50.000 Besucher weniger

Werler Freibad erlebt „Katastrophen-Saison“

Werl200600227 Luftbild
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Das Freibadbecken aus der Vogelperspektive. Im vergangenen Sommer war deutlich mehr los.

Das heimische Freibad ist nicht nur bei den Werlern beliebt. Zahlreiche Familie aus dem Umkreis zählen zu den Stammkunden und kommen regelmäßig zum Baden in die Wallfahrtsstadt. Doch in diesem Jahr gibt es einen deutlichen Besucherrückgang, an dem nicht nur das Coronavirus Schuld ist.

Werl - Der kühle Sommer hat die Badegäste abgehalten. Im vergangenen Jahr kamen in den ersten drei Monaten der Saison 73.812 Schwimmer. 10.682 Personen aus Vereinen und Schulen zählten dazu. In diesem Jahr kamen bis Ende dieser Woche nur 11.250 Badegäste ins Freibad. Das sind mehr als 50.000 Schwimmerfreunde weniger als zur Vorsaison.

Heiko Danners, stellvertretender Betriebsleiter, sagt dazu. „Die Leute brauchen 30 Grad und Sonnenschein. Dann ist unser Schwimmbad immer voll.“ Das Freibad war in diesem Jahr nur zwei Mal gut besucht. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen dürfen sich nur 500 Leute gleichzeitig im Freibad aufhalten. „Zwei Mal konnten wir in diesem Jahr ausverkauft melden“, sagt Lydia Böhm. Bei sehr gutem Wetter kommen an solchen normalen Tagen rund 3000 Gäste ins Freibad.

"Das habe ich noch nie erlebt"

Fritz Böhm, der das Bistro im Hallenbad betreibt, spricht von einer „Katastrophen-Saison“. „So wenig wie in diesem Jahr hier los ist, habe ich noch nicht erlebt“, berichtet er. An schlechten Tagen bleibt das Bistro ganz geschlossen. Das hängt auch damit zusammen, dass das Hallenbad weiterhin geschlossen bleiben muss. Deswegen kommen auch deutlich weniger Besucher. Bei normalem Betrieb können die Schwimmfreunde ins Hallenbad ausweichen. Das geht in Zeiten der Corona-Pandemie nicht.

Die Angestellten der Bäder- und Beteiligungs- GmbH Werl geben ihr Bestes. Die hygienischen Maßnahmen werden eingehalten. Jede Stunde gehen die Mitarbeiter umher und desinfizierten unter anderem die Handläufe und Bänke. Regelmäßig gibt es Durchsagen. Täglich schließt das Bad um 13 Uhr für eine Stunde, um alles gründlich auf den hygienischen Stand zu bringen. Ab 14 Uhr können die Gäste dann wieder ins Freibad. Die wenigen Schwimmfreunde, die trotzdem dem Freibad die Treue halten, sind zufrieden. Der Werler Matthias Degener geht gerne zum Schwimmen in den Sportpark. „Für mich ist das fußläufig zu erreichen und ich finde, dass es hier sehr sauber und ordentlich ist“, berichtet er. Mit seinem Sohn Moritz verbringt er am sonnigen Donnerstag so einige Stunden im Nichtschwimmerbecken.

Amina Muminovic, Latifa und Ranija (von links) sind häufig im Werler Freibad.

Aus Hamm kommt Familie Muminovic regelmäßig nach Werl. „Uns gefällt das hier sehr gut, wir sind gerne hier“, berichtet Mutter Amina. „Unsere Kinder haben hier Spaß beim Rutschen und im Wasser. Das Preis Leistungsverhältnis stimmt“, fügt sie hinzu. „Neben den beiden Rutschen finde ich auch den Spielplatz sehr schön, da gehe ich mit meiner Schwester gerne hin“, erzählt Ranija. Die Familie Dörge und Wegner aus Unna und Dortmund hat das Werler Freizeitbad lieben gelernt. „In Unna gibt es kein Bad mehr und in Dortmund sind die Schwimmbäder überfüllt. Wir fühlen uns hier sehr wohl“, erzählt Janina Dörge. Mit den fünf Kindern genießen die beiden Mütter den sonnigen Ferientag im Werler Freibad.

Sara, Janina Dörge, Lina, Emma, Kati Wegner und Finia (von links) kommen aus Dortmund und Unna regelmäßig ins Werler Freibad.

„Wir kommen schon seit Jahren her, hier ist ein tolles Publikum und die Angestellten sind sehr nett und hilfsbereit“, berichtet Kati Wegner. Bereits zum fünften Mal sind sie in diesem Jahr im Werler Bad. „Meine Tochter Lina hatte eben einen Insektenstich und die Mitarbeiter haben uns sofort geholfen“, bedankt sich Janina. Den Frühschwimmern machen die kühleren Sommertemperaturen nichts aus. Rund 30 bis 40 Badegäste drehen jeden Morgen ihre Runden.

„Das mit dem Kreisschwimmen klappt sehr gut“, sagt Heiko Danners. Nur wenige Male mussten die Mitarbeiter einschreiten, um an die Corona-Regeln zu erinnern. Das Fernbleiben der Badegäste hat laut Heiko Danners neue Gäste ins Schwimmbad gelockt. Oft halten sich morgens Enten im Schwimmbad auf. „Wenn wir aufschließen, sind häufig Enten im Nichtschwimmerbecken, Bachlauf oder auch in der Quelle“, schildert Danners. „Die haben sich inzwischen an die Menschen gewöhnt und sind zutraulicher geworden“, ergänzt er.

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