Nachtbereitschaft

Feuerwehr rückt bei Notfällen mit aus: Jetzt wird es ernst, erster Einsatz läuft

Nach Mitternacht wurde es erstmals ernst: Nach Wickede begleitet die Werler Wehr den Rettungsdienst.
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Nach Mitternacht wurde es erstmals ernst: Nach Wickede begleitet die Werler Wehr den Rettungsdienst.

[Update 1.10 Uhr] Die angespannte Schnee-Situation sorgt in der Werler Wache für die zweite Nacht im Dauereinsatz in Folge. Auch die Werler Feuerwehr ist bereit dafür, den Rettungsdienst bei jedem Einsatz außerhalb der Innenstadt generell zu begleiten. Bis Mitternacht war das nicht nötig. Aber um 0.30 Uhr wurde es ernst.

Werl - Da kam ein Notruf aus Wickede, die Wehr machte sich auf den Weg. In der benachbarten Ruhrgemeinde ist die Schnee-Situation ebenfalls angespannt. Also wird die Wehr den gesamten Einsatz begleiten und auch die Rückfahrt des Krankenwagens, der nicht mit Allrad ausgestattet ist. Es ist der erste Einsatz dieser Art für die Werler. Für die Dauer der Fahrt in die Ruhrgemeine ist der Wagen nun gebunden. An der Wickeder Straße sollten die Wagen sich treffen, Zeit darf nicht verloren gehen. Die Fahrt war langsam, aber gut machbar, sagt Kevin Teipel vom Social-Media-Team der Wehr, der mit vor Ort war. Die kleine Kolonne ist gut angekommen. „Nun warten wir und begleiten den Rettungswagen dann zum Krankenhaus“, sagt Teipel. Es habe auf dem Weg heftige Schneeverwehungen gerade im Bereich der Haar gegeben. „Aber das hat gut geklappt.“ Mit 40 bis 50 km/h ging es durch die eisige Nacht zu dem häuslichen Notfall.

Darüber hinaus ist es ruhig in der Wallfahrtsstadt. Eine Rettungsfahrt ging nach Hamm, da war die Hilfe aus Werl nicht nötig. Grundsätzlich gilt in dieser Nacht: Geht ein Notruf aus einem Werler Ortsteil oder aus Ense oder Wickede ein, dann wird die Feuerwehr automatisch über einen Melder mit alarmiert und fährt zum Einsatzort. Schließlich sind gerade in den Dörfern etliche Straßen kaum oder nicht befahrbar. Die Feuerwehr kann das Personal des Rettungswagens also mit einem geländegängigen Fahrzeug aufnehmen, wenn ein Rettungswagen stecken bleibt. Die Besetzung der Wehr kann zudem auch selbst Erste Hilfe leisten.

Die Feuerwehr Werl rückt nachts mit aus, wenn der Notdienst alarmiert wird

Um 22 Uhr startete das erste Einsatzteam mit der Bereitschaft in der Wache an der Grafenstraße. Vier Kameraden werden aufbleiben, um bei der Notfallnummer 112 auf „Nummer sicher“ zu gehen. Gegen 2 Uhr soll es von einer anderen Gruppe abgelöst werden, sagt Karsten Korte, Leite der Werler Feuerwehr. Es mache Sinn, dass die Kameraden in der Wache vor Ort sind. „Wenn sie von Zuhause kommen sollen, dann geht zu viel Zeit verloren.“

Wenn auch der Rettungswagen und die Wehr von unterschiedlichen Orten losfahren müssen, sei so doch garantiert, dass Hilfe bei den Menschen in den Dörfern sicher ankommt. Die Erstversorgung der Patienten sei somit gewährleistet. Den Beschluss dazu haben die Wehren des Kreises Soest erst am späten Abend getroffen.

Bis 6 Uhr morgen soll die Regelung greifen. Sie mache auch deswegen Sinn, weil durch die erheblichen Schneeverwehungen im Kreis Soest immer wieder Autos stecken bleiben und bereist mehrere Straßen gesperrt werden mussten. Auch die Streudienste kommen gegen die massiven Schneemassen kaum an, das hatte sich auch in der Wallfahrtstadt tagsüber mehr und mehr abgezeichnet.

Zunächst wird ein Fahrzeug der Feuerwehr bereitgehalten. Im Bedarf könne man das aber aufstocken, sagt Korte. Insgesamt bleibt die Wetterlage angespannt, es schneit zwar zurzeit nicht mehr in Werl, doch gibt es Windböen und eisigen Temperaturen.

Auf der B1 musste die Feuerwehr am Sonntag drei Fahrzeugführern helfen, die in Schneewehen feststeckten.

Gespannt sieht auch die Feuerwehr der Situation im Berufsverkehr in wenigen Stunden entgegen. Durch den Ausfall von Zügen und im Busverkehr werden viele das Auto nehmen müssen. Ein Durchkommen wird aber schwierig sein. Schon am Sonntag hatte es mehrere Einsätze deswegen gegeben. Unter anderem hatten sich drei Fahrzeuge auf der B1 festgefahren.

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