31-jähriger Drängler

Fahrerflucht auf der A44: Drängler und Unfall-Verursacher muss ins Gefängnis

Auf der A44 bei Werl verursachte ein Drängler einen schlimmen Unfall und floh vom Tatort.
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Auf der A44 bei Werl verursachte ein Drängler einen schlimmen Unfall und floh vom Tatort.

Aus seinen Fehlern hat ein 31-jähriger Bottroper nicht gelernt. Nun muss er für elf Monate in die Justizvollzugsanstalt. Seine Vorstrafen wurden dem Angeklagten vor dem Werler Amtsgericht zum Verhängnis und er muss nun in den Knast.

Werl - Vor einem Jahr war der Bottroper auf der A44 in Fahrtrichtung Dortmund unterwegs. Auf Werler Stadtgebiet verursachte er einen Verkehrsunfall, bei dem zwei Personen aus Ingolstadt schwer verletzt wurden. Der Angeklagte hatte zu diesem Zeitpunkt keinen Führerschein. Nach dem Zusammenstoß ließ er seinen Wagen auf der Autobahn zurück und er flüchtete zu Fuß.

Am 8. November des vergangenen Jahres gegen 23.10 Uhr fuhr der Angeklagte in aggressiver Fahrweise auf der Überholspur. Wie verschiedene Zeugen aussagten, war er mit rund 160 Stundenkilometern unterwegs und betätige häufig die Lichthupe. Zudem fuhr er immer wieder nah auf die Fahrzeuge vor ihm auf.

Auto überschlägt sich mehrfach

Nach einem Überholvorgang schien er bei der hohen Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren zu haben. Er kam von der Überholspur ab auf die andere Fahrbahn und touchierte dabei ein anderes Fahrzeug. Das Auto mit den beiden Insassen aus Ingolstadt überschlug sich nach dem Zusammenstoß mehrfach und blieb anschließend in einer Böschung auf dem Dach liegen. Die beiden Personen mussten schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden, wo sie mehrere Tage behandelt wurden.

Vom Unfallverursacher fehlte jede Spur. Er floh zu Fuß über die Felder. Eine Suchaktion in der Nähe der A44 blieb erfolglos. Erst später konnte der Unfallverursacher ermittelt werden. Der Polizei war er kein Unbekannter. Er hatte wegen verschiedener Verstöße schon seine Fahrerlaubnis verloren.

Vor Gericht war die Sache dem Angeklagten mehr als peinlich. Er entschuldigte sich bei den Geschädigten. „Das ist grauenhaft, was da vorgefallen ist“, sagte er. Weil er nach dem Zusammenstoß unter Schock gestanden habe, habe er die Unfallstelle verlassen und sei zum Soester Bahnhof gelaufen. „Als ich am nächsten Tag wieder zu mir kam, war mir klar, was da passiert ist“, teilte er mit. „Es tut mir unheimlich leid. Mehr als entschuldigen kann ich mich nicht“, so der 31-Jährige.

Die Geschädigten sind vom Unfall gezeichnet

Die Geschädigten aus Ingolstadt, die als Zeugen aussagten, waren vom Unfall noch gezeichnet. Besonders die Verlobte des Fahrers hat den Vorfall noch nicht verarbeitet. Im Gerichtssaal weinte die Frau aus Bayern. Sie gab an, dass sie sich noch in psychologischer Behandlung befinde. Die Ingolstädter gaben weiter an, dass sich beide nach dem Aufprall an nichts mehr erinnern konnten. Sie seien in der Nacht im Krankenhaus aufgewacht.

Eine Zeugin hatte den Unfall genau gesehen, weil sie hinter den beiden Fahrzeugen fuhr. „Der ist von der Fahrbahn abgekommen und direkt hinten rein gefahren. Das ging so schnell“, gab sie an. Alle Zeugen, die vor Gericht aussagten, hatten sich am besagten Tag vor einem Jahr zunächst um die Verletzten gekümmert. Erst später bemerkten sie, dass der Verursacher nicht mehr am Unfallort war.

Der Bottroper hat sechs Eintragungen im Bundeszentralregister und ist schon einschlägig in Erscheinung getreten. Ende 2018 hatte er unter Einfluss von Alkohol einen Unfall verursacht und Fahrerflucht begangen. Bei diesem Verfall war er bereits ohne gültigen Führerschein unterwegs. Wegen dieser Straftat ist er zu acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgelegt. Bei der Straftat im November 2019 stand er unter laufender Bewährung. Deswegen konnte keine erneute Bewährungsstrafe verhängt werden.

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