Musik für die Hellwegstadt

Werler Märsche: "Sowas darf nicht verschwinden"

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Der Musikzug der Werler Feuerwehr überraschte beim Schützenfest in Holtum 2017 bereits mit musikalischen Schätzen aus den Federn britischer und Werler Musiker.

Werl - Die musikalische Leitung des Werler Feuerwehr-Musikzuges hat großes Interesse am "Werl-Marsch" und an den Noten von Komponist Daniel Game. „Sowas darf nicht verschwinden“, sagt Dr. Ellen-Christina Marschalt.

Die Noten waren kürzlich wieder aufgetaucht und sind eine musikalische Erinnerung an die vor 50 Jahren in Werl stationierten britischen Truppen.

 „Was doch so alles noch im Verborgenen schlummert,“ stellt sie fest, „aus dieser schönen Zeit“. Ellen- Christina Marschalt hat ihre Erfahrungen mit Werler Märschen. Und von denen gibt es so einige. Darum dürfte auch das Werk von Daniel Game bei ihr als Musiklehrerin in besten Händen sein: Sie will nun versuchen, es für ein Blasorchester umzuarbeiten. 

Rund 20 Aktive hat der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Werl. Angefangen vom Schlagzeug bis hin zum „hohen und tiefen Blech“ wie Trompeten, Flügelhorn, Posaune, Tuba und Klarinetten ist die Feuerwehr-Kapelle ganz ordentlich ausgestattet. Gern arbeitet man aber auch noch mit Freunden zusammen, die sporadisch mal mit dabei sind. 

Der Musikzug ist absolut Marsch erfahren. So präsentierte die Kapelle beim beliebten Frühschoppen der Schützenbruderschaft Holtum im Jahre 2017 bereits Schätze aus den Federn britischer und Werler Musiker, die seit Jahren im Verborgenen schlummerten. „Bei dieser Gelegenheit wurden auch Langspielplatten dieser englischen Kapellen zur Ansicht durch die Reihen gereicht, damit sich die Jungschützen ein Bild davon machen konnten“, so Marschalt. 

Bereits ihr Vater Manfred Marschalt sen. hatte Stücke von damals fürs Blasorchester arrangiert. So die Musik der legendären englischen Musikkorps, die im Werler Stadtwald stationiert waren, wie weitere Kompositionen von den Bandmastern Daniel Game und Norman Rogerson: der „Backofen-Marsch“ und „Werler Stadtwald-Marsch“. Das heutige Heimathaus „Backofen“ sei einst als Gaststätte Treffpunkt maßgeblicher Menschen des Werler Schützenwesens und englischer wie schottischer Kapellmeister gewesen. 

Abgesehen davon zeichnete Vater Manfred Marschalt auch für den „Werler Marienmarsch“ und „Werler Gassen“ verantwortlich. Und es gab noch mehr „Werl-Musik“. Die Stadt habe ja mal nach dem Krieg (wieder) ein Stadtorchester unter dem ehemaligen Militärmusiker Willi Wierke gehabt. Dieser schrieb seinerzeit den „Werler Schützenmarsch“, berichtet Ellen-Christina Marschalt. Die Märsche seien dem Feuerwehr-Musikzug von den Autoren überlassen und aufbereitet worden. 

Und sie sollen nicht weiter im Verborgenen schlummern. „Wir beabsichtigen, diese im kommenden Jahr eventuell noch einmal aufzuführen“, schmiedet die Musikzugführung vorsichtig Pläne, die aber von der weiteren Corona-Entwicklung abhängen. Das Virus hat schließlich auch den gesamten Probenbetrieb lahmgelegt. Vieles bleibt also noch abzuwarten – auch der „Werl-Marsch“, der aber unter Umständen eine Neu-Premiere erleben könnte.

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