Ende der Corona-Zwangspause

Kleine Läden hoffen auf Rückkehr der Kunden

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Auch Birgit Siemens vom Geschäft Taschenfreund in Werl hofft nun auf steigende Umsätze.

Iris Franger-Knevels wird ihr Geschäft Casa in der Werler Innenstadt am Montag zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen neu eröffnen. Anfang des Jahres hatte sie Casa mehrere Wochen für eine grundlegende Renovierung geschlossen. Kurz nach dem Neustart folgte die Corona-Zwangspause. Nun hofft sie wie viele andere Inhaber von kleineren Geschäften auf die Rückkehr der Kunden.

Kreis Soest  „Wir machen am Montag auf jeden Fall wieder auf“, sagt Iris Franger-Knevels, die bei Casa Dekoartikel und Feinkostprodukte anbietet. Für die Theke werde es einen Spuckschutz geben und „wir tragen alle Masken“, sagt die Geschäftsinhaberin. Für die Kunden werde sie Einmal-Masken bereithalten. 

Hinter Franger-Knevels liegen harte Wochen: Für die drei Angestellten musste sie Kurzarbeit beantragen. Immerhin habe sie über den Lieferservice, der mit Hilfe des Wirtschaftsrings organisiert wurde, einige Dinge verkaufen können. Insbesondere die Überraschungstüten zu Ostern seien gut angenommen worden. „Aber das war nur ein Bruchteil des normalen Umsatzes.“ Trotz des höheren Arbeitsaufwandes will Franger-Knevels aber auch künftig am Liefern festhalten. 

Auch Jörg Mende, der in seinem Lädchen am Petrikirchhof in Soest Schuhe, Textilien, Gürtel und Taschen verkauft, ist froh, ab heute wieder mit seinem Team Kunden persönlich empfangen zu können. Er hat sich bereits mit Mundschutz und Desinfektionsmittel gewappnet. Die wochenlange Zwangspause habe bei ihm durchaus Existenz-Sorgen ausgelöst. „Die hat wohl jeder Unternehmer im Moment“, so Mende. 

"Die haben uns zum Glück nicht vergessen"

Doch positiv habe ihn der Zuspruch der Kunden gestimmt. „Die haben uns zum Glück nicht vergessen. Dafür sind wir sehr dankbar.“ So habe er zum Beispiel Stammkunden Schuhe nach hause geliefert und auch einige Gutscheine verkauft. Das habe ihm zwar keinen großen Umsatz beschert, die Treue und Wertschätzung der Kunden sei aber ein sehr positives Signal in dieser schwierigen Zeit. 

Dass zunächst nur die kleineren Geschäfte starten dürfen, hält Mende für sinnvoll. Es gehe schließlich gerade darum, den Zufluss zu steuern. „Ich glaube jedem ist geholfen, wenn es erst langsam wieder los geht.“ Es bringe schließlich nichts, wenn nach wenigen Tagen doch wieder alle Geschäfte schließen müssten. 

Birgit Siemens vom Geschäft „Taschenfreund“ in Werl sagt, sie habe inständig darauf gehofft, wieder öffnen zu dürfen. Umsatz habe sie abgesehen vom Verkauf einiger Gutscheine kaum gemacht in den vergangenen Wochen. Vermieter und Lieferanten seien ihr zum Glück entgegengekommen. Und ihre vier Mitarbeiterinnen hätten unbezahlten Urlaub genommen. Nun seien alle hoch motiviert, wieder loslegen zu dürfen. Der Spuckschutz ist per Express bestellt und Desinfektionsmittel stehe bereit. 

Kauflust oder Sparsamkeit?

Auch bei einigen Kunden habe sie gespürt, dass sie große Lust haben, in die Stadt zu gehen und sich etwas Schönes zu kaufen, sagt Siemens. Trotzdem ist sie überzeugt davon, dass die Umsätze zunächst niedriger ausfallen als vor Beginn der Krise. „Viele haben zurzeit 40 Prozent weniger in der Kasse. Ob da unbedingt eine Tasche her muss?“ Und Koffer würden angesichts des Reiseverbots wohl auch keinen reißenden Absatz finden. Außerdem würden einige Frequenzbringer in der Stadt ja weiter geschlossen bleiben. 

Lieferengpässe drohen

Judith Schäfer, die in der „Kinderburg“ in Werl Kindersitze und Spielzeug verkauft, will zunächst nicht regulär öffnen, sondern nur Beratungen nach Terminvergabe anbieten. Auch wer Spielzeug kaufen will, kann sich bei ihr vorher melden. Mit dem Verkauf per Lieferung habe sie zuletzt zumindest etwas Geld verdienen können. Nun hofft Schäfer, dass sie mit etwas mehr Umsatz zumindest wieder die Fixkosten decken kann. Ihre zwei Aushilfen habe sie bislang weiter bezahlt, der Vermieter habe ihr zum Glück zwei Mieten erlassen. Das nächste Ungemach, so befürchtet Schäfer, drohe nun aber durch Lieferengpässe bei den Herstellern.

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