Corona-Debatte

Schulen für Maskenverzicht in Pausen - und warnen vor Unterricht „ohne“

Coronavirus - Schulen bereiten Präsenzunterricht vor
+
Die Maske ist ein ständiger Begleiter für Schüler an Schulen in Werl.

Schulen und Elternvertreter in Werl forderten fast durch die (Schul-)Bank den Verzicht von Corona-Schutzmasken in den Pausen - und stießen beim Land auf offene Ohren. Ab Montag wird es so kommen. Die Diskussion um einen Verzicht im Unterricht wird hingegen bei den Schulen kritisch gesehen und abgelehnt.

Werl – Das zeigt eine Umfrage unter den Schulen am Mittwoch und daher kurz vor der Aufhebung der Pausen-Maskenpflicht durch das Land.

Sekundarschule

„Sicherlich ist das Tragen der Masken bei zunehmenden Temperaturen gegen Mittag eine große Herausforderung“, sagt Sandra Schenkel, Chefin der Sälzer-Sekundarschule. Sowohl den Schülern, als auch dem Kollegium sei aber „die Wichtigkeit bewusst“. Die Pandemie sei nicht vorbei, „wir dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen“. Im Präsenzunterricht sei die Ansteckungsgefahr im Klassenraum besonders hoch. Auch in den Pausen können insbesondere jüngere Schüler beim Spielen nicht immer genügend Abstand wahren, „sodass hier ebenfalls die Maske Schutz bietet“. In Absprachen schaffen die Lehrer aber „Maskenpausen“, in denen sich Lerngruppen auf dem Schulhof befinden und bei Abstand die Maske abgenommen werden kann.

Marienschule

„Wir setzen die Vorgaben des Landes-Schulministeriums um“, sagt Schulleiter Stefan Cordes und betont: Die Schüler halten sich vorbildlich an die Hygienemaßnahmen. „Dazu zählt selbstverständlich auch das Tragen der Masken. Die Masken geben uns allen Sicherheit und schützen uns und unsere Mitmenschen.“ In Klassenräumen sei es nicht möglich, im vollständigen Präsenzunterricht den Mindestabstand einzuhalten. „Die Hitze ist in unserer Schule in diesen Tagen auch ohne Maske kaum erträglich“, sagt Cordes. Das Tragen oder Nichttragen der Masken ändere an dieser Tatsache nicht wirklich viel. „Daher versuchen wir, entsprechend Pausenzeiten einzurichten, damit der Unterricht und die Betreuung/OGS erträglicher werden. Es sind jetzt noch 13 Schultage...“ Und Donnerstag ist hitzefrei ab 11.30 Uhr.

Petrischule

Kim Wawroschek, kommissarische Leiterin der Petrischule, nennt die Maske „bei der aktuellen Wetterlage natürlich weniger erträglich als sonst. In Anbetracht der Temperaturen hoffen wir, dass die Politik im Sinne der Kinder entscheidet und die Maskenpflicht außen, zumindest in den Pausen, lockert.“

Walburgisschule

„Ich würde mich darüber freuen, wenn wir im Sinne der Kinder zumindest draußen in den Pausen die Masken weglassen dürften“, sagt Andrea Humpert, Rektorin der Walburgisschule. Beim Sport im Außenbereich sei das Abnehmen auch erlaubt. Und in den Pausen bewegen sich die Grundschüler viel, toben, kicken, rennen. „Da merken wir schon, dass es ihnen schwer fällt, die Masken richtig aufzulassen.“

Ursulinenschulen

An den Ursulinenschulen gibt es „die Tendenz, die Maskenpflicht beizubehalten“, sagt Schulleiterin Anne-Kristin Brunn. Denn das Risiko einer Infektion, insbesondere durch (neue) Virus-Varianten, sei nicht einzuschätzen. „Außerdem sind inzwischen wieder alle Schüler im Präsenzunterricht, was das Einhalten des Abstands im Klassenraum erschwert oder gar unmöglich macht.“ Bei steigenden Temperaturen werde allerdings das Atmen durch die Maske anstrengender, da müsse man Rücksicht nehmen. Die Verordnung lasse Ausnahmen in begründeten Fällen zu. „Kritischer wird das Tragen der Masken auf dem Schulhof gesehen“, sagt Brunn. Da Experten davon ausgehen, dass eine Ansteckung im Freien „sehr unwahrscheinlich ist, erscheint es uns nachvollziehbar und verantwortbar, auf die Maskenpflicht auf dem Außengelände zu verzichten“. Insgesamt aber seien Masken selbstverständlicher Bestandteil schulischen Alltags geworden, sodass man es „auch in den letzten drei Wochen noch aushalten kann. Wir alle möchten keine Erkrankung oder Quarantäne riskieren und setzten darauf, die Ferien gesund zu erreichen.“

