Selbsttests und Schnelltests

Wie Firmen mit Corona-Testungen für ihre Mitarbeiter umgehen

Produktion Kuchenmeister Corona
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In Vollschutz mit Maske, Haube, Kittel, Handschuhen und durch Plastikwände getrennt: Mitarbeiterinnen in der Croissant-Produktion von Kuchenmeister

Arbeit im Akkord – und testen quasi am Fließband. Die Corona-Pandemie stellt Firmen vor Herausforderungen. Wie gehen die Unternehmen mit der geforderten Ausweitung der Test-Strategie um? Unsere Redaktion hat sich umgehört.

Werl/Soest - Klar ist: In Werl und Soest haben die Firmen das Thema Selbsttests und Schnelltests durchgängig auf dem Schirm.

Kuchenmeister GmbH

„Wir machen mit den Mitarbeitern in der Verwaltung zwei Mal in der Woche Schnelltests, um so eine größtmögliche Sicherheit bieten zu können“, teilt Oliver Lahode, Leitung Marketing und Vertrieb der Soester Kuchenmeister GmbH, mit. „In der Produktion bauen wir unsere Schnelltest-Kapazitäten momentan ebenfalls aus, um auch hier schnellstmöglich mehrmals in der Woche testen zu können.“ Auch außer der Reihe können Mitarbeiter bei Verdachtsfällen zusätzlich getestet werden, sagt Lahode Bei Kuchenmeister werden die Schnelltests von einem zertifizierten Unternehmen ausgeführt; es handelt sich dabei nicht um die Selbsttests, die nur im vorderen Nasenbereich genommen werden, so die Firma.

HAI Extrusion GmbH

„Unser Unternehmen bietet schon seit November letzten Jahres Schnelltests/Selbsttests für die Mitarbeiter an“, sagt Annett Niebuhr, Leiterin Personal bei der Soester HAI Extrusion Germany GmbH. Die Firma habe in Abstimmung mit dem Mutter-Unternehmen in Ranshofen einen festen Prozess der Abläufe definiert. „Wenn wir im bisherigen Umfang weiter testen, haben wir genügend Tests“, sagt die Personalleiterin. Die Maßnahmen würden von den 350 Mitarbeitern am Soester Standort „sehr gut angenommen und genutzt“.

F. W. Brökelmann Aluminiumwerk GmbH

„Wir testen seit Oktober 2020 mit eigens ausgebildeten Mitarbeitern in allen Werken (Ense und Werl), anlassbezogen und anlassunabhängig, selbstverständlich auf freiwilliger Basis“, teilt die F. W. Brökelmann Aluminiumwerk GmbH mit. „Das Angebot wird sehr gut angenommen“, sagt Geschäftsführer Peter Schmidt. Positivtests meldet das Unternehmen an das Gesundheitsamt. „Wir kooperieren sehr eng mit unserem Betriebsarzt“, sagt Schmidt zu den Regelungen. Es seien genug Tests vorhanden, „derzeit erhöhen wir die Kapazitäten erneut“. Brökelmann habe die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung von Beginn an unterstützt und sei von der Wirksamkeit der Tests überzeugt.

Standard-Metallwerke

„Wir haben bereits in der vergangenen Woche 1000 Schnelltests bestellt, die allerdings erst Mitte April geliefert werden können“, sagt Werner Steinweg, Mitglied der Geschäftsführung der Standard-Metallwerke. Schulen und Kindergärten würden bei Schnelltest-Lieferungen vorgezogen. In der Zwischenzeit nutzen viele Mitarbeiter andere Schnelltestmöglichkeiten, zum Beispiel in der benachbarten Apotheke. „Wir haben nun zwei Wochen Zeit, um unser Konzept für die Schnelltests im Unternehmen zusammen mit dem Betriebsrat abzustimmen und festzulegen“, sagt Steinweg. Darüber hinaus habe das Unternehmen mit dem Betriebsarzt vereinbart, „sofort Schnelltests in einer Halle oder in der Verwaltung durch diesen Fachmann durchführen zu lassen, wenn hier vermehrt Verdachtsfälle auftreten sollten.“

Werneke Logistic GmbH

„Wir haben Selbsttest für unsere Belegschaft organisiert und stellen sie kostenfrei zur Verfügung. Ebenso wird einmal wöchentlich eine Vergabe unter Einhaltung der Hygiene-Maßnahmen an interessierte Mitarbeiter ermöglicht“, teilt Gregor Mis für die Werneke Logistic GmbH mit. Bei einem Verdacht auf eine Infektion sind Mitarbeiter angehalten, sofort ihren Arzt aufzusuchen. „Eine Beurteilung über die Richtigkeit der Tests können wir nicht erstellen, lediglich objektiv betrachten, dass die Tests teilweise ungültig sind.

Kulle Logistik GmbH

Die Kulle Logistik GmbH stellt jedem Mitarbeiter schon seit 2020 kostenlos Schnelltests zur Verfügung. „Diese Tests wurden bereits in erheblichem Umfang durchgeführt“, sagt Firmenchef Torsten Kulle. „Die Abläufe und das Vorgehen sind geregelt, um allen Anforderungen gerecht zu werden.“ Es seien genug Tests vorhanden.

Rathaus Werl

Auch das Werler Rathaus ist als Arbeitgeber gehalten, den Mitarbeitern Tests anzubieten. Und das mache man auch, sagt Alexandra Kleine. Einmal in der Woche gehe jeder Mitarbeiter in die alte Hausmeisterwohnung, führe den Selbsttest durch und reicht ihn in den Nachbarraum. Dort steht hinter der Schutzscheibe ein Kollege, der für den Arbeitsschutz zuständig ist. Während der Getestete an seinen Schreibtisch zurückgeht, wird der Test ausgewertet.

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