Nachbesserungen beim Lärmschutz?

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Geplant ist, dass die B63 (Bildmitte) an dieser Stelle einmal von der A 445 überquert wird.

WERL ▪ Das Fazit war zu erwarten: „Der geplante Neubau der A 445 bleibt strittig“, teilt die Bezirksregierung Arnsberg nach dreitägigem Ringen mit. Beim „Erörterungstermin“ in Sönnern wurden rund 200 private Einwendungen diskutiert. Haupthemen: der Landverlust, der Lärmschutz und „die generelle Frage nach dem Bedarf“.

Fakt ist: Änderungen in der Planung werden zumindest geprüft, vor allem beim Lärmschutz. Man wolle sehen, ob hier „Nachbesserungen“ machbar seien, sagt Dr. Christian Chmel-Menges, Sprecher der Bezirskegierung.

Auch die „Verlängerung“ des Termins am Donnerstag brachte keinen Konsens in vielen strittigen Fragen. Das war auch nicht erwartet worden. Der Termin diente vielmehr dazu, dass Einwender und Planer ihre Argumente austauschen konnten. „Die Diskussion verlief zwar kontrovers, wurde aber von allen Beteiligten sehr sachlich geführt“, sagt Ulrich Felder, Hauptdezernent Verkehr bei der Bezirksregierung. Die Einwender erhalten im Dezember die sie betreffenden Protokollauszüge.

Nach der Stellungnahme der Träger öffentlicher Belange wurden ab Dienstag die privaten Einwendungen erörtert. Unter anderem gab es einen Überblick zum Flurbereinigungsverfahren, das für den Bau der A 445 erforderlich wäre. Ralf Helle, Hauptdezernent für Ländliche Entwicklung und Bodenordnung bei der Bezirksregierung, stellte den „erheblichen“ Umfang des Flächenbedarfs sowie die vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen dar. Das Verfahren ermögliche, den enormen Landverlust auf einen größeren Kreis von Eigentümern zu verteilen und neue Wegebeziehungen zu schaffen.

140 Privat-Einwender waren Mittwoch und Donnerstag vor Ort. Ihr Anliegen wurden unter der Moderation der Bezirksregierung mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW diskutiert. Die erwartete Lärmbelastung nach dem Bau der A445 nahm breiten Raum ein. Hauptkritik der Einwender: Aktive Lärmschutzmaßnahmen seien in der bisherigen Planung nicht berücksichtigt. Und: Geplante passive Maßnahmen seien unzureichend. Zudem wurde von den Autobahngegnern der Bedarf für die A 445 generell bestritten. Das Verkehrsgutachten wurde ebenso angezweifelt wie einzelne Lärmberechnungen.

Man habe dem Landesbetrieb Straßen „diverse Prüfaufträge mit auf den Weg gegeben“, sagt Felder. Diese müssen abgearbeitet werden, bevor man einen Planfeststellungsbeschluss erstellen könne. Mit dem sei frühestens ab Mitte 2013 zu rechnen.

Die geplante A 445 von Werl-Nord bis zur Anschlussstelle Hamm ist rund 7,7 Kilometer lang und laut Planer eine „wichtige überregionale und dem Fernverkehr dienende Nord-Süd-Spange“. Die Anbindung an die A 2 ist in Form eines Autobahndreiecks geplant; in Werl erfolgt ein Anschluss am Hansering (K 18), der dazu verlängert werden muss.

Die Befürworter des Neubaus führen die notwendige Entlastung der B 63 ins Feld. Viele Hilbecker hoffen auf den Bau. Die Maßnahme ist im Bedarfsplan als „vordringlich“ eingestuft. Gegen den Lückenschluss hat sich eine Bürgerinitiative (StoppT A 445) gegründet.

Ein Papier, mit dem das Landesverkehrsministerium die Notwendigkeit der A 445 unterstreichen könnte, steht aus: Die vom Land im September 2011 per Fußnote geforderte Netzbetrachtung im Zuge der Neu-Priorisierung von Straßenbauten liegt noch immer nicht vor. Muss auch nicht, sagt das Ministerium auf Anzeiger-Anfrage. Es reiche, die Ergebnisse beim Vorliegen des Baurechts vorzustellen. Zwar räumt das Ministerium ein, dass das fehlende Papier den Argumenten der Autobahn-Gegner Vorschub leistet – die hatten im Juni per eigener Netzbetrachtung den Weiterbau für überflüssig erklärt. Aber Eile sei nunmal nicht geboten, sagt ein Ministeriumssprecher. Die Netzbetrachtung solle aber „in Kürze vorliegen“. Erwartetes Ergebnis: Der Lückenschluss, er wird gebraucht. ▪ bus

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