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Erste Bruderschaft im Raum Werl sagt Schützenfest ab, zweite folgt wohl

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Der Hut bleibt liegen: Im Raum Werl ist das erste Schützenfest bereits abgesagt
Der Hut bleibt liegen: Im Raum Werl ist das erste Schützenfest bereits abgesagt © dpa

[Update 18.20 Uhr] Statt „erst Schuss, dann lustig“ ist in Holtum erneut frühzeitig „Schluss mit lustig“: Die Michael-Schützen sagen ihr Schützenfest auch für dieses Jahr ab. Das hat Brudermeister Michael Fehr gt. Hoberg auf Anfrage mitgeteilt. Und auch in Mawicke wird wohl abgesagt: „zu 99,9 Prozent“. Wenig Hoffnung gibt es in Westönnen und Sönnern.

Holtum - „Da muss man nicht drumherum reden: Es wird kein Schützenbest stattfinden.“ Für den Zeitraum vom 14. bis 16. Mai sollten sich die Schützen dennoch nicht sofort etwas anderes vornehmen. Denn zumindest auf ein kleines Rahmenprogramm mit einer Messe, einer Kranzniederlegung und der Ehrung verdienter Mitglieder der Bruderschaft hofft der Vorstand, „wenn die Corona-Pandemie das zulässt“. Schon im Vorjahr hatten die Michael-Schützen nach der ersten Corona-Absage zumindest dieses kleine Programm unter Wahrung der Hygieneregeln absolviert.

Michael Melcher und Nicole Röling-Melcher bleiben Königspaar

Ein Schießen aber und damit ein neues Königspaar wird es in Holtum nicht geben. Das heißt für Michael Melcher und Nicole Röling-Melcher: ein weiteres Jahr Regentschaft. „Ich habe schon mit ihm geflachst: Er bleibt so lange im Amt, bis wir einen neuen König finden“; sagt der Brudermeister. Zumindest stehen für das Regentenpaar zumindest zurzeit keine Aufgaben an - ebenfalls wegen Corona.

„Das Risiko ist viel zu groß – auch finanziell“

Holtums Brudermeister Michael Fehr gt. Hoberg

Klar ist für den Brudermeister: Ein Verschieben des Schützenfestes in den Herbst macht keinen Sinn. Niemand wisse, wie sich die Pandemie entwickelt, wie es mit dem Impfen weitergeht und wann überhaupt wieder gefeiert werden kann. „Das Risiko ist viel zu groß – auch finanziell“, sagt Michael Fehr gt. Hoberg. Denn warum solle man eine Musikkapelle buchen (und bezahlen müssen), wenn man letztlich nicht tanzen darf? „Das macht dann ja auch keinen Spaß“, sagt der Schützenchef. Ein Schützenfest mit Abstand? Das sei kaum möglich.

Man werde sich zeitnah mit den Brudermeistern aus dem Raum Werl beraten, um das Vorgehen untereinander abzustimmen, kündigt der Holtumer Brudermeister an. Sich erneut wie bereits im Vorjahr dem Virus beugen zu müssen, das tue schon weh, räumt er ein. Aber eine Wahl hätten die Holtumer Schützen nicht wirklich

Das gilt auch für die Hubertus-Schützen in Mawicke. Man habe zwar noch keine endgültige Entscheidung getroffen, sagt Brudermerister Theo Hünnies. „Aber zu 99,9 Prozent gehe ich davon aus, das es das auch bei uns nicht gibt.“ Die Restchance sei „minimal“. Darüber werde der Vorstand aber entscheiden müssen, wenn man sich online oder tatsächlich in kleiner Runde treffen könne.

Niemand weiß, wie die Menschen künftig damit umgehen.“

Mawickes Brudermeister Theo Hünnies

Am 3. Juni-Wochenende war in Mauke das Fest geplant. Aber wann man überhaupt angesichts der Corona-Pandemie wieder gesellig feiern kann, sei unklar. „Das wird wohl erst schleppend wieder anlaufen“, mutmaßt der Mawicker Brudermeister. Denn ein Restrisiko werde schließlich auch nach der Impfung bleiben. „Und niemand weiß, wie die Menschen künftig damit umgehen.“ Klar ist auch für Hünnies: Eine Verschiebung ins spätere Jahr 2021 kommt nicht in Frage. Das Fest wird also aller Voraussicht nach ersatzlos gestrichen. Heißt: Jens und Sonja Kobbeloer gehen in ihr drittes Jahr.

Ich persönlich glaube nicht, dass es stattfindet.“

Westönnens Brudermeister Christoph Zeppenfeld

Wenig Hoffnung in Westönnen

„Viel Hoffnung haben wir nicht“, sagt Westönnens Brudermeister Christoph Zeppenfeld zur Ausrichtung des Schützenfestes Ende Juli. „Ich persönlich glaube nicht, dass es stattfindet.“ Aber er wolle dem Vorstandsbeschluss nicht vorgreifen, abgesagt ist nichts. Im Laufe des Aprils werde man eine Entscheidung treffen müssen. Die Aussagen aus Holtum und Mawicke könne er nur unterstreichen, sagt Zeppenfeld. Auch mit Hygienevorgaben könne man leben und umgehen, selbst wenn das etwas kostet. Aber dass Menschen zusammen feiern und sich bei Schützenfesten nah sind, sei kaum zu unterbinden. „Das lassen sich Menschen nicht nehmen.“

Sollte das Fest wie erwartet ausfallen müssen, hoffen die St.-Sebastianus-Schützen Westönnen zumindest auf Treffen in Kleingruppen für Gottesdienst, Kranzniederlegung und Mitgliederehrung. Denn die habe man im Vorjahr ausfallen lassen „weil wir dachten, dass 2021 alles besser wird...“

Ich bin fest überzeugt: Wenn etwas möglich ist, würde man das kurzfristig organisiert bekommen.“

Sönnerns Brudermeister Olaf Schmitz

Sönnern sieht nur den „Hauch einer Chance“

Sönnern sieht nur den „Hauch einer Chance - und die ist sehr dünn“ auf ein Fest in diesem Jahr - und Brudermeister Olaf Schmitz schließt sich Zeppenfeld an. Die St.-Georg-Schützen Sönnern-Pröbsting habe ein mögliches Fest gar nicht erst thematisiert, könne seit drei Monaten keine Vorstandsarbeit machen. Bei der aktuellen und sich stets wechselnden Nachrichtenlage sei kaum etwas verlässlich planbar. Aber wenn sich doch noch ein Türchen öffne, dann wären Musiker und Getränkeversorger auch kurzfristig dabei, davon ist Schmitz überzeugt. „Es warten ja alle darauf. Und ich bin fest überzeugt: Wenn etwas möglich ist, würde man das kurzfristig organisiert bekommen.“ Dass Holtum jetzt abgesagt habe, sei verständlich. Denn je nähe ein Festtermin rückt, umso schwieriger sei die Planung. Aber Sönnern wäre erst am 3. Juli-Wochenende an der Reihe. Ob es dazu kommt? „Wenig wahrscheinlich..“

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