Drei Jahre Haft nach Überfall auf Tankstelle

Zu drei Jahren Haft wurde der 22-Jährige verurteilt.

WERL/ARNSBERG ▪ Der inzwischen 22 Jahre alte Werler, der im Juli des vergangenen Jahres die Tankstelle an der Soester Straße überfallen hatte, ist am Dienstag vom Landgericht Arnsberg wegen schwerer räuberischer Erpressung in einem minder schweren Fall zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Zusätzlich ordnete das Gericht für den drogen- und alkoholabhängigen Angeklagten die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Der aus einem ordentlichen Elternhaus stammende Angeklagte besuchte eine Förderschule und war anschließend als Arbeiter tätig. Er ist zurzeit arbeitslos und Hartz-IV-Empfänger. Seit Jahren hat er übermäßig Hasch und Alkohol zu sich genommen. Zeitweilig trank er eine Flasche Wodka täglich.

Bei einem Drogen-Dealer hatte der junge Mann im vergangenen Jahr 420 Euro Schulden. Da er diese nicht bezahlen konnte und der Dealer ihn unter Druck setzte, beschloss er, sich das Geld durch einen Überfall auf eine Tankstelle zu beschaffen. So betrat er am Morgen des 28. Juli gegen 6.30 Uhr eine Tankstelle in der Soester Straße in Werl. Zu dieser Zeit war dort wenig los. Der Angeklagte hatte sich vermummt, so dass sein Gesicht unkenntlich war. Mit einem Messer – mit einer ca. 10 Zentimeter langen Klinge – in der rechten Hand wandte er sich an die allein im Verkaufsraum anwesende 62 Jahre alte Angestellte der Tankstelle: „Gib mir das Geld, dann passiert dir nichts.“ Eingeschüchtert und aus Angst öffnete die Frau die Kasse. Aus dieser entnahm dann der Angeklagte das gesamte Bargeld. Die Beute betrug ca. 500 Euro. Beim Verlassen der Tankstelle nahm der Angeklagte noch eine Flasche Baccardi und vier große Schachteln Zigaretten mit.

Der Angeklagte gab von Anfang an die Tat voll und ganz zu. Er betonte aber, er habe mit dem Messer nicht auf den Körper der Frau gezielt. Er habe es ihr nur gezeigt. Die als Zeugin vernommene Frau bestätigte das.

Nach den Feststellungen einer psychiatrischen Sachverständigen lag bei dem Angeklagten zur Tatzeit auf Grund des jahrelangen Drogen- und Alkoholmissbrauchs eine „eingeschränkte Steuerungsfähigkeit“ und damit eine verminderte Schuldfähigkeit vor.

Insoweit gingen dann Staatsanwalt und Gericht auch nur von einem minder schweren Fall der räuberischen Erpressung aus. Hierfür sieht das Gesetz einen Strafrahmen von einem bis zu zehn Jahren vor.

Auf Antrag des Staatsanwaltes verhängte dann das Gericht die dreijährige Haftstrafe. Gleichzeitig ordnete es die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt an. Die Dauer einer solchen Unterbringung hängt von der medizinischen Beurteilung ab und beträgt in der Regel ein bis zwei Jahre. Die Unterbringungszeit wird auf die Haftstrafe angerechnet.

Der Angeklagte entschuldigte sich noch bei der Zeugin für sein Verhalten. Diese leidet heute immer noch psychisch unter den Folgen des erlittenen Überfalls. ▪ wi

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