Ramadan unter Corona-Bedingungen

Fastenbrechen in der Moschee fällt aus

Der Fastenmonat Ramadan hat begonnen. Auch in Werl – hier ein Bild aus Zeiten vor Corona – hat das Virus Auswirkungen auf die Gläubigen.
+
Der Fastenmonat Ramadan hat begonnen. Auch in Werl – hier ein Bild aus Zeiten vor Corona – hat das Virus Auswirkungen auf die Gläubigen.

Dieses Jahr ist der islamische Fastenmonat auf den Zeitraum 13. April bis 13. Mai terminiert. In der Werler Moschee wird also seit Dienstag Ramadan gefeiert. Der Vorsitzende der Moschee, Nedim Yigit, bedauert, dass die gemeinsamen Fastenbrech-Abende in der Moschee wegen der Pandemie ausfallen müssen. „Die Familien feiern nur im kleinen privaten Kreis, nicht wie sonst gemeinsam in der Moschee. Auch die Teestube ist geschlossen und die rituellen Waschungen müssen die Gläubigen zu Hause vornehmen.“

Werl - Normalerweise kommen etwa 250 bis 300 der 1000 Gemeindemitglieder aus Werl und dem Umland zu den Nachtgebeten. Die beginnen nach Sonnenuntergang um 21.45 Uhr und es dürfen nur 150 bis 200 Männer kommen. „Den über 70- und unter 15-Jährigen empfehlen wir, zu Hause zu bleiben“, sagt Yigit. Das sei kein Muss, aber gerade die Älteren würden sich mehrheitlich daran halten. „Die Gläubigen, die zum Gebet kommen, müssen ihren eigenen Gebetsteppich mitbringen und werden nicht nur im großen Gebetsraum, sondern auch in den Sozialräumen der Moschee untergebracht, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können.“ Direkt nach dem Gebet geht es wieder nach Hause.

Nedim Yigit denkt schon weiter: „Wenn der Inzidenzwert auf über 100 steigt, kommt die Ausgangssperre. Dann finden auch keine Nachtgebete mehr statt. Das ist sehr traurig.“ Er betont, dass sich die Gläubigen strikt an die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung halten.

Wehmütiger Rückblick auf Fastenbrechen in der Stadthalle

Etwas wehmütig denkt er an das gemeinsame Fastenbrechen mit Christen in der Stadthalle zurück. Etwa 700 Menschen hatten 2012 daran teilgenommen. Jetzt wünscht er den Mitgliedern aller Glaubensgemeinschaften, dass die Pandemie bald überwunden ist und man gemeinsam Fastenbrechen kann.

Der Ramadan ist der Fastenmonat der Muslime und neunter Monat des islamischen Mondkalenders. In ihm wurde nach islamischer Auffassung der Koran herabgesandt. Gefastet wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Kinder, Alte, Kranke und Schwangere müssen nicht fasten. Das Fasten während des Ramadans ist eine der fünf Säulen des Islam. Das sind die Hauptpflichten eines Moslems, denen er im Leben nachgehen sollte. Die anderen Säulen sind: Fünfmal am Tag beten, öffentliches Glaubensbekenntnis, Almosen geben und eine Pilgerfahrt nach Mekka.

Die Werler Moschee

Am 15. Oktober 1971 wurde das erste Gebetshaus in Werl eröffnet. Im Jahre 1989 wurde die Moschee in Werl als erste türkische Moschee in Deutschland, die komplett mit Minarett und Kuppel errichtet worden war, zum Gebet eröffnet. Offizielle Eröffnung war im Mai 1990. Auf einer Grundfläche von 200 Quadratmetern bietet sie Platz für circa 400 Personen. Die Kuppel ist 10 Meter hoch, das Minarett 18 Meter. Im Jahre 2004 wurde die Moschee um Sozialräume erweitert. Mit dem Konzept „Bildungs- und Begegnungsstätte in der Moschee“ will das Werler Gebetshaus interreligiöse und interkulturelle Begegnungsstelle sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare