Vom Diesel zum Strom 

Gelber Elektrobus wird auf Werler Straßen getestet

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Mit diesem Leih-Elektrobus ist Breitenbach am Mittwoch in Werl unterwegs.

„Verkehrs-Strom“ mal wortwörtlich: In Werl wird am Mittwoch testweise ein Elektrobus verkehren. Die Firma Breitenbach setzt das Leih-Fahrzeug ein, um es einem Praxistest zu unterziehen, sagt Nikolai Weber, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Breitenbach mbH & Co. KG.

Werl – Eine Woche lang wolle man den E-Bus im Bedienungsgebiet einsetzen; am heutigen Dienstag sind nur Werkstattfahrten geplant. Mittwoch geht es dann auf die Straßen unter anderem in Werl. Wickede und Ense. Am Donnerstag fährt der Mercedes im Kreis Warendorf, kommenden Montag in Hamm.

Die Fahrer werden für den Einsatz eigens geschult, weil ein E-Bus andere Fahreigenschaften hat als ein Diesel-Modell. Probefahrzeuge sind Einzelstücke Künftig elektrisch zu fahren, das sei eine politische Forderung, begründet Weber den Test-Einsatz. „Und das wird die Zukunft sein.“ 

Ob Breitenbach schon im kommenden Jahr mit der Umstellung der Fahrzeugflotte auf den Elektrobetrieb beginnt, oder doch erst 2021 oder 2022, das werde auch vor der weiteren Entwicklung auf dem Fahrzeugmarkt abhängen. Der sei im Bus-Bereich noch lange nicht ausreichend ausgeprägt, sagt der Breitenbach-Chef. Die Probefahrzeuge seien derzeit noch Einzelstücke, nämlich umgerüstete Diesel-Busse, in die Akkus eingebaut werden. 

Allein das Gewicht dieser Fahrzeuge begrenze die Akku-Kapazität und damit die Reichweite, die ein Bus am Tag fahren kann. Der geliehene Testbus komme auf 150 bis 200 Kilometer in einem Rutsch, dann muss er an die Ladestation. Für den Alltagsbetrieb sei das untauglich. 300 bis 320 Kilometer am Tag seien notwendig, um auf das umständliche und unwirtschaftliche Laden am Betriebshof verzichten zu können, sagt Nikolai Weber.

Allerdings habe der Pkw-Bereich gezeigt, wie schnell die Entwicklung voranschreite. „Daher gehe ich davon aus, dass spätestens 2025 nur noch Busse im Elektrobetrieb und keine anderen Antriebsarten mehr neu beschafft werden.“ Für Breitenbach mit seinen 100 Bussen würde das eine Umstellung auf den E-Betrieb nach und nach bedeuten, wenn es Busse in Serienproduktion gibt und sich der Einsatz rechnet. Wann immer ein Diesel-Fahrzeug ausfällt, würde es durch ein E-Fahrzeug ersetzt – wenn das wirtschaftlich darstellbar ist. 

Denn ein weiteres Problem sind die Anschaffungskosten der Elektrobusse. Derzeit seien sie rund doppelt so teuer wie ein Diesel-Fahrzeug. Der Testwagen wird am Mittwoch zweimal am Breitenbach-Betriebshof an der Runtestraße aufgeladen. Die nötige Kraft-Steckdose ist vorhanden. Wenn künftig nur noch E-Busse durch Werl kurven, seien natürlich entsprechende Ladevorrichtungen anzuschaffen, sagt der Breitenbach-Chef.

Nach Abschluss der Testwoche werde man die Daten auswerten, um zu sehen, ob die erhofften Werte erreicht werden. Ein Diesel-Bus verbraucht im Schnitt rund 35 Liter auf 100 Kilometer. Man werde sehen, so Weber, wie viel der E-Bus „tanken“ muss und wie viel Energie er im Einsatz verbraucht.

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