Weitere Hintergründe zum zuckersüßen Einsatz

Firmenchef nach Schoko-Unfall: "Das wäre eine Katastrophe gewesen"

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Mit großem Aufwand musste die ausgelaufene Schokolade beseitigt werden.

Westönnen - Nachdem die Feuerwehr Werl am Montagabend zu einem zuckersüßen Einsatz ausrücken musste, gibt es jetzt gibt es weitere Hintergründe, wie es zu dem Schoko-Schlamassel in Westönnen kam.

Schokolade im Überfluss: Was nach Schlaraffenland klingt, war am Montagabend ein zähflüssig-brauner Schlamassel in Westönnen. Ein Anliefertank bei DreiMeister quoll über, zu allem auch sprichwörtlichen Überfluss ergoss sich die Vollmilchschokolade auf die Straße.

Grund: „ein kleiner technischer Defekt“. Glück für die Firma: Die Produktion konnte am Mittwochmorgen ohne Ausfälle fortgesetzt werden. Und das sei die entscheidende Nachricht, sagt Firmenchef Markus Luckey, den der Anzeiger am Morgen in Berlin erreichte.

Vor diesem Problem stand die Feuerwehr

Denn ein Ausfall beim Pralinenhersteller so kurz vor Weihnachten in der Hauptproduktionszeit – „das wäre eine Katastrophe gewesen“. Während der technische Defekt am Kessel schnell behoben werden konnte, war das mit der Schokolade auf der Weststraße anders. Ein Problem laut Feuerwehr-Chef Karsten Korte: Die zähe Masse war zum Teil schon hart geworden, zum Teil noch weich. 

Zunächst hatte die Wehr, die um kurz vor 20 Uhr alarmiert worden war, überlegt, einen Telelader einzusetzen. Dann aber verwarf sie den Gedanken wieder. „Denn den wieder sauber zu bekommen, das wäre zu aufwendig geworden“, sagt Korte. Also griffen die gut 25 Mann des Löschzugs 3 (Westönnen und Mawicke) zur Schaufel, um Werls größte Schokoladentafel zu beseitigen.

Mitarbeiter eilen zur Firma

Unterstützt wurden sie von Dreimeister-Mitarbeitern, die sofort zur Firma geeilt waren, um zu helfen. Das „gute Miteinander“ betonten sowohl Korte, als auch Firmenchef Luckey, der die Hilfskräfte lobte und den Mitarbeitern dankte. Beschäftigte der Firma beschafften Kisten, in die die Masse geschaufelt wurde. Übrig blieb eine kleine Schicht auf der Straße, die aber auch beseitigt werden musste. Denn die Schokolade war auch in die Poren geflossen. „Und da besteht die Gefahr, dass das glitschig wird“, sagt Korte. Schließlich enthält Schokolade Fett.

Mit heißem Wasser und einem Brenner wurden Reste der süßen Verkehrsgefährdung von der Straße gelöst.

Also wurde mit heißem Wasser und einem Dachdeckerbrenner auch der Rest von der Straße gelöst. Der Kommunalbetrieb hatte für die Zeit der Säuberung die Straße gesperrt und Ölwarnschilder aufgestellt. Bis 22.20 Uhr war die Wehr im Einsatz. Für DreiMeister gingen die Säuberungsarbeiten in der Halle am Dienstag weiter – unter laufender Produktion, die mit der Frühschicht um 7 Uhr begann.

"Ich bin froh, dass nichts passiert ist"

Anwohner hatten den Schokoladenfluss bemerkt; nachmittags ruhte bei DreiMeister die Produktion. Die Polizei informierte wiederum die Firma, die Ablaufpläne danach hätten alle gegriffen. „Ich bin froh, dass unterm Strich nichts passiert ist“, sagte Firmenchef Luckey. Was genau an dem Anliefertank kaputt gewesen sei, sodass er überlief, wisse man nicht. „Aber es war nur eine Kleinigkeit.“ Größere Schäden gebe es nicht. 

Und so geht der Blick schon wieder nach vorn. Man blicke „positiv in die Zukunft“, sagt Markus Luckey, der den Pralinenhersteller vor drei Jahren übernommen hatte. Seitdem sei die Produktion ausgebaut und das Portfolio erweitert worden. Seitdem habe er viel investiert in die Firma in Westönnen, vor allem in Maschinen. Weitere kurzfristige Investitionen seien „nicht auszuschließen.“

Kein Zweifel: Am Standort wird festgehalten

Der Standort Westönnen sei gut ausgelastet. Keinen Zweifel ließ Luckey daran, dass er am Standort Westönnen festhalten werde. „Das ist gesetzt.“ 130 feste Mitarbeiter hat der Betrieb, hinzu kommen 50 bis 80 Saisonkräfte. Mit einem Schuss Humor nimmt der Firmenchef das Malheur hin. Dass es zur Schokoflut gekommen ist, habe wohl am Nikolaus und dem Christkind gelegen. „Die haben beide darum gestritten, wer unsere leckere Schokolade bekommt...“

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