Mutter eines Häftlings hatte Haschisch dabei

Drogen im BH: JVA-Besucherin vor Gericht

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Vor dem Werler Amtsgericht musste sich nun eine Krefelderin verantworten, weil sie bei einem Besuch ihres Sohnes in der JVA Drogen in ihrem BH dabei hatte.

Werl - Wenn Drogendelikte aus der JVA vor Gericht landen, dann müssen sich dort normalerweiser die Häftlinge verantworten, seltener die Besucher. Anders in diesem Fall: Angeklagt war die Mutter eines Häftlings. 

Eine in Tränen aufgelöste Krefelderin stand nur vor dem Werler Amtsgericht. Sie hatte im vergangenen Juni bei einem Besuch ihres Sohnes in der Justizvollzugsanstalt Werl Drogen mit sich geführt. 

Das knappe Gramm Haschisch sei jedoch nicht für ihren Sohn bestimmt gewesen, sondern zum Eigenkonsum, da sie aufgrund diverser nachweislicher orthopädischer Beschwerden bereits Morphiumtabletten einnehmen müsse, deren Wirkung aber nicht immer ausreiche, erklärte die Angeklagte. 

Tags zuvor habe sie die Drogen gekauft, jedoch vergessen, sie aus der Hosentasche zu nehmen. Aufgefallen seien sie ihr erst, als sie in der JVA auf die Toilette gegangen sei. Daher habe sie sich das Tütchen in den BH gestopft.

Für ihre Behauptung sprach, dass sie bis dahin zweimal im Monat ihren Sohn besucht hatte und bei den Kontrollen nie etwas entdeckt worden war. Letztlich ging es in der Anklage aber auch nicht um versuchten Schmuggel, der ihr eh nicht nachzuweisen war, sondern „nur“ um den Besitz. 

Allerdings ist die Frau selber auch kein Engel: Seit 2001 hat sie sechs Eintragungen im Bundeszentralregister gesammelt und zahlt bis heute noch die ersten Geldstrafen ab. 

Auf ihr Konto gehen Stromdiebstahl, gemeinschaftliche Unterschlagung, falsche uneidliche Aussage und acht Betrugsdelikte. Zuletzt war sie im Jahr 2014 strafrechtlich in Erscheinung getreten. 

Ihre Geldstrafe wird die Arbeitslosengeld-II-Empfängerin nun noch deutlich länger abstottern müssen, denn zu den bisherigen Auflagen addieren sich nun noch einmal weitere 90 Tagessätze zu je 15 Euro sowie die Verfahrenskosten. Die Frau nahm das Urteil sofort an.

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