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Verletzter bei Starkregen-Unfall auf der Autobahn - viele Einsätze auch noch am Montag

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Von: Dominik Maaß

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Beim Unfall im Autobahnkreuz Werl wurde ein Fahrer verletzt. © Feuerwehr Werl

Es kam nicht so schlimm, wie vorher von vielen befürchtet. Trotzdem wirbelte Orkan-Tief Sabine einiges durcheinander und bescherte der Feuerwehr Werl viel Arbeit. Für den Kommunalbetrieb fangen die Aufräumarbeiten erst in den kommenden Tagen so richtig an. Die Eurobahn fährt wieder.

Werl - Bis Mitternacht zählte die Wehr am Sonntag gut ein Dutzend Einsätze, am Montagmorgen kamen laut Feuerwehr-Chef Karsten Korte noch einige hinzu. Unter anderem kam es bei Starkregen auf der A 44  im Autobahnkreuz Werl zu einem Alleinunfall.  Der Fahrer wurde verletzt und musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Eurobahn teilte um 12.34 Uhr mit, dass sie den Betrieb auf der Strecke RB 59 mit den Bahnhöfen Werl und Westönnen wieder aufgenommen habe.

Die Werler Sturmbilanz für den Sonntag finden sie hier. Einen Überblick über die Lage in NRW gibt es in unserem Sturm-Ticker

Gegen 5.45 Uhr wurde die Wehr zur Kreuzung Lohbredde/Boke in Holtum gerufen. Hier war ein Baum auf die Straße gestürzt. Kurz darauf folgte der nächste Einsatz in Büderich: Hier hatten sich Firstpfannen gelöst. Die Feuerwehr nahm sie ab, um die Gefahrenquelle zu beseitigen. 

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Am Salinenring entfernte die Wehr mithilfe der Drehleiter lose Äste aus den Bäumen. © Feuerwehr Werl

Gegen 7.10 Uhr folgte der Unfall-Einsatz auf der Autobahn 44 in Fahrtrichtung Kassel. Ein Mercedes Vito war bei Starkregen in die linke Fahrbahnbegrenzung aus Beton geknallt und dann gegengesetzt zur Fahrtrichtung mitten auf der Fahrbahn stehen geblieben. Der 30-jährige Fahrer aus Essen wurde laut Polizei leicht verletzt. Der Sachschaden wird auf rund 10.000 Euro geschätzt. Gegen 8.10 Uhr war die Unfallstelle wieder geräumt.

Hinzu kamen noch einige kleinere Einsätze, zum Beispiel ein loses Dachfenster im Werler Norden und umgestürzte Bäume an der Sekundarschule. Ein Eingreifen sei dort aber nicht erforderlich gewesen, so Korte.  Gegen 11 Uhr rückte die Wehr mit der Drehleiter zum Salinenring aus und holte lose Äste aus den Baumkronen.

Insgesamt komme die Wehr bislang auf etwa 20 Sturmeinsätze. Korte geht aber davon aus, dass es im Laufe des Tages noch einige dazu kommen. Schließlich bleibt es windig und manche Schäden oder lose Äste in den Bäumen würden vermutlich erst im Laufe des Tages entdeckt. 

Korte mahnt die Werler weiterhin zur Vor- und Umsicht: "Wer unter Bäumen hergeht, sollte immer mal den Blick nach oben richten." Es könnte immer mal ein dicker Ast herunterfallen oder ein angeknackster Baum umstürzen.  Auch für die Feuerwehr habe bei den Einsätzen der Eigenschutz eine große Rolle gespielt. Während ein Kamerad mit der Kettensäge arbeitete, hätten Posten das Umfeld im Blick behalten, um vor umstürzenden Bäumen warnen zu können. Dass das nötig war, habe sich beim Einsatz an der Antoniusstraße in Sönnern gezeigt. Dort seien auf einer benachbarten Wiese, zum Glück in ausreichender Entfernung - während des Einsatzes Bäume umgestürzt.  

Insgesamt zieht Korte eine positive Bilanz der Einsatznacht. Das Zusammenspiel von Einsatzstab und Einsatzkräften habe gut funktioniert. Auch zur Stadtverwaltung habe man die gesamte Zeiten einen kurzen Draht gehabt und sich über die aktuelle Lage ausgetauscht.

"Katastrophe" für Stadtwald bleibt aus

Jürgen Staubach vom Kommunalbetrieb der Stadt Werl zeigte sich am Montagvormittag erleichtert. "Wir sind einigermaßen ungeschoren davon gekommen", lautet seine erste Einschätzung. Im Stadtwald habe es anders als bei anderen großen Stürmen keine Flächenwürfe gegeben. Auf den Flächen, auf denen in den vergangenen Wochen die kranken Fichten entfernt wurden, habe es einzelne Lärchen umgeweht. Und an den Wegen seien einzelne Buchen und Ahorne dem Sturm zum Opfer gefallen. "Aber es ist dieses Mal keine große Katastrophe."

An Wirtschaftswegen seien einzelne Obstbäume umgefallen, an der Sekundarschule seien zwei kleinere Fichten umgestürzt, so Staubach. Aber in allen Fällen sei keine Gefahr in Verzug.

Weiter ist Vorsicht geboten

Auf dem Parkfriedhof sei bislang nur eine Zypresse umgestürzt, so Staubach. Von Schäden im Kurpark sei noch nichts bekannt. Auch er appelliert wie Feuerwehrchef Karsten Korte an die Werler, in diesen Tagen keine Waldspaziergänge zu unternehmen und Kurpark und Friedhof zu meiden, bis sich das Wetter beruhigt hat. Auch die KBW-Mitarbeiter werden erst ab Mitte der Woche mit den Aufräumarbeiten beginnen, um sich keiner Gefahr auszusetzen. 

Stadtwerke vermelden: "Keine Schäden"

Auch von den Stadtwerken gibt es eine erste Entwarnung: "Wir sind gut durch den Sturm gekommen", sagte Geschäftsführer Robert Stams. Es habe keine Schäden an Freileitungen und anderen Versorgungs-Einrichtungen gegeben. 

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