Modehaus wird mitgenutzt

Discounter überrascht mit Ausbau-Plan: Tedi wächst am Neuen Markt

Neues Leben am Neuen Markt: Noch steht das ehemalige Modehaus Jantz (links) leer. Bald erweitert Tedi am Neuen Markt den Standort und verlegt auch den Haupteingang (jetzt noch rechts).
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Neues Leben am Neuen Markt: Noch steht das ehemalige Modehaus Jantz (links) leer. Bald erweitert Tedi am Neuen Markt den Standort und verlegt auch den Haupteingang (jetzt noch rechts).

Früher Röcke, Hosen & Co, künftig Blöcke, Dosen & mehr – und der „Neue Markt“ macht seinem Namen Ehre. Denn ein Leerstand an prägender Stelle wird durch einen – wenn auch nicht neuen – Markt verschwinden. Der Discounter „Tedi“ will wachsen und das benachbarte Ladenlokal des ehemaligen Modehauses Jantz nutzen.

Werl - Die verhängten Schaufenster des Dauer-Leerstands zeugen vom laufenden Umbau.

Die Satdtverwaltung bestätigt auf Anfrage eine beantragte Nutzungsänderung für das ehemalige Modehaus. Demnach werde Tedi das Erdgeschoss nutzen und damit seine Verkaufsfläche um 130 auf dann 880 Quadratmeter steigern.

Der Discounter wird auch den bisherigen, zurückliegenden Haupteingang am Neuen Markt verlegen. Wo es früher in das Modehaus ging, wird dann der Tedi-Eingang sein, sagt Stadtplaner Ludger Pöpsel. „Was das Erscheinungsbild angeht, ist das sicher die bessere Variante“, sagt der Stadtplaner. „Man schaut nicht so direkt auf den Leerstand.“

Was das Erscheinungsbild angeht, ist das sicher die bessere Variante. Man schaut nicht so direkt auf den Leerstand.

Ludger Pöpsel, Stadtplaner

Die innen liegende Treppe des Modehauses wird im Zuge der Umbauarbeiten verschwinden und die Lücke geschlossen. Im Obergeschoss sollen Büroräume entstehen.

Tedi bestätigt am Montagnachmittag auf Anfrage unserer Zeitung die Pläne: Man wolle die Filiale auf rund 900 Quadratmeter vergrößern. „Diese Entscheidung wurde getroffen, da unsere Filiale in der Marktstraße nicht mehr den Anforderungen unseres aktuellen Konzepts entspricht und daher geschlossen wird.“ Der Haupteingang werde verlegt, „ein genaues Öffnungsdatum steht allerdings noch nicht fest“.

Der Nonfood-Händler mit Sitz in Dortmund hat 2100 Filialen in Europa, überwiegend in Deutschland. Artikel des täglichen Bedarfs verkauft der 2004 von der Tengelmann-Gruppe ins Leben gerufene Discounter, einst als Ableger der Tengelmann-Textiltochter KiK gedacht.

Den Standort Marktstraße wird Tedi Mitte Juli räumen.

Tedi-Aus an der Marktstraße

Mit dem Wachstum sorgt Tedi für neue Schlagzeilen in Werl. Erst im März hatte das Unternehmen bestätigt, dass es Mitte Juli den Standort an der Marktstraße (neben der Gaststätte Diers) nach 15 Jahren verlassen wird. Der Vertrag läuft aus, die Gruppe wollte ihn nicht verlängern. An der Marktstraße bietet Tedi daher nur noch einige Wochen lang auf 400 Quadratmetern Verbrauchsartikel. Allen Mitarbeitern werde eine Weiterbeschäftigung in einem der umliegenden Märkte angeboten.

Wirklich überraschend war das Aus dieser Filiale nicht gekommen. Schließlich gab es zuletzt gleich drei Tedi-Märkte in Werl, nachdem Tedi mit der Billig-Kette „Black.de“ gescheitert war. Die war am Neuen Markt an den Start gegangen. Nach rund einem Jahr aber kam das Aus von Black.de, die Filiale wurde auf „Tedi“ umgeflaggt, zum dritten Werler Markt der Marke.

Ein weiterer Tedi-Markt ist in der Wulf-Hefe-Galerie.

2018 hatte Modehändlerin Silvia Jantz das Aus für ihr Modehaus in Werl verkündet. Zuvor hatte sie am Neuen Markt auf zwei Ebenen 25 Jahre lang Damenmode an die Frau gebracht. Das Ende kam überraschend zwei Jahre vor dem eigentlich angedachten Termin der damals 64-Jährigen. Der Mietpreis sei „viel zu hoch und nicht mehr zeitgemäß“, hatte Silvia Jantz beklagt. Zudem beharre der Vermieter bei einer möglichen Verlängerung des Vertrages auf einer für sie zu langen Laufzeit.

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