Franz Müntefering beim Jahresempfang

Ex-Vizekanzler zu Gast bei den Werler Sozialdemokraten 

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Im Rahmen seines Besuches trug sich Franz Müntefering (rechts) auch in das goldene Buch der Stadt ein.

Werl – Dass der Mann in seiner aktiven politischen Zeit immer für klare Kante stand, ist bekannt. Und er tut es noch immer. Mit Franz Müntefering war am Sonntag ein äußerst prominenter Sozialdemokrat Gastredner beim Jahresempfang des Werler SPD-Ortsvereins im Restaurant „Markt20“.

Verlernt hat der frühere Vizekanzler nichts von seiner deutlichen Haltung zu aktuellen Themen. Er steht hinter seiner Meinung. Wortwörtlich. Seinen umfangreichen Vortrag nämlich absolviert er locker und lebendig, durchs Lokal spazierend. 

Das Motto: „Den Wandel gestalten, mit Zuversicht!“ Der 79-Jährige hat sich seine Zuversicht im Alter erhalten. Und auch „seiner“ SPD scheint er durch Auftritte wie den gestrigen „Anschub“ geben zu wollen. Selbst im Mittelpunkt zu stehen scheint da allerdings nicht mehr so wichtig zu sein wie in früheren Jahren. Die Lobesworte des Werler SPD-Chefs Hans Jürgen Stache unterbrach „Münte“ dann auch selbstironisch: „Mach das bei meiner Beerdigung...“. 

Gerne sei er der Einladung nach Werl gefolgt, begann der Ex-SPD-Bundeschef seine Rede. Der Blick auf die Basilika-Türme habe sofort Erinnerungen in ihm geweckt. Denn schon als Kind sei er als Messdiener in den Wallfahrtsort gepilgert: „Die Butterbrote haben wir uns immer selbst geschmiert“. Aber auch als Wahlkreis sei ihm Werl noch bestens vertraut. Nicht um Rück-, sondern um Ausblicke ging es aber in seinen Worten. Die „klare Kante“ ließ nicht lange auf sich warten. Er sei sich etwa zu einhundert Prozent sicher, dass Pflegeberufe besser bezahlt würden, wenn viel mehr Männer in dieser Branche tätig wären. 

Mit Blick auf die anstehenden Wahlen des Europaparlaments appellierte Franz Müntefering an die Wähler. Man dürfe sich „74 Jahre Frieden von niemandem kaputtmachen lassen“ und müsse die Werte, die dafür stehen, „verteidigen“. Hauptpunkt seines Vortrags war das Altern in der Gesellschaft. Hier nannte der Sozialdemokrat drei „L“-Säulen, die wichtig seien: „Laufen, Lernen und Lachen“. Auf diesem Weg könne man heute durchaus ziemlich alt werden. 

Manch Lacher hatte Franz Müntefering auf seiner Seite, war um keinen guten Spruch verlegen. Automatisch aber konnte er den Schalter umlegen. So ging er auch auf ein „Menschenwürdiges Sterben“ ein. In lockerer Runde blieb im Anschluss an den Vortrag noch reichlich Zeit, sich auszutauschen. 

Durch den Vormittag hatte Sascha Quint vom SPD-Ortsverein Werl moderierend geführt. Auch Birgit Sippel, Mitglied des Europäischen Parlaments, hatte zu den Besuchern gesprochen. Eingeladen war im Vorfeld jeder interessierte Bürger. Vertreter aus Kultur, Kirche und Politik sorgten für eine gute Mischung und tauschten sich aus. Das passte zu Münteferings abschließenden Appell: „Bleiben Sie aktiv. Das ist der Kick der Demokratie“.

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