Giftige Raupe

Eichenprozessionsspinner: KBW befürchtet eine „Welle“

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Hilbeck/Werl – Noch sind es Einzel(be)fälle. Dreimal wurde der Eichenprozessionsspinner festgestellt, jeweils in Hilbeck. Aber der Kommunalbetrieb befürchtet, „dass wir von einer Welle überrollt werden.“

Jürgen Staubach, beim KBW unter anderem für den Forst zuständig, verweist auf Münster. 2013 sei die Raupe dort erstmals aufgetreten – „und im letzten Jahr gab es 6.000 Fälle“.

Zwar müsse es für Werl so weit nicht kommen. Aber das Tier, das sich derzeit begünstigt durch die Witterung von Westen nach Osten ausbreitet, hat den Kreis Soest erreicht und wird nun wohl häufiger auftreten im Stadtgebiet. Darauf, so Staubach, werde man sich vorbereiten. „Das Problem wird uns weiter beschäftigen.“

Eichenprozessionsspinner befällt weitere Bäume in Hilbeck

Bis Juli hat das Tier „Saison“. Aufzuhalten sei die Raupe nicht. Zurzeit nehmen die Mitarbeiter die städtischen Bäume in die intensive Beobachtung. Wie der Name schon sagt, tritt der Eichenprozessionsspinner vorwiegend an Eichen auf. Er weicht aber auch auf Buchen aus.

Nicht an Obstbäumen

Allerdings: Raupen und Gespinstmotten gibt es viele. „An Obstbäumen kann es nicht der Eichenprozessionsspinner sein“, sagt Staubach. Der KBW betont: Sollte die Raupe in Privatgärten vorkommen, ist der Eigentümer verpflichtet, für eine fachgerechte Entfernung zu sorgen, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Staubach warnt davor, das auf eigene Faust zu tun. Denn die Härchen der Raupe lösen sich leicht und sind durch ihr Nesselgift gesundheitsgefährdend, können zum Beispiel allergische Reaktionen hervorrufen. Fachfirmen entfernen Nester daher unter Vollschutz und Atemschutz. Die Nester werden dann mit einem Flüssigmittel verklebt und abgesaugt.

KBW nur für städtische Bäume

Für Privatgärten ist nicht der KBW Ansprechpartner, sondern Fachfirmen. Wenn ein Baum befallen war, ist das Risiko groß, dass das wieder passiert. Bei starkem Befall ganzer Straßenzüge gibt es die Möglichkeit, im Frühjahr ein Biozid aufzubringen, ein biologisches Behandlungsmittel. Die Eichen im Stadtwald sind maximal im Randbereich gefährdet. Der Eichenprozessionsspinner mag es warm und sonnig. Im Wald selber sei es zu kalt.

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