Corona und der Indoor-Spielplatz

Deutlich weniger los im "Monkey Island"- Einbußen sind groß 

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Martin Gadek und Stefanie Prisco hoffen, dass sich das "Monkey Island" bald wieder füllt. 

Eigentlich toben hier viele Kinder  fröhlich umher, doch aktuell ist nicht viel los auf der Affen-Insel im Werler Norden. Beim Indoorspielplatz „Monkey Island“ spüren sie die Auswirkungen des Coronavirus nämlich schon arg. „Es ist aktuell schwierig“, erzählt Betreiberin Stefanie Prisco.

Werl –  „Viele Menschen haben immer noch Angst und kommen deshalb nicht.“ Seit dem 3. Juli hat der Indoor-Spielplatz wieder geöffnet, 300 Personen dürfen seither rein. „Doch die erreichen wir nicht“, sagt Prisco. Stattdessen bleibt ein Großteil der Fläche verwaist. 

Dabei haben Prisco und Parkmanager Martin Gadek ein durchdachtes Hygienekonzept erarbeitet. So herrscht Maskenpflicht auf allen Laufwegen, die im Einbahnstraßen-System über die Insel führen – lediglich auf den Spielgeräten muss keine Atemwegsbedeckung getragen werden. „Dafür gibt es beispielsweise auf dem Kletterturm auch Einbahnstraßenregelungen, damit sich die Kinder dort nicht dauernd über den Weg laufen“, erklärt Gadek. 

Höherer Personalaufwand

Dazu gibt es regelmäßige Durchsagen, die die Besucher ans Abstand halten erinnern und die Gäste werden nach der Ankunft zu ihrem Platz geführt, das obligatorische Kontaktformular inklusive. „Außerdem habe ich für alles Mögliche Listen erstellt“, berichtet Prisco. Jede Reinigung von Türklinken oder Handläufen wird genauestens dokumentiert. „Mittlerweile hat sich das alles eingespielt.“ 

Doch das Hygienekonzept verlangt den Mitarbeitern im „Monkey Island“ eine Menge ab, schließlich muss die Einhaltung ständig überprüft werden. „Der Personalaufwand ist dadurch höher“, sagt Prisco, die an guten Tagen immer mindestens fünf Angestellte im Einsatz haben muss. 

Starke Einbußen 

Von denen hat sie zumindest die fünf Auszubildenden in den vier Standorten Bochum, Winterberg, Bergkamen und Werl aus der Kurzarbeit geholt. Zu diesem Mittel musste das „Monkey Island“ während der viermonatigen Corona-Schließung im Lockdown greifen, um über die Runden zu kommen. Mit Erfolg, denn Prisco und Gadek mussten in dieser langen Zeit ohne Einnahmen niemanden entlassen. „Darüber sind wir sehr froh“, sagt Prisco. „Wir haben in den vergangenen Jahren offenbar gut gewirtschaftet.“ 

Trotzdem muss das „Monkey Island“ derzeit rund 75 Prozent an Einnahmeeinbußen hinnehmen – kein Pappenstiel, doch die Chefs bleiben optimistisch. „Hauptsache, wir haben überhaupt Einnahmen“, meint Gadek mit Blick auf andere Branchen. „Wir wollen uns nicht beschweren, aber auch nicht alles gut reden.“ Immerhin ist die Affen-Insel ja zumindest wieder ein wenig mit Kindern bevölkert. 

Stress für viele Besucher

Das läuft aber oft nicht ganz so entspannt ab. „Man merkt den Gästen an, dass sie unter Dauerstress stehen“, bemerkt Gadek. Wegen Corona können die Eltern ihre Steppkes nämlich nicht mehr einfach so durch die Halle flitzen lassen. Die ganze Zeit über müssen sie dafür sorgen, dass der Nachwuchs die Hygieneregeln einhält, da gibt es keine ruhige Minute. „Diesen Stress wollen sich viele nicht antun, was wohl auch ein Grund dafür ist, dass sie nicht kommen.“ 

Wann sich das ändert, ist noch nicht absehbar, die Corona-Krise ist nicht überwunden. Doch Stefanie Prisco und Martin Gadek hoffen, dass das bald passiert. Dann können die Kinder nämlich endlich wieder ohne Einschränkungen über die Affen-Insel tollen und miteinander spielen – so wie früher.

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