Gereinigt wird nur einmal im Jahr 

Fernfahrer hinterlassen auf Standstreifen der B 63 bergeweise Müll

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Haufenweise Müll aller Art liegt auf dem Randstreifen der B 63. 

Werl - Auf dem Standstreifen an der B 63 in Höhe des Werler Stadtwaldes hinterlassen Fernfahrer, die dort über Nacht parken, bergeweise Müll. Den zuständigen Landesbetrieb stört das nicht: Veranlassung, dort häufiger den Müll wegzuschaffen, sieht die Behörde nicht.

Es ist wieder einmal an der Zeit für den Sommerschnitt am Rand der B 63. Der große Unimog mit Rasenmäher-Vorbau des Landesbetriebs Straßen NRW raspelt die Bankette des Haarwegs zwischen Wickeder Straße und den Autobahnauffahrten zur A 445 entlang, der Fahrer macht Dienst nach Vorschrift – dass seine Maschine neben dem ganzen Gestrüpp auch jede Menge Plastikmüll schreddert, hindert ihn nicht an der Durchführung der ihm zugewiesenen Aufgabe. 

Dabei bleibt es nicht bei der einen oder anderen Coladose: Das hohe Gras entpuppt sich als die reinste Müllkippe. Denn der Seitenstreifen ist zu einem beliebten Rastplatz für Lkw-Fahrer geworden, die hier entweder einen kurzen Zwischenstopp oder gleich ihre Nachtruhe einlegen. Das ist zwar erlaubt, aber ein offizieller Parkplatz mit Mülleimern oder gar sanitären Einrichtungen ist dies freilich nicht. 

Und so legt der Blick auf die Bankette den Verdacht nahe, dass Begriffe wie „Umweltschutz“ oder „Umweltbewusstsein“ im Wortschatz dieser Branche eher untergeordnete Rollen spielen. Anstatt einen Müllbeutel mitzuführen und den ganzen Unrat an einer Raststätte oder Tankstelle in den dortigen Eimern zu entsorgen, pfeffern die Fernfahrer ihn achtlos ins Gras. Und dort wird er nun von den Rasenmähern gleich mitgeschreddert. 

Die Szene sieht ein Spaziergänger und schildert sie dem Anzeiger. Nun bedarf es nur noch eines kräftigen Windes, um den biologisch nicht abbaubaren Abfall in den Wald oder auf die Felder zu wehen. „Das sähe in 14 Tagen ja wieder so aus.“ 

Auf die Situation angesprochen, zeigte sich Oscar Faneca Santos, Pressesprecher der Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift von Straßen NRW, beim Anblick unserer Fotos deutlich schockiert. Gereinigt würden diese Flächen zwar regelmäßig – aber nur einmal im Jahr.

Die aktuelle Situation ist jedoch wohl noch nicht ausreichend katastrophal, um eigens dazu jenseits des zwölfmonatigen Turnus auszurücken. Immerhin sei bei der Straßenmeisterei Arnsberg angefragt worden, ob man nicht doch einmal eine Ausnahme machen könne. 

Santos zitiert die Reaktion mit den Worten: „In 14 Tagen sähe es dort doch wieder genauso aus.“ Da damit ein externes Unternehmen beauftragt würde, dürften hier auch zusätzliche Kosten eine Rolle spielen. 

Von dem Gedanken, dort Mülltonnen aufzustellen, habe man schon vor längerer Zeit Abstand genommen: Der Abfall lande dennoch jenseits der Behälter, und obendrein würde dann sogar gezielt Müll dort angefahren. Mit anderen Worten: Werl hat einen neuen Schandfleck – und zwar dauerhaft.

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