Tränen zum Abschied

„Fleischerei & Partyservice“ Tigges schließt das Geschäft

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Das war noch alles in Ordnung: 2014 war das Geschäft von Jörg und Nicole Tigges in Werl umgebaut worden. Nun wird es geschlossen.

Dass alles ein Ende hat und nur die Wurst zwei, ist ein alter Gassenhauer. Beim „Fleischerei & Partyservice“ Tigges kommt nun beides zusammen: Das Geschäft rund um Wurst & Co wird geschlossen. Aber der Partyservice und die Wurstvermarktung an Wiederverkäufer sollen eine Zukunft haben.

Werl – Lange schon ging es bei dem Laden um die sprichwörtliche Wurst, den Kampf um die Zukunft nahmen Jörg und Nicole Tigges an. Nun aber kommt das Aus. Tigges hat vor einigen Tagen den sechs Festangestellten und fünf Aushilfen gekündigt. Am 14. Dezember ist der letzte Tag.

Letztlich seien wirtschaftliche Gründe der Grund für die Geschäftsaufgabe. Man habe nicht kostendeckend arbeiten können. Es ist das Ende eines 31 Jahre alten Familienbetriebs.

Mit ihrem Angebot musste der sich nicht verstecken. Tigges hat den berühmten „guten Namen“ in Werl. Dass aber das Geschäft Fleischerei & Partyservice nun mal versteckt liegt, inmitten von Wohnhäusern am Maximilian-Heinrich-Platz, war immer ein Problem. Eines, das nun auch mit verantwortlich für das Aus gemacht wird. 

Nicole Tigges bestätigte die Schließung auf Anfrage unserer Redaktion. „Das ist leider so.“ Wie schwer das fällt, wird deutlich: „Wir sind richtig traurig, das war wie ein Kind für uns“, sagt die Geschäftsfrau. „Wir haben das hier mit eigenen Händen und mit Liebe aufgebaut.“ Man habe lange Zeit vieles probiert und angeboten, neue Ideen eingebracht. Zuletzt rief Tigges das Wurst-Taxi ins Leben. Das zog nicht.

Man habe Herzblut in die Firma gesteckt, wusste darum, dass Tigges oft auf Grillfleisch reduziert wurde. Der Bereich sei auch gut gelaufen. Aber der letzte schlechte Sommer „hat uns reingerissen, uns den Rest gegeben“, sagt Nicole Tigges. 

Hinzu komme, dass die Menschen zwar oft beste Ware wünschen, aber dennoch Billigfleisch kaufen. Das sei traurig. „Die Menschen reden von Qualität, aber setzen das nicht in die Tat um.“ Ein Stück weit also ein Schnitt ins eigene Fleisch. Apropos Fleisch: Der Verkauf von Wurst und Grillwaren quasi an der Hintertür soll auch künftig möglich sein. Und der gut laufende Partyservice bleibt in der Hand von Jörg und Nicole Tigges, ohne Angestellte. 

Was mit dem Ladenlokal im Familienbesitz passiert, ist noch offen. Die hinteren Räume werde man weiter nutzen. Zunächst gilt es nun aber, die letzten Tage zu bestreiten. Es habe Tränen gegeben bei den Beschäftigten, schildert die Chefin und bedankt sich ausdrücklich beim Team. Jeder habe gewusst, dass die Zeiten schwierig sind. Das Geschäft sei nicht dazu gemacht gewesen, damit reich zu werden. Aber es gab den Traum, die Arbeit „mit Herzblut“ fortzuführen. Der familiäre Zusammenhalt sei auch im Team spürbar gewesen. „Und wir sind dankbar, dass sie bis zum Schluss den Weg mit uns gehen.“

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