Trotz Appell zum Schutz vor Corona in Schulen

Fast 150 Eltern schicken ihre Kinder in die Notbetreuung

Das Etui müssen in Werl fast 150 Kinder mit in die Schule nehmen.
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Das Etui müssen in Werl fast 150 Kinder mit in die Schule nehmen.

Fast 150 Kinder sind in den Notbetreuungen der Werler Grund- und weiterführenden Schulen angemeldet worden. Das zeigte ein Rundruf unserer Redaktion. Vor allem an den Grundschulen wird das Angebot im Zuge der coronabedingten Schulschließungen bis zum 31. Januar stark nachgefragt. Dabei hatten die Schulleiter intensiv an Eltern appelliert, das Angebot tatsächlich nur in absoluten Notfällen zu nutzen.

Werl –Spitzenreiter ist die Walburgisschule. An der weiterführenden Schulen gibt es für die Klassen fünf und sechs nur vereinzelten Bedarf. Wie sieht es an den einzelnen Schulen aus?

Walburgisschule

Allein 50 Kinder sind an der Walburgisschule angemeldet worden; sie werden in fünf Gruppen von den Lehrern betreut. Man habe diese starke Nachfrage aus den Erfahrungen befürchtet, sagt Schulleiterin Andrea Humpert. Viele Eltern haben Sorge um ihren Arbeitsplatz oder werden in der Pflege oder im Verkauf gebraucht. „Und bei einigen spielt der Arbeitgeber einfach nicht mehr mit.“ Der Start am Montag sei reibungslos verlaufen; gleichwohl habe es viele Nachfragen verunsicherter Eltern gegeben. Ab Klasse 2 gibt es das Kontakt- Angebot über Videokonferenzen. Einige Eltern hätten sich Schul-Tablets dafür geliehen. 50 Geräte hat die Schule, die auf einen Misch von Materialaustausch und Digitalangeboten über „IServ“ setzt.

St. Josef- Grundschule

An der Westönner St. Josef- Grundschule werden 25 Kinder in zwei Gruppen notbetreut, teilt die kommissarische Schulleiterin Ursula Steinhoff mit. Dadurch können die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. „Das Kollegium und die Mitarbeiter von OGS und Betreuung unterstützen sich gegenseitig in der Betreuung der Kinder“, sagt die Leiterin. Damit das Beschulen Zuhause gelingt, hätten die Kolleginnen Materialpakete geschnürt und individuelle Wochenpläne erstellt. Zudem sollen Videokonferenzen oder- Chats, Erklärvideos, Telefontermine und offene Telefonsprechstunden „die Nähe zu jedem Kind ermöglichen und helfen, Verstehens- und Lernprobleme mit dem Material zu besprechen“. Für jede Klasse werde ein eigenes Padlet erstellt, um zusätzliches Material zugänglich zu machen.

Petrischule

„Bei uns sind 18 Kinder angemeldet“, sagt Kim Wawroschek, kommissarische Leiterin der Petrischule. Die Kinder werden in zwei Gruppen (eine Jahrgang 1/2 und eine Jahrgang 3/4) betreut. In Absprache mit dem Träger Parisozial übernehme das OGS-Team die Notbetreuung komplett von 7.45 bis 16.15 Uhr. Längst nicht alle Schüler sind mit Tablets ausgestattet. „Wo es möglich ist, arbeiten wir auch digital, die Schüler erhalten Materialien per Email, bekommen Videos und Links zur Verfügung gestellt – und auf unserer Homepage werden wir die Kinder ab dieser Woche mit Projekten aus dem Bereich Sport, Musik und Kunst versorgen“, sagt Kim Wawroschek

Norbertschule

20 Kinder sind zur Notbetreuung an der Norbertschule angemeldet, so Rektor Markus Reim. Zehn Kinder aus den Jahrgängen 1 und 2 bilden eine Gruppe, zehn Kinder der beiden älteren Jahrgänge die zweite. Betreut werden die Kinder von der sozialpädagogischen Fachkraft sowie Lehrkräften. Zusätzlich sei ein Kind in der Notbetreuung, das Unterstützung – ähnlich wie im Präsenzunterricht – durch die Integrationskraft erhält. Ab dem heutigen Dienstag startet mit der Ausgabe der Unterrichtsmaterialien der Distanzunterricht an der Norbertschule. Erfahrungswerte fehlen also noch. „Die Eltern sind aber froh darüber, dass wir durch die Ausgabe der Lernboxen mit den Unterrichtsmaterialien arbeiten“, sagt Reim. Zusätzlich stehen den einzelnen Klassen auch Klassenpadlets zur Verfügung, dies sei aber nur ein „Zusatzangebot“.

