Zwei Infektionen bei Doppelt-Geimpften

Seniorenheim meldet ersten Corona-Todesfall und weitere Infizierte

Das Seniorencentrum St. Michael in Werl meldet einen ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus.
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Das Seniorencentrum St. Michael in Werl meldet einen ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Das Caritas-Seniorencentrum St. Michael meldet einen ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Ein 82-jähriger Bewohner verstarb am vergangenen Freitag im Krankenhaus. Am selben Tag lag auch das komplette Ergebnis einer Abstrichaktion vom 16. Februar vor: Drei weitere Bewohner und vier Mitarbeiter wurden demnach positiv getestet. Darunter zwei doppelt geimpfte Bewohner. 198 Tests waren negativ.

Werl - Einrichtungsleiter Daniel Romberg, der zunächst alle Angehörigen und am Montag die Öffentlichkeit über die Fälle informierte, zeigte sich betroffen. „Jeder Todesfall ist tragisch.“ So froh man die ganze Zeit gewesen sei, keine Corona-Fälle im Seniorenzentrum gehabt zu haben, so klar sei auch gewesen, dass das Risiko immer besteht. Der nun Verstorbene sei erst seit kurzem in der Einrichtung und noch nicht geimpft gewesen. Wegen seines schlechten Gesundheitszustands sei er schnell in eine Klinik verlegt worden. (News zum Coronavirus im Kreis Soest)

Eine weitere Bewohnerin sei noch in stationärer Behandlung, so Romberg. Auch sie war nicht geimpft. Zwei Bewohner, die positiv getestet wurden, hätten allerdings schon eine doppelte Impfung hinter sich. Ihnen gehe es bislang gut. Das gelte auch für die vier betroffenen Mitarbeiter. Sie waren allerdings allesamt nicht geimpft.

Fälle sind auf einen Wohnbereich beschränkt

Aufgefallen waren die ersten positiven Fälle bei einem Schnelltest, nachdem diese durch einen Labor-Test bestätigt waren, sei die Abstrichaktion angeordnet worden, erläuterte Romberg. „Wir können uns immerhin glücklich schätzen, dass wir die Infektionen auf einen Wohnbereich beschränken konnten“, sagt Romberg. „Wir haben nach Bekanntwerden der Fälle ganz schnell reagiert und den Bereich komplett separiert. Auch die Mitarbeiter dürfen die Wohnbereiche nicht mehr wechseln.“ In Absprache mit dem Gesundheitsamt sei für den betroffenen Wohnbereich 3 mit seinen 28 Bewohnern auch ein Besuchsverbot verhängt worden, das zunächst bis zum 26. Februar dauern soll.

Romberg geht zurzeit davon aus, dass das Infektionsgeschehen unter Kontrolle ist: Seit dem 16 Februar seien alle Bewohner und Mitarbeiter täglich getestet worden. „Bislang hat es keinen weiteren positiven Fall gegeben.“

Impfquote liegt bei 95 Prozent

Romberg hofft trotz der zwei Positivfälle unter den Geimpften, dass die hohe Impfquote in der Einrichtung zur Eindämmung des Ausbruchs beiträgt. 95 Prozent der gut 100 Bewohner seien inzwischen doppelt geimpft. Die zweite Impfrunde fand am 22. Januar statt. Bei den Mitarbeitern seien 85 Prozent einmal und 53 Prozent zweimal geimpft.

Lockerungen habe es nach den Impfungen aber keine gegeben. In den drei nicht betroffenen Wohnbereichen seien Besuche weiterhin nur in speziellen Besuchsräumen möglich. Jeder Besucher müsse vor Einlass weiter einen Schnelltest machen.

Bislang war das Seniorencentrum St. Michael von Corona-Fällen verschont geblieben. Ein größeres Ausbruchsgeschehen mit 26 Todesfällen hatte es allerdings in den Senioreneinrichtungen „Amadeus“ und „Mozart“ am Westuffler Weg gegeben. Zuletzt waren die beiden Häuser aber wieder coronafrei.

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