Bäderteam hat viel zu tun

So bereitet sich das Freibad auf den Winter vor

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Diagonal im Becken gespannte Eisdruckpolster verhindern, dass Eis auf dem Wasser das Becken auseinander drückt und beschädigt.

Einfach den Stöpsel ziehen und das Nass ablaufen lassen? „So einfach ist das nicht“, sagt Bäder-Betriebsleiter Wolfram Limberg. Leer ist das Freibad daher auch nach dem Ende der Saison nicht.

Werl - Die Schwimmer sind zwar weg – aber das Wasser bleibt. Muss es auch, damit die Becken keinen Schaden nehmen. Wie aber richtet man ein Freibad her, damit es den nahenden Winter einigermaßen unbeschadet übersteht? „Mit einem ganzen Paket von Maßnahmen“, sagt Limberg. Alles, was nicht warm eingepackt werden kann, wird anders vorbereitet auf Schnee, Frost & Co.

So wird ein Konservat (Überwinterungsmittel ) mittels der Filtrationsanlage eingebracht, das einem Frostschutzmittel gleich kommt. „Das trägt dazu bei, dass die Verschmutzung nicht fest pappt“, sagt der Schwimmmeister. Über die Umlaufrinne wird es dem System zugeführt. Algen oder auch Kalk setzen sich dann nicht zu hartnäckig ab, wenn es vor der neuen Saison ans Reinigen der beiden Außenbecken geht. Dass das Wasser zum Winter hin nicht einfach abgelassen wird, hat einen Grund: Wenn es friert, würde der Druck des Erdreichs von außen zu groß, die Beckenwände würden nach innen gedrückt und beschädigt, womöglich undicht. „Durch das Wasser gibt es einen Gegendruck“, sagt Limberg. Also wird der Wasserspiegel nur leicht abgesenkt.

Gefrierendes Badewasser als Gefahr

Es gibt aber auch andersherum eine Gefahr: Gefrierendes Badewasser könnte durch die Ausdehnung des Eises die Beckenwände nach außen drücken. Das sollen „Überwinterungsketten“ verhindern. Eisdruckpolster aus Kunststoff und Holz werden diagonal an einer festen Leine durch die Becken gespannt; sie schwimmen in den beiden Außenbecken und fangen als Puffer den Druck bei Eisbildung auf. „Sonst könnte das Becken auseinandergedrückt werden“, sagt Limberg.

Wasser gibt es aber auch in den Leitungen. Die Ringleitung zu den Duschen und Becken müssen nach dem Ende der Freibadsaison komplett entleert werden, damit Frost nicht für Rohrschäden sorgen kann. Zudem werden an den Duschen Wasserhähne und Oberteile ausgebaut, die frostempfindlich sind. Dies erleichtert den Vorgang, alle Wasserleitungen entsprechend rückstandslos zu entleeren. Auch die mäanderartigen Schläuche auf den Dächern, in denen im Sommer durch Sonnenkraft Wasser erhitzt und in die Becken geleitet wird, müssen entleert werden.

Kompressor hilft beim Entleeren

Das aber macht eine Fachfirma ab Oktober, wenn es draußen frischer wird. Ein Kompressor hilft beim Entleeren des langen, daumendicken Schlauchsystems der Absorber-Anlage. Bleiben noch die Räume des Freibads wie Duschen, Sportlerunterkünfte, Lager- und Technikräume. Sie müssen im Winter zumindest so weit beheizt werden, dass die kalten Temperaturen nicht für Schäden sorgen können. Dazu werden die Belüftungslöcher, die in der Saison für die nötige Luftzufuhr sorgen, mit Schaumgummi ausgefüllt, die Fenster werden geschlossen. „Wir wollen die Wärme in den Räumen schließlich nicht sinnlos nach draußen blasen“, erläutert der Schwimmmeister.

Denn Energie ist teuer. Und wenn es schon durch die Absorberschläuche und das Blockheizkraftwerk gelungen sei, die Energiekosten erheblich zu senken, soll es im Gegenzug nicht im Winter zur Energieverschwendung kommen. Acht Monate werden vergehen bis zur nächsten Freibadsaison im Frühjahr 2020. In der Zeit lasse man das Areal natürlich nicht einfach brach liegen, sagt Limberg. Einmal in der Woche gibt es Kontrollgänge, werden zudem die Leitungen zu den Sportlerräumen thermisch gespült. Sehr heißes Wasser sorgt dafür, dass sich keine gesundheitsgefährdenden Legionellen in den Wasserleitungen bilden können.

Liegewiese und drei Außenbecken

Es gibt aber auch die zahlreichen Dinge auf den Liegewiesen und an den drei Außenbecken, die abmontiert werden können. Die Spielgeräte am Kleinkinderbecken zum Beispiel, auch das Sonnensegel, das den Nachwuchs im Sommer vor der Sonneneinstrahlung schützt. Mülltonnendeckel festbinden gegen Wind, Liegen, Sonnenschirme und Blumenkübel reinholen, Strandkörbe einlagern, Fußballtore, Volleyballnetz und Hüpfburg abbauen – das Bäderteam mit seinen sieben Mitarbeitern hat über Wochen allerhand zu tun, um das Freibad winterfest zu machen.

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