einem Anstieg im zweistelligen Prozentbereich sei sicher auszugehen.
Dass es beim Müll teurer wird, war bereits im Vorjahr wegen der deutlich gestiegenen Entsorgungskosten angedroht worden. Was damals nicht absehbar war: Nun fällt das unausweichliche Gebührenplus in die ohnehin steigenden Preise für Energie, Lebensmittel & Co. Ein kleines Trostpflaster für die Wallfahrtsstadt: Dabei werden in Werl die Kosten weniger dramatisch steigen als in anderen Kommunen, kündigt Jürgen Staubach an. Denn Werl hat eine eigene Müllabfuhr und beauftragt nicht Dritte mit der Entsorgung, wie andere Kommunen das tun. Wo das so ist, seien die Belastungen noch höher. Außerdem befinde sich die Stadt „in der glücklichen Situation der kurzen Wege“, sagt der KBW-Chef. Auch das drückt Kosten.
Die Straßenreinigung in Werl wird „etwas teurer“, kündigt Staubach an. Die Kosten steigen von 2,52 auf 2,88 Euro je Meter Grundstücksseite – und damit um fast 15 Prozentpunkte. Das habe mit vermehrten Wintereinsätzen zu tun, zudem mit höheren Personalaufwendungen zum Beispiel durch Tariferhöhungen, aber auch mit Faktoren wie Großbaustellen zum Beispiel für Glasfaser. Denn durch lange Baustellen entfallen insgesamt Berechnungsflächen für die Gebühr, sodass die Kosten pro laufendem Meter steigen, rechnet der KBW-Chef vor. Hinzu kommen höhere Kosten für die eingesetzten Fahrzeuge, nicht zuletzt durch die gestiegenen Spritpreise. All das muss auf die Bürger umgelegt werden.
Dafür werden die Gebühren beim Abwasser sinken, und zwar deutlich sowohl beim Niederschlagswasser, als auch beim Schmutzwasser. Das hänge mit dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts zu den kalkulatorischen Zinsen zusammen, das landesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte. Die Folgen der Rechtssprechung und damit der geringeren Verzinsungen greift die Stadt in der Gebührenkalkulation für 2023 auf, was sich für die Bürger positiv auswirkt. Demnach sinken die Kosten, die die Bürger für das Abwasser im Jahr 2022 bezahlen sollen, beim Schmutzwasser um rund 9 Prozent und beim Niederschlagwasser um rund 18 Prozent:
Schmutzwasser: Pro Kubikmeter Schmutzwasser sollen die Werler künftig 2,71 Euro bezahlen. Aktuell sind es 2,97 Euro. Der Rückgang beträgt also 26 Cent pro Kubikmeter.
Niederschlagwasser: Regen & Co werden für die Bürger preiswerter: Statt 92 Cent pro Quadratmeter befestigter Grundstücksfläche sollen sie künftig 76 Cent bezahlen, mithin 16 Cent.
In der Gebührenbedarfsberechnung 2023 ergeben sich laut Kommunalbetrieb im Vergleich zum Vorjahr „im Regelfall nur leichte Veränderungen (Erhöhungen) der Gebührensätze“, so heißt es in der Vorlage für den Betriebsausschuss. Bei den vielen friedhofsrelevanten Positionen gibt es aber Änderungen in unterschiedlicher Ausprägung.