Marien-Gymnasium

„Sowohl für Schüler, als auch für die Lehrkräfte ist das Tragen der Maske eine Selbstverständlichkeit geworden“, sagt MG-Chef Michael Prünte. „Wir haben in Hinblick aufs Infektionsgeschehen durch die konsequente Einhaltung der Maskenpflicht und sonstiger Infektionsschutzmaßnahmen viel Erfolg gehabt.“ Der gegenseitige Schutz der Gesundheit sei ein wichtiges Anliegen. „Vor dem Hintergrund der Diskussion um die Maskenpflicht könnten wir uns vorstellen, unter Wahrung der Abstandsregeln auf dem Schulhof die Maskenpflicht zu lockern.“ Im Unterricht aber wolle das MG am Tragen der Maske festhalten, da der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. „Selbstverständlich“, ergänzt der MG-Chef, „wird den Schülern bei diesen warmen Temperaturen die Gelegenheit zur Maskenpause an der frischen Luft gegeben.“

Norbertschule

Die Maskenpflicht werde bleiben, „die Erlasslage gibt nichts anderes her“, sagt Markus Reim, Leiter der Norbertschule. Und er sei davon überzeugt, dass es erst mal keine Änderung in dieser Frage geben wird. „Ziemlich froh“ ist Reim, „dass sich alle daran gewöhnt haben und mit der Maske vertraut sind“. Die Tragepflicht gilt für alle Schüler und in der Schule Arbeitenden „ohne Ausnahme“. Sicher wäre wünschenswert, dass Schüler das Stück Stoff draußen nicht mehr benötigen. „Aber auch da gibt es Schnittmengen und Begegnungen“, mahnt Reim. Daher solle man kein Wagnis eingehen. Über allem stehe der Gesundheitsschutz, „und dass nun bald alle gesund in die Ferien gehen könne, die Familien durchatmen können“.

St.-Josef-Schule

„Im Klassenraum Masken zu tragen, erschwert zwar in einigen Fällen das verbale Verständnis, bietet aber allen ein gewisses Maß an Sicherheit“, sagt Ursula Steinhoff, kommissarische Leiterin der St.-Josef-Schule. „Bei den sommerlichen Temperaturen in den Pausen oder beim Spielen in der OGS ächzen die Kinder ordentlich das ein oder andere Mal unter dem Mund-Nase-Schutz.“ Auch den Aufsichten falle das Atmen unter Masken schwer. „Bei diesem Wetter ist ein Wechsel der durchfeuchteten Masken sinnvoll. Manche Kinder haben eine zum Wechseln dabei.“ Wenn man im Klassenverbund auf Abstand im Kreis im Schatten unterm Baum sitzt und eine Maskenpause einlegen kann, „atmet man im besten Wortsinne tief durch“, sagt Steinhoff. „Wir an der Josefschule würden uns alle freuen, wenn zumindest die Maskenpflicht im Freien auch für die Schulen gekippt würde.“

Das sagen Eltern und Schüler

Diana Oeste ist Elternvertreterin der Petrischule. „Ich persönlich halte eine Maske in geschlossenen Räumen durchaus noch für sinnvoll. Draußen könnte man meiner Meinung nach schon darüber diskutieren, ob man die Kinder davon befreien könnte. Zumal im Freizeitbereich in weiten Teilen die Maskenpflicht entfällt.“ Am Ende seien aber alle froh, wenn es coronafrei in die Ferien geht.

Für die Schüler spricht Hendrik Hörster (MG): „Natürlich ist es anstrengend, die Maske gerade bei dieser Hitze zu tragen, aber dennoch ist sie neben den Selbsttest das wichtigste Mittel, um uns und andere zu schützen und daher für unseren Schulalltag unverzichtbar. Wir wollen alle gesund und nicht in Quarantäne in die Ferien starten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare