Kinderschützenfest

Eichenprozessionsspinner: Hilbecker haben einen Plan "B"

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Der Eichenprozessionsspinner könnte künftig zum umfangreichen Problem in Werl werden.

Hilbeck – „Sie leben gesellig und gehen in Gruppen von 20 bis 30 Individuen im ‘Gänsemarsch’ auf Nahrungssuche, daher der Name“: So beschreibt Wikipedia das Verhalten des Eichenprozessionsspinners. Die Raupe mit dem Eiweißgift soll eine andere gesellige Veranstaltung nicht gefährden: Das Kinderschützenfest Hilbeck findet statt, zur Not in der Turnhalle.

Es gebe jenen „Plan B“ sowieso, sagt Schützenhauptmann Daniel Kahlau. Denn die Turnhalle dient ohnehin als mögliches Ausweich-Quartier, falls es regnen sollte. Das Kinderschützenfest, in Hilbeck kombiniert mit einem Schützentag, wird also weder dem Wetter, noch dem Eichenprozessionsspinner zum Opfer fallen. „Zur Not weichen wir aus.“

Gleichwohl hat das mittlerweile dreimalige Auftreten des Insekts, das gesundheitsgefährdende Auswirkungen auf die Haut und die Atemwege des Menschen haben kann, in Hilbeck für Nervosität gesorgt. Der Schützenverein hat reagiert und schaut mittlerweile täglich nach einem möglichen neuen Befall und Nestern.

Sichtungskomitee gegründet

Zweimal wurden am Schützenplatz und einen am Höhenweg Nester entfernt. Das eigens gegründete „Eichenprozessionsspinnersichtungskomitee“ ist bislang nicht weiter fündig geworden, sagt Kahlau. Schädlingsbekämpfer aus Werl und Hamm („Da ist das enorm viel“) hätten ihm mitgeteilt, dass eine enge Beobachtung die Ausbreitung eingrenzt.

Gefährliche Raupen in Hilbeck: Das sagt der Schädlingsbekämpfer

„Also haben wir ein permanentes Auge darauf.“ Bislang sei das Vorkommen aber bei weitem nicht so umfangreich wie im benachbarten Hamm. Was dem Schützenhauptmann wichtig ist: Niemand solle mit einem schlechten Gefühl den Schützentag und das Kinderschützenfest am Sonntag, 23. Juni, besuchen. Im Gegenteil werde man sicher nichts riskieren.

Der Schützenplatz war bereits einmal vor einer Woche abgesperrt worden, weil dort ein Baum mit den giftigen Raupen befallen war.

Daniel Kahlau versichert aber: „Wir werden das Fest auf keinen Fall absagen müssen.“ Zurzeit gehe man auch davon aus, draußen feiern zu können. Vom Schädlingsbekämpfer habe man die Zusage bekommen, dass er definitiv am selben Tag kommen werde, an dem ein weiterer Befall bemerkt werde – falls es überhaupt dazu kommt.

"Welle" erwartet

Dass Werl künftig ein umfangreicheres Problem mit der giftigen Raupe droht, davon geht der Kommunalbetrieb aus. Man erwarte eine „Welle“, sagte Jürgen Staubach, beim KBW für das städtische Grün zuständig. Andernorts sind schon Schulen und Kindergärten geschlossen worden, wenn Nester des Schädlings in größerem Umfang aufgetreten sind.

Es sind vor allem die feinen, kaum sichtbaren Brennhaare der Raupe mit ihren Widerhaken, die allergische Reaktionen und Atemwegserkrankungen hervorrufen können. Der Wind trägt die Härchen weiter – das gefährdet Menschen, die damit in Berührung kommen oder sie einatmen. Aus den Raupen entwickeln sich Schmetterlinge – wenn sie nicht vorher vom Menschen entfernt worden sind.

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