Peter Schmidt liebt den Rummel

Das ist Werls größter Kirmes-Fan

Kirmes-Fan Peter Schmidt aus Werl: Seit Kindertagen liebt er den Rummel. Dann kam Corona
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Kirmes-Fan Peter Schmidt aus Werl: Seit Kindertagen liebt er den Rummel. Dann kam Corona

Der Werler Peter Schmidt liebt die Kirmes. Der 37-Jährige ist fast jedes Wochenende unterwegs und besucht Jahrmärkte. Wegen Corona muss er derzeit darauf verzichten.

Werl - Schon als er klein war, fing die Leidenschaft für Kirmes an. Mit seiner Mutter Sonja ging er in die Werler Innenstadt. Dort begann der Aufbau zur Michaeliskirmes. Vor der Basilika bauten die Schausteller das Kinderkarussell auf. Peter Schmidt konnte davon nicht genug bekommen. Das Aufstellen des Fahrgeschäfts hat ihn fasziniert.

An diesem Septembertag war das Hobby des heute 37-Jährigen geboren. Danach ließ er seine Eltern nicht mehr in Ruhe. Wo auch immer eine Kirmes in der Nähe stattfand, Peter Schmidt musste dahin. Die Sonntagsausflüge der Familie gingen häufig in die Nachbarstädte. Früh lernte er die Libori-Kirmes in Paderborn, den Lippstädter Herbst, die Pfingstkirmes in Menden, die Hüstener Kirmes und natürlich die Soester Allerheiligenkirmes kennen.

„Da ist eindeutig bis heute was hängen geblieben“, erzählt der Werler. Mit 13 Jahren fing er an, sich Ordner anzulegen, in denen er Zeitungsausschnitte sammelte, die in Zusammenhang mit der Kirmes standen. Über die Soester Allerheiligenkirmes hat er separate Akten angelegt. Wie viele es inzwischen geworden sind, kann er auf Anhieb nicht sagen.

Kirmesmagazin im Abo

„Wenn ich mal viel Zeit habe, schaue ich mir die einzelnen Ordner an und blättere darin herum“, erzählt er. Das monatlich erscheinende Kirmesmagazin hat er schon seit vielen Jahren im Abo. Vom ehemaligen Werler Vikar Sascha Ellinghaus, der heute Leiter der katholischen Circus- und Schaustellerseelsorge in Deutschland ist, bekommt er ein Buch mit dem jährlichen Pfarrbrief zugeschickt.

Seit er einen Führerschein hat, nahmen die Fahrten zu den Rummelplätzen zu. Nun wollte er auch große Jahrmärkte kennenlernen. Aus Tagestouren zu den Kirmesplätzen in Düsseldorf, Crange, Recklinghausen oder auch Oberhausen wurden Wochenendtouren.

Der Werler lernte den Freimarkt in Bremen, den Dom in Hamburg, das Oktoberfest in München, den Hamburger Hafen-Geburtstag und den Gäubodenmarkt in Straubing kennen. Aber die schönste Kirmes liegt für ihn vor der Haustür. „Die Soester Allerheiligenkirmes ist für mich die schönste Kirmes“, freut er sich jedes Jahr auf die fünfte Soester Jahreszeit.

Aufbau der Kirmes ein Highlight

Der 37-Jährige mag aber nicht nur die Kirmes, wenn sich die Karussells drehen. Er liebt es, wenn die Fahrgeschäfte auf und abgebaut werden. Wenn der Aufbau der Allerheiligenkirmes in Soest beginnt, kribbelt es bei ihm. Fast täglich fährt er in die Kreisstadt, um zu verfolgen, wie die Fahrgeschäfte in die Höhe wachsen. „Spannend ist der Montag vor Beginn der Kirmes“, berichtet er, „da kommen die Schausteller vom Bremer Freimarkt, wie zum Beispiel der Happy Sailor.“

Um einen Abbau der Kirmes zu verfolgen, ist er einmal sonntags um 0 Uhr bei der Cranger Kirmes dabei gewesen. „Das fand ich so richtig spannend. Fünf Stunden habe ich verfolgt, wie die Fahrgeschäfte abtransportiert wurden“, berichtet der Werler.

Durch die zahlreichen Besuche der Jahrmärkte hat Peter Schmidt schon viele Schausteller kennengelernt und Freundschaften geschlossen. Neben dem Kirmes-Treiben findet er das Leben der Schausteller interessant. „Die wohnen in 70 bis 80 Quadratmeter großen Wohncontainern“, hat er von den Betreibern erfahren.

Die Karussells schaut er sich nicht nur an. Er geht auch in alle Fahrgeschäft und fühlt sich dabei sehr wohl. Sein liebstes Karussell hat schon eine lange Tradition. „Ich mag die Schiffschaukel wie die ‘Alte Liebe’ am meisten“, sagt er.

Wegen Corona: Miserables Jahr

Traurig ist er in diesen Tagen, dass die schönste Kirmes heute nicht wie gewohnt startet. Für den Kirmes-Fan war es ein miserables Jahr. Normalerweise ist er ab April jedes Wochenende in einer anderen Stadt unterwegs. In diesem Jahr hat er die Schausteller unterstützt und ist zu den eingerichteten Parks gefahren. Doch da kam für ihn kein richtiges Kirmesfeeling auf.

Er hofft, dass die Corona-Pandemie bald vorbei ist und er ab dem kommenden Frühjahr wieder seinem Hobby nachgehen kann. Auf seinem Zettel steht noch der Cannstatter Wasen. Bei dem Volksfest in Stuttgart war er noch nie.

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