Verbindung zur Sekundarschule

Grundschule: Quarantäne wird auf ganze Klasse ausgeweitet

32 Schüler der Norbertschule müssen nach einem bestätigten Corona-Fall in Quarantäne.
+
32 Schüler der Norbertschule in Werl müssen nach einem bestätigten Corona-Fall in Quarantäne.

[Update: 15.37 Uhr] Nachdem ein Grundschüler positiv auf das Coronavirus getestet wurde, veranlasste das Kreisgesundheitsamt zunächst eine Quarantäne für vier Sitznachbarn. Jetzt muss doch die ganze Klasse in Quarantäne, weil es eine Verbindung zu den Fällen an der Sekundarschule gibt.

Werl - Markus Reim, Leiter der Werler Norbertschule, bestätigte das Vorgehen des Kreises auf Anfrage. Die Schule sei am Mittwochnachmittag davon in Kenntnis gesetzt worden, dass auch die anderen Schüler der betroffenen dritten Klasse und des Herkunftsprachlichen Unterrichts nicht zur Schule kommen sollen. Daraufhin habe man die Eltern informiert. Insgesamt seien 32 Schüler und zwei Lehrer betroffen.

Begründet worden sei dieser Schritt zunächst als „reine Vorsichtsmaßnahme“. Von weiteren Corona-Fällen an der Norbertschule sei bislang nichts bekannt, so Reim.

Am Donnerstagmittag teilte der Kreis auf Anfrage mit, dass es über ein Geschwisterkind eine Querverbindung zur Sälzer-Sekundarschule in Werl gebe. Die Sekundarschule war auf Empfehlung des Kreises geschlossen worden, nachdem im Umfeld der Schüler Corona-Infektionen mit der Delta-Mutante des Virus aufgetreten waren. Bislang ist die Delta-Variante noch nicht bei den Schülern selbst, sondern nur im Umfeld der Schüler nachgewiesen worden. Die Sequenzierung bei den Ergebnissen der Schüler steht noch aus.

Vorsichtsmaßnahmen ausgeweitet

Wegen des Verdachts auf die Delta-Variante, die als ansteckender gilt, als die bisherigen Virus-Varianten, seien nun auch die Vorsichtsmaßnahmen rund um einen Positivfall an der Norbertschule ausgeweitet worden. „Die zunächst nur für die Sitznachbarn angeordnete Quarantäne wurde auf die ganze Klasse ausgedehnt“, schreibt Kreissprecher Wilhelm Müschenborn. Zusätzlich, so Reim, müssen auch acht Schüler aus Parallelklassen in Quarantäne, weil sie mit dem positiv getesteten Kind im Herkunftssprachlichen Unterricht Kontakt hatten.  Andere Jahrgänge seien bislang noch nicht betroffen. Für sie soll der Unterricht normal weitergehen.

„Mir tut das unfassbar leid, für die Kinder und Familien, die betroffen sind“, sagt Reim. Die Schule sei so froh darüber gewesen, dass sie den Kindern gerade wieder so etwas wie einen normalen Rhythmus, einen Alltag bieten konnte. Nun müsse wieder aus der Distanz unterrichtet werden. „Natürlich wirft uns das wieder ein Stück zurück.“ Das Gesundheitsamt habe in einer ersten Information an die Schule von einer Quarantäne-Zeit bis zum 28. Juni gesprochen, so Reim. Inwieweit es da unterschiedliche Zeiträume für die Betroffenen gebe, sei noch nicht ganz klar. „Wir hoffen, dass die Schüler zumindest in der letzten Woche vor den Ferien noch ein paar Tage zurück in die Schule kommen können.“

Viel wichtiger als alle organisatorischen Fragen sei aber, dass die infizierten Kinder und betroffenen Familien gesund bleiben oder werden und die Infektion ohne schweren Krankheitsverlauf und bleibende Schäden überstehen, betont Reim.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung wird Reim auch einen Appell an die gesamte Schulgemeinschaft formulieren, trotz der landesweiten Aufhebung der Maskenpflicht auf dem Schulhof ab Montag, weiter am Tragen der Masken in den Pausen festzuhalten. Dies diene dem Gesundheitsschutz aller.

Kommunkinder in der Klasse

Unter den Schülern, die nun in Quarantäne müssen, sind auch einige Kinder, die am 27. Juni in der Norbert-Kirche ihre Kommunion feiern wollen. Inwiefern die Feier betroffen ist, sei wegen der Unsicherheit bei den Quarantäne-Zeiten noch nicht klar, sagte Pastor Christoph Severin auf Anfrage. „Wir sind und bleiben mit den Eltern im Gespräch.“ Sollten Kinder nicht teilnehmen können, werde man auf jeden Fall eine andere Lösung finden.

Infektion im familiären Umfeld

Die Infektion an der Norbertschule hatte laut Reim nicht im schulischen, sondern im familiären Umfeld stattgefunden. Aufgefallen sei die Infektion deshalb auch nicht bei den Lolli-Tests in den Klassen. Die anschließenden Lolli-Tests seien bislang alle negativ ausgefallen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare