Werler Pumpwerke trotzen falsch entsorgten Feuchttüchern

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Feuchttücher werden auch in Werl illegal über die Toilette entsorgt, machen aber in heimischen Pumpwerken bislang keine Probleme.

Werl - Es ist ein Negativ-Trend, der sich in den vergangenen Jahren immer weiter verbreitet hat – und einer, der streng verboten ist. Die Rede ist von Feuchttüchern, die aus Unwissenheit oder Nachlässigkeit die Toilette heruntergespült werden und so die Laufräder der Pumpwerke verstopfen können. Probleme dieser Art gebe es in Werl aber generell nicht, sagt Heribert Dröllner, Kanalbetriebs-Abteilungsleiter des Kommunalbetriebs Werl (KBW).

Und das liege laut Dröllner nicht daran, dass in Werl kaum jemand Feuchttücher in der Toilette entsorge, sondern vielmehr daran, dass die Laufräder der Pumpwerke groß genug seien, um eine Verstopfung zu verhindern. In der Nachbarstadt Hamm sind zahlreiche Pumpen regelmäßig verstopft, nachträglich wurde in manche sogar der Schredder „Channel Monster“ eingebaut, um die Feuchttücher zu zerkleinern. 

„Diese Art von Problemen haben wir in den vergangenen Jahren nicht gehabt“, sagt Heribert Dröllner im Anzeiger-Gespräch. Elf Pumpwerke unterhält der Kommunalbetrieb in Werl und seinen Ortsteilen, die jederzeit überwacht und überprüft werden. „Die Laufräder sind bei uns anders dimensioniert und dadurch viel weniger anfällig für Verstopfungen“, sagt der Experte.

Der Lippeverband betreibt in Werl eine Kläranlage und ein Pumpwerk in Hilbeck. Fälle von falsch entsorgten Feuchttüchern kennt auch Lippeverband-Pressesprecher Michael Steinbach. Das Hilbecker Pumpwerk hat ebenso wie die Pumpen des KBW große Laufräder, die gegen Verstopfungen beinahe „immun“ sind. „Bislang hat es sich in Hilbeck noch nicht zugesetzt“, sagt Steinbach. Die Kläranlage hingegen mache bei langanhaltender Trockenzeit Probleme. Denn dann würden sich viele Dinge, die eigentlich nicht in der Toilette entsorgt werden dürfen, am Kanalrand ablagern, festtrocknen und sich sammeln. Wenn es schließlich wieder regnet und sich die Rohre füllen, wird eine größere Menge „Unrat“ zur Kläranlage gespült als üblich. Nicht immer könne der Filter der Anlage damit umgehen – Verstopfungen und ein Notfallbetrieb sind die Folge.

Im Jahr kommen so bis zu 100 Reinigungsstunden (etwa acht Stunden monatlich) zusammen, die entsprechend bezahlt werden müssen, sagt Pressesprecher Michael Steinbach. Jede Reinigung koste eine vierstellige Summe. „Das sind Ausgaben, die sich irgendwann in den Abwassergebühren wiederfinden“, macht Steinbach klar, dass sich das unerlaubte Entsorgen von Feuchttüchern auch im Portemonnaie der Bürger bemerkbar mache.

Die Tücher bestehen aus festem Gewebe, das im Wasser nicht zerfällt. „So etwas muss im normalen Hausmüll entsorgt werden“, sagt Heribert Dröllner.

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