Mobile Hühnerhaltung

Eier aus dem Automaten in Büderich

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Philipp Löer und An-Katrin Galonska in ihrer ländlichen Idylle mit mobiler Hühnerhaltung und einem Eierautomat.

Büderich - Große grüne Ausläufe, vitale Hühner und ein Automat als Blickfang auf der gegenüberliegenden Straßenseite: Zur Osterzeit floriert das Geschäft mit Eiern aus der Maschine an der alten B1.

Im Dezember startete Philipp Löer mit seiner mobilen Hühnerhaltung an der ehemaligen Bundesstraße. Nachdem der Büdericher Landwirt sein Geschäft mit 50 Hühnern und einem Stall anfing, leben auf seiner Wiese mittlerweile 110 Hühner in zwei Ställen in Freilandhaltung.

Die „hervorragende Resonanz“ ist für Löer Grund genug, weiter expandieren zu wollen: Der Büdericher plant bereits den Bau eines dritten Stalls und die Anschaffung weiterer Hühner, deren Erzeugnisse rund um die Uhr am Automaten vertrieben werden können.

Kundenbindung besonders wichtig

„Zunächst habe ich mich gefragt, wie ich die Eier am besten vermarkten kann“, berichtet Löer im Anzeiger-Gespräch. Die Kundenbindung sei ihm besonders wichtig, weshalb der Standort auf der weitläufigen Wiese gegenüber seines Hofs obligatorisch war.

„Ich möchte, dass der Konsument Vertrauen aufbauen kann und weiß, dass unsere Hühner artgerecht gehalten werden.“ Der Vorteil gegenüber eines Hofladens seien zudem die geringeren Personalkosten und unbeschränkte Öffnungszeiten.

„Wir sind 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag geöffnet“, verspricht Philipp Löer. Nachdem der Landwirt, der bereits seit Jahren Pilze anbaut, die Idee des Automaten aufgegriffen hatte, kaufte er diesen gebraucht über ein Kleinanzeigen-Portal.

Direktvermarktung vor Ort 

„Für mich ist es ein Einstieg in die Direktvermarktung meiner Produkte, die ich zuvor nur auf dem Großmarkt vertrieben habe. Ich werde noch in diesem Jahr an mindestens einem Tag pro Woche einen Hofladen mit einer breiteren Produktpalette eröffnen, in dem man dann auch das Fleisch der Hühner erwerben kann.“

Für Löer ist das die logische Konsequenz, da sich das Fleisch nicht im Automaten lagern lässt. „Im Hofladen habe ich dann auch den persönlichen Kontakt zur Kundschaft, der mir ebenfalls wichtig ist“, betont der Landwirt.

Bis dahin wird die Hühnerschar zunächst auf der großen Wiese immer weiterziehen: „Sobald die Tiere einen Teilbereich abgepickt haben, zieht der Stall um, und alle Hennen können sich am frischen Grün satt fressen.“

Positiver Blick in die Zukunft

Philipp Löer und seine Lebensgefährtin An-Katrin Galonska freuen sich über ihre ländliche Idylle, blicken aber gleichzeitig positiv auf die möglichen Veränderungen durch die Ansiedlung eines Discounters oder Vollsortimenters. „Unser Haus müsste weichen“, weiß Löer.

In dem Fall wolle das Paar gegenüber neu bauen. Würde sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Vollsortimenter ansiedeln, müssten die Hühner an ihrem aktuellen Standort für den Lebensmittelmarkt Platz machen und auf den hinteren Teil der Fläche umziehen. Und der Automat sei auch in zwei Stunden abgebaut.

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