Marienschule

Von „12 bis 16 Kindern je nach Woche“ in der Notbetreuung berichtet der Rektor der Büdericher Marienschule, Stefan Cordes, Für den Verlauf des Monats lägen weitere „Reservierungen“ vor, „so dass dann eine zweite Gruppe notwendig werden wird“. Bislang gibt es eine Gruppe; Ganztags-Mitarbeiterinnen übernehmen die Betreuung. Probleme sieht Cordes bei der Internetauslastung. Die sei „im gesamten Land extrem hoch, so dass die Server der verschiedenen Kommunikations- und Lernplattformen nicht störungsfrei erreichbar sind“. Die Grundschule startet diese Woche analog in das Distanzlernen, sagt Cordes. Über die Homepage gelangen Eltern in einen passwortgeschützten Bereich (Padlet) mit internen Infos zum Unterricht. „Ab kommende Woche bieten wir weitere digitale Möglichkeiten an“; noch in dieser Woche gibt es Probeläufe.

Ursulinenschulen

Auch an den beiden Ursulinenschulen wird die Notbetreuung in Anspruch genommen. „Die Zahlen schwanken täglich“ sagt Schulleiterin Anne-Kristin Brunn. Es seien etwa zehn Kinder angemeldet, dafür wurde eine Gruppe eingerichtet. Die Betreuung übernehmen die Schulsozialarbeiterinnen und die Leiterin des U-Cafés, die von Lehrern unterstützt werden, „so wie es notwendig ist“. Der Schulträger, das Erzbistum Paderborn, wolle zeitnah vorübergehend einen Hotspot für Schüler einrichten, „damit auch in der Betreuung mit privaten Endgeräten gearbeitet und auf die Nutzung der stationären, schulischen Geräte verzichtet werden kann“. Das Distanzlernen an Gymnasium und Realschule der Ursulinen sei „sehr geordnet und ruhig angelaufen“, sagt Anne-Kristin Brunn. Es habe einzelne Anfragen wegen vergessener Passwörter und Zugänge zum Schulportal und in der Schule vergessener Schulbücher gegeben. Der Träger habe Serverkapazitäten erhöht, wodurch „die Rahmenbedingungen verbessert wurden“. Sehr vereinzelt gebe es Rückmeldung von Eltern gegeben, dass die private Internetversorgung Videokonferenzen nicht zulasse. Hier gebe es Einzelfalllösungen. „Darüber hinaus haben wir Leihgeräte ausgegeben, um die Ausstattung der Kinder mit digitalen Endgeräten zu unterstützen.“

Sälzer-Sekundarschule

An der Sälzer-Sekundarschule sind bisher drei Schüler für die Notbetreuung angemeldet, teilt Rektorin Sandra Schenkel mit. Diese werden von Lehrern beim Lernen auf Distanz begleitet. Wie schon in früheren Schließungsphasen, „in denen wir uns im Bereich Distanzlernen mehr und mehr professionalisieren konnten“, stehen die Lehrer im ständigen Austausch mit den Schülern und Eltern.

Marien-Gymnasium

Im Marien-Gymnasium wurden am Montagmorgen fünf Kinder notbetreut. „Das schaffen wir in einer Gruppe, haben allerdings zwei Räume mit Endgeräten ausgestattet, so dass die Schüler am Distanzunterricht teilnehmen können“, sagt Schulleiter Michael Prünte. Die Anmeldung könne jeweils zum Folgetag vorgenommen werden, dafür gibt es ein Anmeldeformular auf der Homepage. Die unterrichtsfreien Tage seien zur Abstimmungen übers Distanzlernen genutzt worden. Die Landes-Lernplattform „logineo“ erweise sich „als hilfreiches und schülerfreundliches Instrument“. Damit seien die Schüler vertraut, betreut werden sie von den Lehrern. Die Schulsozialarbeiterin stehe Schülern, „die familiäre oder soziale Probleme verspüren, beratend und begleitend zur Seite“. Bis zum 31. Januar findet für alle Jahrgangsstufen Distanzunterricht statt, die Teilnahme ist verpflichtend. Fehlen digitale Endgeräte, stellt das MG eins zur Verfügung.

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