Freitag Massentest für alle Insassen

Weitere Coronafälle in der JVA: Nun gibt es 40 Infizierte

Nun sind es 40: Die JVA Werl meldet drei weitere Corona-Fälle.
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Nun sind es 40: Die JVA Werl meldet drei weitere Corona-Fälle.

In der Justizvollzugsanstalt Werl gibt es drei weitere Insassen, die positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Das teilte die Anstalt am Donnerstagmorgen mit. Damit erhöht sich die Zahl der Fälle an der Belgischen Straße auf 40.

Werl - Alle drei Betroffenen hätten Symptome gezeigt, daher habe man die Testung vorgenommen und durch einen PCR-Test bestätigt.

Mit einer weiteren Zunahme habe man rechnen müssen, sagt Anstaltssprecherin Verona Voigt unter Bezug auf die Anstaltsärztin Dr. Ulrike Schmallenbach. Denn bei der Massentestung aller Insassen und Bediensteten in der Vorwoche (Dienstag und Mittwoch) sei bei einigen frisch Infizierten die Viruslast wohl noch nicht ausreichend hoch gewesen, um das Virus nachweisen zu können. Daher habe man weitere Fälle zumindest befürchten müssen. In der Vorwoche hatten 37 Corona-Fälle hinter Gittern landesweit für Aufsehen gesorgt

Die drei Betroffenen aus verschiedenen Abteilungen der Justizvollzugsanstalt wurden auf die eigens eingerichtete Quarantänestation im Haus 2 verlegt. Dort gebe es aber noch immer ausreichende Reserven, sagt Verona Voigt. Nach wie vor herrsche Ruhe in der Anstalt.

Die JVA wird am Freitag (11. Juni) alle Insassen nochmal einem Schnelltest-Abstrich unterziehen, kündigt die Sprecherin an. Gegen Mittag sollten alle Ergebnisse vorliegen. Gibt es dabei positive Tests, werde man bei den Betroffenen den verlässlicheren PCR-Test vornehmen. Das Gesundheitsamt und Hilfsorganisationen werden am Freitag wieder in großer Zahl vor Ort sein, um die medizinische Abteilung der JVA zu unterstützen

Bis dahin steht die gesamte Anstalt im Werler Norden weiter unter Verschluss. Besuche, Ausführungen und Gefangenentransporte sind untersagt, die Insassen müssen sich strengen Vorgaben unterziehen und auf den Zellen essen. Nach dem Massenausbruch des Coronavirus‘ hatte die Anstalt mit umfangreichen Maßnahmen reagiert. Unklar ist, wie das Virus in die Zellen gelangen konnte. Ein Häftling, der in der JVA Münster gewesen war, könnte es mitgebracht haben; dort hatte es zuvor Corona-Fälle gegeben.

Nach wie vor gilt: Die Corona-Fälle hinter Gittern haben keine Auswirkungen auf den Inzidenzwert im Kreis Soest. Das NRW-Gesundheitsministerium betrachtet die Fälle als „isoliertes Ausbruchsgeschehen“. Sie fließen zwar in die Statistik ein, werden aber wieder herausgerechnet.

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