Werler hat Verwandtschaft in betroffenen Regionen

Coronavirus: Pizzabäcker Bruno blickt mit Sorge in seine italienische Heimat

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Pizzabäcker Bruno Quadrelli aus Werl im Gespräch über einen Videoanruf mit seinem Bruder Luigi in Italien.

Mit Sorgenfalten auf der Stirn sitzt Bruno Quadrelli in seinem Restaurant „Rimini“ in der Ecke und schaut auf sein Handy.

Werl - In seinem Heimatland Italien herrscht seit Tagen ein besonderer Ausnahmenzustand. Er hat mehrfach am Tag Kontakt zu seiner Familie. Besonders mit seinem Bruder Luigi ist er täglich über Videoanrufe in Verbindung und ist so auf dem Laufenden, was das Coronavirus in seiner Heimat ausgelöst hat.

Coronavirus: Straßen sind leer gefegt

Aus Angst, dass sich das Virus weiter ausbreitet, hat die italienische Regierung ein Ausgehverbot verhängt. Die Italiener dürfen das Haus nur noch in bestimmten Fällen verlassen, weiß der 68-Jährige von seiner Familie. Der 62-jährige Luigi wohnt im Dorf Montescudo in der Region Rimini. Der 5000 Einwohner große Ort liegt in der Provinz Rimini.

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Wie Quadrelli durch seinen Bruder erfahren hat, sind die Straßen leer. „Nur wenige Leute halten sich auf den Straßen auf und der Verkehr ist fast bei null“, berichtet der Werler aus seiner Heimat. Bruder Luigi erzählte, dass er viele Italiener mit Masken sieht und alle sehr traurig sind.

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Es gibt nur drei Gründe, warum die Italiener derzeit ihr Haus verlassen dürfen. Neben dem Notfall sind dies der Besuch der Apotheke und für Einkäufe im Supermarkt. Vor dem Verlassen der Wohnung, müssen die Italiener auf einen Zettel den Grund des Verlassens der Wohnung aufschreiben, sagt Luigi, den Bruno Quadrelli inzwischen über Videoanruf ins Gespräch eingebunden hat. Sollte sich herausstellen, dass dies eine Lüge ist, drohen dem Italiener 106 Euro Geldstrafe, berichtet der 62-Jährige per Live-Schaltung.

Coronavirus: Schon drei Angehörige verstorben

Weiter teilt er uns mit, dass zum Einkaufen immer nur ein Familienmitglied die Wohnung verlassen darf. „Vor dem Supermarkt bilden sich kleine Schlangen mit Abstand zu anderen Personen, weil maximal nur vier Leute gemeinsam in den Einkaufsladen dürfen“, erzählt der Italiener. Er selber braucht nicht so oft raus. Nach dem Tod der Mutter im Sommer des vergangenen Jahres ist er alleine im Haus. Einmal die Woche macht er die Besorgungen. Auf die Frage, was er den ganzen Tag so macht, zeigt er auf dem Handy seinen Garten sowie den Hund und die Ziege. „Ich lese Bücher, bin im Garten und versorge meine Tiere“, übermittelt er.

Nicht anders ergeht es derzeit den Schwestern vom Inhaber des Werler Restaurants. Patrizia (62) und Ada (70) wohnen in Macerata Feltria im Kreis Pesaro. Auch hier hat sich das Leben nach dem Conoravirus verändert. Am schlimmsten sieht es in den Regionen Mailand und Bergamo aus. Diese Gebiete hat es am schlimmsten getroffen. Das kann Rimini-Mitarbeiter Franco Cosentino berichten. Aus dem Familienkreis seiner Cousine, die in Bergamo lebt, sind schon drei Angehörige an der Krankheit verstorben.

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