JVA Werl geht neue Wege

Coronavirus im Kreis Soest: Gefängnis-Besuch per Bildschirm möglich

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Bild-Kontakt mit der Außenwelt: Die JVA Werl setzt auf Skype-Bildtelefonie. Matthias Köhler, stellvertretender Leiter des Allgemeinen Vollzugsdiensts, hat es bereits ausprobiert.

Es hat was vom Rettungs(bild)schirm für die rund 1000 Häftlinge und Sicherungsverwahrten: Die Justizvollzugsanstalt Werl hat Alternativen für das seit Mitte März geltende Besuchsverbot im Zuge der Corona-Pandemie gefunden.

Werl - Ab Dienstag, 26. Mai, werde die Anstalt auf Skype-Bildtelefonie zurückgreifen, teilt JVA-Sprecherin Verona Voigt auf Anfrage mit. So sollen die Inhaftierten und Verwahrten ihre Angehörigen zumindest sehen können, wenn auch nur auf den Bildschirmen. Im Besuchsbereich stehen dafür zwei Skype-Plätze zur Verfügung, die technische Ausrüstung dafür ist mittlerweile besorgt. Die JVA wird aber auch bei diesem neuen Weg des Austauschs auf Kontrolle setzen.

Es werde eine „optische Überwachung“ durch JVA-Bedienstete geben, wenn Häftlinge oder Sicherungsverwahrte die Bildschirme nutzen. Zunächst könne die JVA den Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten Telefonate mit einer Dauer von 30 Minuten anbieten. „Die Bildtelefonie dient der Aufrechterhaltung, Stabilisierung und Unterstützung von förderungswürdigen Kontakten“, sagt Verona Voigt. In dieser Woche gibt es einen Probelauf. Auch sonst wird die JVA Werl angesichts der Coronavirus -Krise aktiv: Die Insassen schneidern Masken.

Coronavirus im Kreis Soest: Bildtelefonie in der JVA

Um die Bildtelefonie nutzen zu können, muss ein Genehmigungsverfahren durchlaufen werden. Die Termine für die Nutzung der Bildschirme als Besuchsersatz werden im Anschluss von der Besuchsabteilung analog der sonst üblichen Treffen mit Angehörigen vergeben. Insassen sollen das Angebot regelmäßig nutzen können.

Soziale Kontakte der Gefangenen gelten als wichtiger Baustein zur Resozialisierung im Vollzug. Mitte März hatte die JVA die Maßnahmen gegen das um sich greifende Coronavirus verschärft und mit sofortiger Wirkung Besuche in der Haftanstalt untersagt. Die ersten Fälle von Coronavirus in der JVA Werl gab es im April.

Coronavirus in der JVA Werl: Besuch in Ausnahmefällen möglich

Nur noch in Ausnahmefällen wie wichtigen Verteidigerbesuchen oder zur Suizidprophylaxe war seither der Zugang möglich. Auch im Bereich der Lieferanten mit versorgungswichtiger Fracht wie Lebensmittel und Post sowie beim Zutritt durch Handwerker hatte die JVA Vorkehrungen getroffen, damit das Coronavirus nicht um sich greift.

Offenbar bislang mit Erfolg: Unter den Insassen hat es noch keine Corona-Infektion gegeben. Zuletzt war aber ein Bediensteter der Justizvollzugsanstalt am Langenwiedenweg vorsorglich dem Dienst ferngeblieben, der Kontakt mit einer infizierten Person hatte. Der Bedienstete hatte aber keinen engeren Kontakt zu Gefangenen. „Wir sind und bleiben bei diesen Dingen sehr vorsichtig“, sagt die JVA-Sprecherin.

Die JVA in Werl steht vor einigen Herausforderungen angesichts des Coronavirus. Seit April mit unterstützt eine neue stellvertretende Leiterin die Anstalt.

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