Corona in Werl

Verunsicherte Kunden: Reisebranche im Kreis Soest leidet weiter

Die Reisebranche hat weiterhin schwer mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Die Kunden sind sehr zurückhaltend bei den Buchungen von Reisen.

Werl - Dies können die Werler Reise-Experten Sabine Wanjura und Wolfgang Velmer bestätigen.

Die Hauptbuchungszeit in den Reisebüros läuft von November bis Februar. In dieser Saison war es allerdings ganz anders. Die Kunden bleiben aus, in der Reisebranche herrscht totale Verunsicherung. „Die Leute haben Angst, dass sie ihr Geld verlieren, wenn sie die Reise nicht antreten können“, sagt Sabine Wanjura vom Tui-Reisecenter in Werl.

Corona im Kreis Soest: Flex-Preis wird empfohlen

Es gebe zwar Reiserücktrittsversicherungen, aber den Corona-Schutz müsse jeder Reisende zusätzlich aktivieren. Sie empfiehlt ihren Kunden daher den „Flex-Preis“. Da werde im Falle einer Stornierung der gesamte Reisepreis inklusive des Aufpreises für den Flex-Tarif erstattet.

Corona im Kreis Soest: Viel Bürokratie vor und nach einer Reise

Sabine Wanjura meint, dass die PCR-Tests vor und nach dem Urlaub sowie die Einreiseformulare Kunden von den Reisen abhielten. „Besonders die älteren Leute, die kein Smartphone haben, sind dabei aufgeschmissen, weil vieles über die Handys abgewickelt werden muss“, berichtet Wanjura.

Sabine Wanjura vom Tui-Reisecenter in Werl.

Deswegen sei es ihrer Meinung nach sicherer, eine Reise zu buchen, bei der sich die Veranstalter vor Ort um die Urlauber kümmern. Verunsichert seien auch die Familien, die den Urlaub vom vergangenen Sommer auf die Ferien in diesem Jahr verlegt hatten. Wie sie sagt, stornieren die ihre umgebuchten Reisen oder lassen sich das Geld auszahlen.

Corona im Kreis Soest: Beratungsgebühren fallen nicht an

Auch die Meldungen vom Reiseveranstalter Tui erschweren den Werler Reisebüros die Arbeit. Bei den eigenen Reisebüros will das Unternehmen demnächst Beratungsgebühren erheben. Wolfgang Velmer vom gleichnamigen Reisebüro und Sabine Wanjura machen deutlich, dass sich diese Gebühren nur auf die eigenen Reisebüros der Tui beziehen. „Wir haben damit nichts zu tun“, erklären die beiden Werler Reise-Experten. „Ich habe mitbekommen, dass Kunden nicht mehr zu mir kommen wollten, weil wir jetzt angeblich Beratungsgebühren verlangen. Die wollten nun das Internet nutzen“, berichtet Wolfgang Velmer.

Corona im Kreis Soest: In einem Monat so viel Umsatz wie an einem Tag

Auch er bekomme die Rückgänge der Umsätze deutlich zu spüren. „Im März habe ich so viel Umsatz gemacht wie sonst an einem Tag.“ Wie er sagt, seien zwar Anfragen da, aber mit dem Normalzustand nicht zu vergleichen.

Wie er schildert, öffnen zwar immer mehr Urlaubsregionen wie Griechenland, die Kanaren oder Balearen für Reisende, aber die Ferien am Urlaubsort seien nicht vergleichbar mit denen vor Corona. „Auf den Balearen müssen öffentliche Restaurants um 17 Uhr schließen und ab 22 Uhr ist die Sperrstunde angeordnet“, so Velmer.

Wolfgang Velmer vom Reisebüro Velmer in Werl.

Da die Türkei für die kommenden drei Wochen einen kompletten Lockdown verhängt hat, gebe es für dieses Land keine Nachfragen. Am beliebtesten sei auch in Corona-Zeiten Mallorca.

Rubriklistenbild: © Thomas Nitsche

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