Noch nicht alle machen mit

Gastronomen öffnen Außenbereich: Werler freuen sich über ein wenig Normalität

Dirk Haupt und Annette Engel genießen den ersten Tag der Öffnung der Außengastronomie im Kaffeehaus.
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Dirk Haupt und Annette Engel genießen den ersten Tag der Öffnung der Außengastronomie im Kaffeehaus.

Die neue Corona-Verordnung des Landes machte es am Samstag möglich: Die Gastronomen durften ihre Außenbereiche öffnen. Doch die Beteiligung der Werler Gastronomen hielt sich noch stark in Grenzen.

Werl - Seit dem 2. November des vergangenen Jahres waren die Restaurants und Gaststätten geschlossen. Jetzt konnten sie nach dem Lockdown zumindest ihren Außenbereich wieder öffnen.

Ute Eickelmann vom Kaffeehaus war eine der ersten, die den Außenbereich geöffnet hatte. „Als ich am Donnerstag davon erfuhr, dass ich wieder öffnen darf, war es für mich sofort klar, dass ich dabei bin“, sagt sie. Schwer auszuhalten seien die Monate der Zwangsschließung gewesen, erklärt sie. „Lange hätte ich das nicht mehr durchgehalten. In so einer Situation geht die Motivation verloren und ich hätte spätestens in zwei Monaten Schluss gemacht.“

Corona im Kreis Soest: Menschen sind durch viele neue Regeln verunsichert

Nun hofft sie, dass zumindest die Öffnung der Außenbereiche Bestand hat. Lange könne die Gastronomin die Situation nicht mehr über sich ergehen lassen.

Ute Eickelmann vom Werler Kaffeehaus öffnete als eine der ersten Gastronomen ihren Außenbereich.

„Wenn bis zum Ende des Jahres nicht alles wieder relativ normal ist, werde ich das Kaffeehaus schließen.“ Aus ihrer Sicht seien die Menschen durch die immer neuen Regelungen total verunsichert und keiner wisse genau, wie die aktuellen Bestimmungen sind. Sie wünscht sich, dass bald wieder Normalität herrscht.

Annette Engel und ihr Mann Dirk Haupt waren froh, dass sie das Kaffeehaus wieder besuchen konnten. „Wir sind am späten Samstagmorgen regelmäßig hier und haben uns gefreut, dass jetzt wieder ein wenig Lebensfreude zurückgekehrt ist“, berichtet das Paar. Sie lieben die Atmosphäre und den familiären Umgang der Gastronomin. Ute Eickelmann haben sie durch regelmäßigen Kuchenkauf in den vergangenen sechs Monaten unterstützt. „Wir essen keinen Kuchen. Wir haben den gekauft und verschenkt“, sagt Annette Engel.

Corona im Kreis Soest: Erstes Bier vom Fass in diesem Jahr

Auf ihre Stammgäste konnten sich Werner Falkenhain und Christina Seipold von der Gaststätte „Zur Kleinbahn“ verlassen. Schon 30 Minuten vor der Öffnung am Samstag waren die ersten Tische belegt. Und die Gäste waren zufrieden. Für viele war es das erste frisch gezapfte Bier in diesem Jahr. Franz-Josef Rinsche und seine Frau Monika haben die sozialen Kontakte zu den Freunden in ihrem Stammlokal vermisst. „Es ist wunderbar, wieder hier zu sein und lange vermisste Gespräche wieder führen zu können“, freute sich Franz-Josef Rinsche.

Franz-Josef Rinsche, Monika Rinsche und Christel Turkat (von links) besuchten die Gaststätte „Zur Kleinbahn“.

Günter Korf hofft, dass es bald ein Ende mit den Beschränkungen hat. Besonders das Tragen der Maske sei für ihn unangenehm. „Ich werde die so lange tragen, wie es notwendig ist, aber ich freue mich, wenn ich die weg lassen kann“, so der Werler. Am Samstag war auch er glücklich, als er sein erstes Bier vom Fass in der Hand hielt.

Corona im Kreis Soest: Kneipen bereiten sich vor

Nach der Bekanntgabe, dass die Außengastronomie öffnen darf, kamen viele Vorbestellungen in der Kleinbahn an. „Wir mussten uns erst einmal beim Ordnungsamt erkundigen, unter welchen Voraussetzungen wir wieder öffnen können“, berichtet Christina Seipold. Zwei Tage hat das Kleinbahn-Team gearbeitet, damit sich die Gäste wieder wohlfühlen konnten. Mit Zollstock wurden die Tische und Stühle so aufgestellt, dass sie den Mindestabstand einhalten.

Für Lars und Martin Schäfer sowie Wolfgang Bannwitz vom Gesangverein Einigkeit Werl war es selbstverständlich, dass sie ihre Vereinswirte unterstützten. „Wir waren schon am ersten Tag nach dem ersten Lockdown hier“, berichtet Martin Schäfer. Aber nach der Schließung von fast sieben Monaten war es für die Sänger wichtig, mal wieder unter Leute zu kommen und ein Bier vom Fass zu genießen.

Corona im Kreis Soest: Biergärten beliebte Ziele

Werls Schützenkönig Patrick Wiemann hatte sich im „Winkel“-Biergarten einen Platz gesichert. Mit Freunden aus der 2. Kompanie genoss er den ersten Tag in seinem Stammlokal. „Die Gastronomen haben eine schwere Zeit hinter sich und wir müssen jetzt alles tun, um sie zu unterstützen, damit es weitergeht. Nur so kann der Fortbestand gesichert werden“, berichtet er. Für ihn sei die Öffnung der erste Schritt in die richtige Richtung.

Patrick Wiemann, Thorben Franck, Klaus Kothenschulte und Michelle Bode (von links) waren im „Winkel“.

Für Thorben Franck kommt der Schritt viel zu spät. Er ist der Meinung, dass mit der Einführung der Corona-Tests auch die Gastronomie hätte öffnen müssen. „Es ist wichtig, dass die Freiheit zurückkehrt“, so der Werler.

Corona im Kreis Soest: „Endlich geht es wieder weiter“

Mit Liebe und voller Freude bereitete Birgit Kappes vom „Winkel“ das Essen für ihre Gäste zu. „Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ich mich freue, dass es endlich wieder weitergeht“, sagte sie.

Dass für den Besuch der Außengastronomie ein negativer Test vorgelegt werden muss, hatte keinem etwas ausgemacht. Sie alle hatten am Samstagmorgen die Corona-Testzentren aufgesucht und dort für einen Ansturm gesorgt.

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