Einfach so rein in den Bundestag, das geht allerdings nicht. Und so ist in Vorbereitung der Aktionswoche eine ganze Maschinerie von Überprüfungen in Gang gesetzt worden, damit der Werler sich später frei im Bundestag bewegen kann. Teilnahme an Veranstaltungen aller Art gehören dazu. Und da sein Ansprechpartner Christian Haase in Berlin „bekannt wie ein bunter Hund“ sei und eine tragende Rolle gerade jetzt in den Debatten um Hilfspakete & Co spielt, erhofft sich der Artada-Chef interessante Einblicke in den Politbetrieb der Hauptstadt. Eine Führung durch das Bundeskanzleramt gehört zum Programm, auch ein Besuch des Bundesrats, ein Treffen mit der Fraktion der Grünen sowie ein Fototermin mit dem Bundeskanzler, den zu treffen natürlich spannend sei.
„Es reizt mich, das Leben eines Abgeordneten einmal so zu erleben, wie es wirklich ist
„Es reizt mich, das Leben eines Abgeordneten einmal so zu erleben, wie es wirklich ist“, sagt Gade. Ganz nah dran zu sein an Menschen, „die ihr Leben ein Stück weit in den Staatsdienst stellen“. Natürlich aber soll der Wissensfluss nicht einseitig sein. Die Wirtschaftsjunioren stellen ihre Arbeit in Arbeitsgruppen vor, sollen gehört werden. Was bewegt junge Köpfe der Wirtschaft in Deutschland? Wo sehen sie Probleme und Stellschrauben, an denen die große Politik drehen sollte? Der Artada-Chef wird über seine Erfahrungen im 25 Mann starken Unternehmen vom Prozessionsweg in Büderich berichten.
Seien es Punkte wie Unternehmensnachfolgen oder überbordende Bürokratie: Daniel Gade fällt manches ein, was er loswerden möchte beim Wissenstransfer in der Hauptstadt. „Denn Deutschland ist ein Mittelstandsland“, sagte der 36-Jährige. Daher bräuchten Unternehmer Unterstützung und eben keine bürokratischen Hürden und hinderliche Auflagen.
Ob er sich selber den Schritt in die Politik vorstellen kann? Grundsätzlich zeigt Gade sich zwar offen. Aber in der Kommunalpolitik seien die Wege zu lang. Und er weiß ja, was er an der Firma in Werl hat, die sich mit Cyber-Sicherheit aller Art beschäftigt. Der wachsenden digitalen Kriminalität zu begegnen und Menschen sowie Unternehmen darauf vorzubereiten, das ist das Geschäftsfeld des Unternehmens, das seit 25 Jahren am Markt ist. Im „Ernstfall den Schaden minimieren“ – das passt auch auf die Politik im Bund.